Osteoporose, Orale

Osteoporose: Orale Tablette EB613 ersetzt Injektionen bei 14 von 15

18.06.2026 - 22:17:16 | boerse-global.de

Die Kommerzialisierung der Wechseljahre treibt Innovationen bei Osteoporose-Medikamenten und pflanzlichen Alternativen voran.

Menopause-Markt: Milliardenumsatz mit Therapien und Präparaten
Osteoporose - Ein stilisiertes Bild einer Petrischale mit einem leuchtenden Pflanzenextrakt und verschwommenem Laborhintergrund, der Forschung und Gesundheit symbolisiert. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Pharmakonzerne, Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller und digitale Gesundheitsanbieter kämpfen um Marktanteile. Treiber der Entwicklung: eine wachsende Nachfrage nach evidenzbasierten Therapien und eine zunehmende Zahl kaufkräftiger Patientinnen.

Pflanzenextrakte im Fokus der Forschung

In der Wissenschaft gewinnen phytoöstrogenfreie Alternativen an Bedeutung. Ein Extrakt aus den drei Heilpflanzen Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa und Angelica gigas – bekannt als EstroG-100 – steht dabei im Zentrum. Anders als herkömmliche Präparate bindet er nicht an Östrogenrezeptoren.

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Das verspricht ein spezifisches Sicherheitsprofil. Klinische Studien belegen die Wirksamkeit: eine Untersuchung von 2012 (Chang et al.) mit 64 Teilnehmerinnen, eine Studie von 2014 (Lee et al.) mit 119 Probandinnen und eine weitere von 2017 (Kim et al.) mit über 100 Frauen. Der Extrakt besitzt eine FDA-Notifizierung (GRAS) und wird in Deutschland unter dem Namen menoelle® vertrieben. Die pharmazeutische Industrie setzt offenbar verstärkt auf Wirkstoffe, die hormonelle Nebenwirkungen minimieren.

Osteoporose: Orale Alternative zur Spritze

Ein zentrales Feld des Menopause-Marktes ist die Behandlung von Osteoporose. Weltweit sind schätzungsweise 200 Millionen Frauen betroffen. Das Unternehmen Entera Bio präsentierte Mitte Juni auf dem ENDO-Kongress in Chicago Daten zu einem oralen Therapeutikum namens EB613.

Eine Phase-1-Studie zeigte: Eine Einzeltablette erreicht ein pharmakokinetisches Profil, das mit herkömmlichen Injektionen vergleichbar ist. Von 15 Teilnehmerinnen bevorzugten 14 die orale Einnahme. Für die geplante Phase-3-Studie sind rund 750 Patientinnen vorgesehen. Ende 2025 verbesserte die FDA die regulatorischen Rahmenbedingungen: Sie qualifizierte die Knochendichte als Surrogatendpunkt für Zulassungsverfahren. Das könnte die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen.

Kritik an Selbstzahlerleistungen

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Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Kommerzialisierung der Wechseljahre umstritten. Der Kassen-Spitzenverband wies Mitte Juni darauf hin, dass in Deutschland jährlich mindestens 2,4 Milliarden Euro für Selbstzahlerleistungen (IGeL) ausgegeben werden. Eine Bewertung des Medizinischen Dienstes von 70 gängigen IGeL-Angeboten ergab: 64 Leistungen haben entweder einen unklaren Nutzen oder sogar negative Effekte.

Branchenvertreter wie Martin Krasney fordern deshalb eine verpflichtende Bedenkzeit von 24 Stunden für Patienten. Medizinische Entscheidungen in der Menopause-Versorgung sollten auf fundierten Informationen basieren – nicht auf emotionalem Verkaufsdruck.

Die wirtschaftliche Dynamik wird zusätzlich durch gesundheitspolitische Reformen beeinflusst. Die Bundesregierung plant für 2027 Sparziele von 18,8 Milliarden Euro im Gesundheitssektor. Umfragen zeigen wachsende Skepsis in der Bevölkerung gegenüber zusätzlichen Belastungen. Unternehmen müssen daher verstärkt in den Nachweis des medizinischen Zusatznutzens investieren – in einem zunehmend regulierten Marktumfeld.

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