Osteoporose, Hormonstörungen

Osteoporose im Alter: Hormonstörungen können hinter brĂŒchigen Knochen stecken

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 01:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kliniken empfehlen bei geringer Knochendichte die Suche nach hormonellen Ursachen und nennen Maßnahmen fĂŒr ErnĂ€hrung und Bewegung.
Mikroskopische Nahaufnahme der porösen Struktur von menschlichem Knochengewebe in klinischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

KnochenbrĂŒchigkeit im Alter wird im klinischen Alltag hĂ€ufig als unvermeidliche Begleiterscheinung des natĂŒrlichen Alterungsprozesses oder als reiner Kalziummangel wahrgenommen.

Fachleute der UniversitĂ€tsklinik Changsha weisen jedoch in einer Veröffentlichung darauf hin, dass eine abnehmende Knochendichte oft ein wichtiges Warnsignal fĂŒr zugrunde liegende hormonelle Dysbalancen darstellt. Osteoporose sei demnach keineswegs nur auf das Lebensalter zurĂŒckzufĂŒhren, sondern resultiere vielfach aus sekundĂ€ren endokrinen Störungen.

Hormonelle Ursachen und diagnostische Besonderheiten

Die Relevanz der Knochengesundheit im höheren Lebensalter verdeutlichen Erhebungen der UniversitÀtsklinik Changsha: Demnach liegt die Osteoporose-PrÀvalenz bei Frauen ab 50 Jahren bei 32,1 Prozent, wÀhrend sie bei MÀnnern derselben Altersgruppe 6,0 Prozent betrÀgt.

Wie stark das Hormonsystem den Knochenstoffwechsel prÀgt, illustrieren die Mediziner der Klinik anhand eines Beispielfalls. Eine 63-jÀhrige Patientin mit schwerer Osteoporose wies normale bis hohe Kalziumwerte sowie ein erhöhtes Parathormon auf, woraufhin ein primÀrer Hyperparathyreoidismus diagnostiziert wurde.

Zu den zentralen Risikogruppen fĂŒr eine solche sekundĂ€re Osteoporose zĂ€hlen nach Angaben der Klinik unter anderem Personen mit Hyperthyreose, Typ-1-Diabetes, Cushing-Syndrom sowie Patientinnen und Patienten unter einer Glukokortikoidtherapie und weiteren endokrinen Erkrankungen.

Vor diesem Hintergrund raten die Experten dazu, bei festgestellter niedriger Knochendichte – insbesondere bei jĂŒngeren Betroffenen sowie bei MĂ€nnern – eine gezielte endokrine AbklĂ€rung vorzunehmen. Diese sollte Untersuchungen der SchilddrĂŒsenfunktion, des Blutzuckers, der Sexualhormone sowie des Kortisolspiegels umfassen.

Anzeige

Da hormonelle Ungleichgewichte und VitalstoffmĂ€ngel oft unentdeckt bleiben, ist ein tieferes VerstĂ€ndnis der eigenen Blutwerte fĂŒr die langfristige Gesundheit entscheidend. Dieser kostenlose Ratgeber erklĂ€rt verstĂ€ndlich, was die wichtigsten Laborwerte wirklich bedeuten und wie Sie Fehldiagnosen vermeiden. 25-seitigen Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

Einfluss von Diabetes und SchilddrĂŒsenerkrankungen

Über die komplexen Wechselwirkungen zwischen hormonellen Erkrankungen und dem Knochenbau informierte auch ein Bericht von Syandan Patrika. Diabetes und Funktionsstörungen der SchilddrĂŒse können demnach sowohl die KnochenqualitĂ€t als auch die StabilitĂ€t maßgeblich schwĂ€chen und das Frakturrisiko steigern.

WĂ€hrend Typ-1-Diabetes direkt zu einer verminderten Knochendichte fĂŒhren kann, bleibt dieser Messwert bei Typ-2-Diabetes hĂ€ufig normal. Dennoch kann das Frakturrisiko aufgrund einer verĂ€nderten Kollagenstruktur und einer beeintrĂ€chtigten KnochenqualitĂ€t erhöht sein.

Zudem beschleunigt eine Hyperthyreose den Abbau von Knochensubstanz. Als ergÀnzende Risikofaktoren nennt der Bericht chronische Nierenerkrankungen, rheumatoide Arthritis, Zöliakie sowie eine vorzeitige Menopause.

Da eine regulÀre Knochendichtemessung die tatsÀchliche Bruchgefahr bei Diabetikern nicht immer vollstÀndig abbildet, raten Experten zur konsequenten Kontrolle der chronischen Grunderkrankungen sowie zu einer gezielten Zufuhr von Proteinen und Kalzium. Die Gabe von Vitamin D sollte nach Àrztlicher Absprache erfolgen.

Knochendichte bei jungen Menschen und prĂ€ventive Maßnahmen

Knochenschwund betrifft zudem nicht ausschließlich Ă€ltere JahrgĂ€nge. Prof. Ahn Sung-hee vom Ewha Womans University Mokdong Hospital erlĂ€uterte in einer Publikation, dass auch eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Gewichtsabnahme bei jungen Frauen zu einer erniedrigten Knochendichte fĂŒhren kann. Ein solcher Befund erfordere stets eine systematische UrsachenabklĂ€rung.

Als wesentliche Risikofaktoren nennt das Ewha Womans University Mokdong Hospital ein zu niedriges Körpergewicht, MangelernÀhrung, Menstruationsstörungen, hormonelle Ungleichgewichte, Bewegungsmangel sowie chronische Erkrankungen. In der Diagnostik unterscheiden Mediziner altersabhÀngig: Bei postmenopausalen Frauen liegt eine Osteoporose vor, wenn der T-Score kleiner oder gleich -2,5 ist.

Bei prĂ€menopausalen Frauen wird hingegen ein Z-Score von kleiner oder gleich -2,0 als ein Wert unterhalb der Alterserwartung gewertet. Bei anhaltendem Untergewicht, dem Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) oder Frakturen nach leichten StĂ¶ĂŸen wird eine Knochendichtemessung empfohlen.

Anzeige

Um Knochenschwund und Muskelschwund effektiv entgegenzuwirken, ist gezieltes Training besonders ab der Lebensmitte unerlĂ€sslich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie mit nur sechs einfachen Übungen von zu Hause aus Ihre StabilitĂ€t fördern und Volkskrankheiten vorbeugen. Kostenlosen PDF-Ratgeber mit 6 Kraft-Übungen sichern

Zur Vorbeugung und Basistherapie formulieren die Fachkliniken konkrete Lebensstilempfehlungen. Die UniversitĂ€tsklinik Changsha empfiehlt fĂŒr Menschen ab 50 Jahren eine tĂ€gliche Kalziumaufnahme von 1000 bis 1200 Milligramm, 15 bis 20 Minuten tĂ€gliche Sonnenlichtexposition sowie mindestens 150 Minuten moderate körperliche AktivitĂ€t pro Woche.

Das Ewha Womans University Mokdong Hospital betont zudem den Nutzen einer ausgewogenen ErnĂ€hrung mit Kalzium, Vitamin D und Protein in Kombination mit regelmĂ€ĂŸigem Gewichtsbelastungs- und Krafttraining.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70423671 |