Osteoporose-Screening: Frauen ab 65, Männer ab 70 sollten Knochendichte prüfen
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit zunehmendem Alter verliert das Skelett schrittweise an Substanz, wodurch das Risiko von Knochenbrüchen ab dem 50. Lebensjahr merklich ansteigt. Aktuelle medizinische Ratgeber und Fachleute betonen daher die Bedeutung einer gezielten Ernährung sowie geeigneter Vorsichtsmaßnahmen, um die Knochendichte langfristig zu stabilisieren und folgenschwere Frakturen zu vermeiden.
Beschleunigter Knochenabbau nach der Menopause
Das Risiko für Knochenschwund steigt insbesondere in der zweiten Lebenshälfte. Nach Angaben der AOK nehmen die Behandlungsfälle ab einem Alter von rund 50 Jahren deutlich zu und erreichen in der Altersgruppe von 80 bis 84 Jahren einen Höchststand.
Frauen sind von diesem Prozess überdurchschnittlich oft betroffen, da der nach den Wechseljahren absinkende Östrogenspiegel den Verlust an Knochenmasse zusätzlich beschleunigt. Im Landkreis Rottweil befanden sich im Jahr 2024 rund 2.400 AOK-Versicherte wegen Osteoporose in medizinischer Behandlung.
Neben dem Alter und hormonellen Umstellungen zählen familiäre Vorbelastungen wie Hüftfrakturen bei Angehörigen, frühere Knochenbrüche, starkes Untergewicht und Bewegungsmangel zu den wesentlichen Risikofaktoren. Auch Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum sowie bestimmte Vorerkrankungen und dauerhaft eingenommene Medikamente können das Skelett schwächen.
Calcium, Vitamin D und komplexe Wechselwirkungen
Zur Vorbeugung empfiehlt die AOK neben regelmäßiger Bewegung vor allem eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D. Für Erwachsene gilt eine tägliche Menge von 1000 Milligramm Calcium über die Nahrung als Richtwert.
Zu den geeigneten Lieferanten zählen neben Milchprodukten auch dunkelgrünes Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl, Hülsenfrüchte, Nüsse, Tofu sowie fettarmer Fisch. Umgekehrt können ein übermäßiger Salzkonsum, der die Calciumausscheidung über die Nieren fördert, sowie stark zuckerhaltige Getränke und verarbeitete Lebensmittel den Knochenabbau begünstigen.
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Bei der Aufnahme von Mikronährstoffen kommt es zudem auf die richtige Kombination an. Wie die Ernährungsmedizinerin Bettina Boetticher erläutert, können sich hochdosierte Mineralstoffe bei gleichzeitiger Zufuhr gegenseitig behindern. So beeinträchtige Calcium die Verwertung von Eisen, da beide Stoffe denselben Transportweg im Dünndarm nutzen.
Eisenpräparate sollten deshalb getrennt von hemmenden Substanzen wie Kaffee, Tee oder Vollkornprodukten konsumiert werden, während Vitamin C die Eisenaufnahme verbessere. Dagegen unterstützen sich Calcium und Vitamin D gegenseitig. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin D und Vitamin K entfalten ihre Wirkung am besten in Verbindung mit einer fetthaltigen Mahlzeit.
Risiken von Überdosierungen und Rolle der Diagnostik
Fachleute warnen zugleich vor einer unkritischen Selbstmedikation. Eine Überdosierung von Vitamin D kann zu Vergiftungserscheinungen führen, während zu viel Calcium das Risiko von Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen erhöht.
Nach Ergebnissen einer Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung aus dem Jahr 2024 greifen 62 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal pro Woche zu Nahrungsergänzungsmitteln. Ernährungsexperten verweisen darauf, dass ein solcher Zusatzbedarf bei gesunden Erwachsenen mit einer ausgewogenen Ernährung in der Regel nicht besteht.
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Für den Erhalt der Knochengesundheit spielt neben den Nährstoffen die körperliche Aktivität eine zentrale Rolle. Muskel- und Gleichgewichtstraining stärken nicht nur die Knochenstruktur, sondern senken zugleich die Gefahr von Stürzen.
Der Dachverband Osteologie weist darauf hin, dass die gemessene Knochendichte allein nicht das gesamte Frakturrisiko bestimmt. Zur verlässlichen Abklärung dient in erster Linie eine Knochendichtemessung, ergänzt durch Laboruntersuchungen bestimmter Blut- und Knochenumsatzwerte.
Rechtzeitige Screenings ab dem 65. Lebensjahr für Frauen beziehungsweise ab 70 Jahren für Männer ermöglichen es, einen fortschreitenden Knochenverlust frühzeitig zu erkennen und therapeutisch zu begleiten. Auf diese Zusammenhänge macht auch der Weltosteoporosetag am 20. Oktober 2026 aufmerksam.
