Ozonloch, Weltwetterorganisation

Ozonloch Antarktis: WMO meldet 2025 eines der kleinsten Löcher seit den 90ern

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Weltwetterorganisation meldet für 2025 eines der kleinsten Ozonlöcher über der Antarktis seit Anfang der 1990er Jahre – zugleich warnt sie vor steigender UV-Strahlung und betont die Bedeutung von Schutzmaßnahmen. Der Bericht knüpft den Erfolg unmittelbar an das FCKW-Verbot durch das Montrealer Protokoll.

Die UV-Strahlung steigt seit Mitte der 90er Jahre mit der Sonnenscheindauer (Archivbild) - Bild: Thomas Warnack/dpa
Die UV-Strahlung steigt seit Mitte der 90er Jahre mit der Sonnenscheindauer (Archivbild) - Bild: Thomas Warnack/dpa

Das Ozonloch über der Antarktis ist im Jahr 2025 so klein gewesen wie selten seit Anfang der 1990er Jahre.

WMO sieht Erfolgsgeschichte im Umweltschutz

Nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) lagen sowohl die horizontale Ausdehnung als auch die vertikale Tiefe des Ozonlochs 2025 deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2010 und damit bereits das zweite Jahr in Folge unter diesem langjährigen Mittel. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo sprach anlässlich des Welt-Ozon-Tags am 16. September von einer Erfolgsgeschichte im Umweltschutz. Seit dem Jahr 2000 erhole sich die Ozonschicht, und es könne davon ausgegangen werden, dass sie sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollständig erholen werde.

Montrealer Protokoll als zentrale Grundlage

Die WMO führt die Entwicklung maßgeblich auf das Montrealer Protokoll von 1987 zurück. Auf Grundlage des Abkommens wurden schädliche Substanzen wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die das 1985 erstmals beschriebene Ozonloch über der Antarktis verursacht hatten, schrittweise verboten. Die Stoffe kamen unter anderem in Kühlanlagen und Löschschäumen zum Einsatz. Mit dem Rückgang dieser Emissionen ging eine schrittweise Stabilisierung der Ozonschicht einher.

Schutz vor gefährlicher UV-Strahlung

Die Ozonschicht schützt Menschen und Umwelt vor gefährlicher ultravioletter Strahlung der Sonne, die etwa Hautkrebs auslösen kann. Trotz der positiven Signale aus der Antarktis warnt die WMO vor weiterhin bestehenden Risiken. In ihrem jährlichen Ozonbulletin verweist die Organisation darauf, dass UV-Schutzmaßnahmen von großer Bedeutung bleiben.

Entwicklung über der Arktis und in Europa

Auch über der Arktis deute der langfristige Trend auf eine Erholung der Ozonschicht hin, wie Paolo Laj, Leiter des WMO-Programms für atmosphärische Beobachtungen, erläuterte. Zugleich seien die Ozonwerte im Jahr 2025 über einigen Gebieten der nördlichen Hemisphäre aufgrund anderer meteorologischer Phänomene gesunken. Dabei handle es sich jedoch nicht um ein dauerhaftes Loch wie über der Antarktis, sondern um eine zeitweise Verdünnung der Ozonschicht.

Mehr Sonnenschein, mehr UV-Strahlung

In Teilen Europas hat die UV-Strahlung nach Angaben der WMO seit Mitte der 1990er Jahre um bis zu 20 Prozent zugenommen. Hauptursache sei, dass es dort weniger Wolken gebe und die Sonnenscheindauer gestiegen sei. Angesichts dieser Entwicklung betont die Organisation die Notwendigkeit gezielter und wirksamer Maßnahmen zum UV-Schutz, etwa durch Schutzkleidung, Sonnenschutzmittel und angepasste Aufenthaltszeiten im Freien.

Globale Bedeutung des Rückgangs des Ozonlochs

Der Befund der Weltwetterorganisation, dass das Ozonloch über der Antarktis 2025 so klein war wie selten seit Anfang der 1990er Jahre, unterstreicht die langfristige Wirkung internationaler Umweltabkommen. Das Montrealer Protokoll gilt seit Jahrzehnten als Referenz dafür, dass verbindliche Vorgaben und technische Umstellungen messbare Erfolge bringen können. Die Einschätzung, die Ozonschicht könne sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollständig erholen, ordnet den aktuellen Zustand in eine über mehrere Jahrzehnte laufende Entwicklung ein.

Fortbestehende Risiken durch UV-Strahlung

Gleichzeitig macht die WMO deutlich, dass ein kleineres Ozonloch nicht automatisch geringere Risiken bedeutet. Die steigende UV-Strahlung in Teilen Europas seit Mitte der 1990er Jahre wird vor allem mit Änderungen der Bewölkung und längerer Sonnenscheindauer begründet. Für Bevölkerung, Schulen, Betriebe im Freien und das Gesundheitswesen bedeutet dies, dass Sonnenschutz – etwa durch Kleidung, Schatten, Sonnencreme und angepasste Aufenthaltszeiten im Freien – strukturell an Bedeutung gewinnt, unabhängig von kurzfristigen Erfolgsmeldungen zum Zustand der Ozonschicht.

Konsequenzen für Politik und Alltag in Europa

Für Politik und Verwaltung zahlt der Bericht der WMO auf die Debatte um Präventionsstrategien ein: Stadtplanung mit mehr Schatten, Aufklärungskampagnen und klare Empfehlungen etwa für Kinder, ältere Menschen und Beschäftigte im Freien werden zu zentralen Instrumenten. Der langfristige Trend einer Erholung der Ozonschicht über Arktis und Antarktis deutet darauf hin, dass regulatorische Eingriffe Wirkung zeigen können – zugleich verweist die temporäre Verdünnung über Teilen der nördlichen Hemisphäre auf die Rolle von Wetter- und Klimaeinflüssen. Für Leserinnen und Leser bleibt die Botschaft doppelt: Internationale Umweltpolitik kann Erfolge erzielen, persönliche UV-Schutzmaßnahmen bleiben dennoch dauerhaft notwendig.

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