Outlook-Lücke, CVE-2026-42897

Outlook-Lücke CVE-2026-42897: Hacker infizieren beim E-Mail-Lesen

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 22:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hacker nutzen XSS-Lücke in Outlook Web Access, um die persistente Schadsoftware OWAReaper einzuschleusen. Betroffen sind lokale Exchange-Server.

OWAReaper: Neue Hacker-Kampagne bedroht Outlook Web Access
Ein beleuchteter Computerbildschirm mit abstraktem Programmcode und digitalen Sicherheitssymbolen in einem dunklen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor gezielten Angriffen auf Outlook Web Access (OWA). Die der russischen Seite zugerechnete Gruppe TA488 – auch bekannt als Laundry Bear oder Void Blizzard – nutzt eine Schwachstelle in Microsofts Web-Mail-Dienst, um die Schadsoftware OWAReaper einzuschleusen.

Das Besondere: Das Implantat überdauert selbst Passwortänderungen oder die Neuinstallation von Endgeräten.

Infektion schon beim E-Mail-Lesen

Seit dem 22. Juli 2026 läuft die Angriffswelle. Die Hacker setzen auf einen sogenannten Half-Click-Exploit. Anders als bei klassischen Phishing-Angriffen reicht hier bereits das bloße Anzeigen einer präparierten E-Mail im Lesebereich von OWA aus.

Grundlage ist die Sicherheitslücke CVE-2026-42897. Diese Cross-Site-Scripting-Schwachstelle (XSS) hat einen CVSS-Score von 8,1 – das Risiko ist hoch.

Ist OWAReaper erst im Browser-Kontext aktiv, agiert es als browserbasiertes Implantat. Es stiehlt Anmeldedaten über Autofill-Funktionen und OAuth-Tokens. Damit verschaffen sich die Angreifer Zugriff bis zur Inhaber-Ebene auf dem Mailserver.

Bereinigung wird zum Problem

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Die Persistenz des Angriffs ist bemerkenswert. Die Schadsoftware nutzt den lokalen Browser-Speicher (localStorage), IndexedDB-Datenbanken und serverseitige Berechtigungen. Weder ein Passwortwechsel noch eine Neuinstallation des Rechners reichen aus, um die Hacker auszusperren.

Die Kampagne zielt auf strategisch relevante Sektoren in den USA und Europa. Zu den Opfern gehören Regierungsbehörden, Telekommunikationsanbieter, Finanzinstitute sowie Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt und dem Gastgewerbe.

Gute Nachricht: Der Cloud-Dienst Exchange Online gilt nach aktuellem Kenntnisstand als nicht gefährdet. Betroffen sind nur lokale Exchange-Server-Installationen.

Vorbereitung seit dem Frühjahr

Die Infrastruktur für die Angriffe lässt sich bis in den März 2026 zurückverfolgen. Es besteht der Verdacht, dass TA488 die Schwachstelle bereits vor dem offiziellen Patch von Microsoft im Mai 2026 als Zero-Day-Lücke ausgenutzt hat.

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Zur Steuerung nutzen die Angreifer eine Kombination aus GitHub-Commits und E-Mail-Kommunikation. Der Datenabfluss erfolgt über HTTPS und DNS-Tunneling. Zusätzlich löscht die Schadsoftware nach erfolgreicher Infektion ihren eigenen Exploit-Code – das erschwert die Entdeckung.

Was jetzt zu tun ist

Sicherheitsexperten raten zu sofortigen Updates. Bei bereits kompromittierten Konten reicht das Patchen allein nicht aus. Empfohlen werden:

  • Widerruf aller OAuth-Tokens
  • Manuelle Überprüfung weitreichender Postfach-Berechtigungen
  • Leeren der Browser-Caches
  • Analyse der Protokolle auf korrelierende Aktivitäten über verschiedene Systemebenen hinweg

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