PADN, Lungenhochdruck

PADN bei Lungenhochdruck: 264 Patienten an 25 Zentren untersucht

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei Patienten erhielten in Pavia eine Pulmonalarterien-Denervierung; der klinische Nutzen wird noch nachbeobachtet.

PADN bei Lungenhochdruck: Erste Eingriffe in der Lombardei
Ein moderner, steriler Herzkatheter-Messplatz in einem Krankenhaus ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) stellt die Kardiologie weiterhin vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere wenn Betroffene nur unzureichend auf gängige Medikamente ansprechen. Als ergänzende oder alternative Maßnahme rücken daher zunehmend interventionelle Verfahren in den Fokus.

Einen wichtigen Schritt in der praktischen Anwendung markieren aktuelle Eingriffe am Policlinico San Matteo in Pavia: Dort wurde die minimalinvasive Denervierung der Pulmonalarterie (PADN) bei zwei PAH-Patienten durchgeführt, bei denen die medikamentöse Therapie keine ausreichende Besserung brachte.

Beide Prozeduren verliefen technisch erfolgreich. Der tatsächliche klinische Nutzen für die behandelten Personen wird im Rahmen der weiteren Nachbeobachtung geprüft. Für die italienische Region Lombardei handelte es sich um die erste PADN-Erfahrung überhaupt, landesweit um den zweiten Einsatz nach Padua. Das Zentrum in Pavia zählt damit zu den ersten Kliniken in Europa, die diesen katheterbasierten Ansatz in der Praxis anwenden.

Klinische Studienlage zur Denervierung der Pulmonalarterie

Die Methode der Pulmonalarterien-Denervierung zielt darauf ab, überaktive Nervenbahnen im Bereich der Lungengefäße zu modulieren und so den Gefäßwiderstand sowie den Druck im Lungenkreislauf zu senken. Wissenschaftliche Evidenz für dieses Verfahren lieferte unter anderem die PADN-HF-PH-Studie, deren Studiendesign bereits 2026 im Fachjournal Cardiology Discovery vorgestellt worden war.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden Ende August 2026 auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in München präsentiert und am 30. August 2026 im New England Journal of Medicine (NEJM) publiziert.

In dieser randomisierten Studie wurden an 25 chinesischen Zentren insgesamt 264 Patienten untersucht, die an pulmonaler Hypertonie infolge einer linksseitigen Herzerkrankung und Herzinsuffizienz litten. Die Kombination aus PADN und einer leitliniengerechten medikamentösen Therapie (GDMT) senkte das Risiko einer klinischen Verschlechterung gegenüber der alleinigen medikamentösen Standardbehandlung.

Zwar nannten die Studienautoren in der Veröffentlichung keine konkrete Effektgröße, doch unterstreichen die Daten das Potenzial des interventionellen Verfahrens bei spezifischen Patientengruppen mit kardial bedingtem Lungenhochdruck.

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Differenzierte Therapiepfade und medikamentöser Kontext

Der Stellenwert interventioneller Ansätze bemisst sich stets auch an den Grenzen und Wechselwirkungen der bestehenden Pharmakotherapie. Bei der Behandlung pulmonaler Gefäßerkrankungen kommen verschiedene Wirkstoffklassen zum Einsatz, die ein engmaschiges Therapiemanagement erfordern.

So ist etwa Riociguat seit 2013 durch die US-Arzneimittelbehörde FDA für Erwachsene mit PAH sowie für inoperable oder persistierende beziehungsweise rezidivierende Formen der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) zugelassen.

Während bei operabler CTEPH die pulmonale Endarteriektomie (PEA) als potenziell kurativer Standard gilt, kommen bei geeigneten Patienten die Ballon-Pulmonalangioplastie (BPA) und Riociguat kombiniert oder ergänzend zum Einsatz.

Gleichzeitig erfordern gefäßerweiternde Medikamente strikte Vorsichtsmaßnahmen im Alltag. Fachinformationen weisen darauf hin, dass Wirkstoffe wie Sildenafil bei vorbestehendem Bluthochdruck nicht mit Nitraten, Stickstoffmonoxid-Donatoren oder Riociguat kombiniert werden dürfen, da es andernfalls zu einem gefährlich starken Blutdruckabfall kommen kann.

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Bei einem Ruhedruck von unter 90/50 mmHg ist Sildenafil kontraindiziert. Auch die gleichzeitige Gabe anderer Blutdrucksenker kann zu einer verstärkten hypotensiven Wirkung führen und verlangt eine sorgfältige ärztliche Überprüfung.

Vor diesem Hintergrund bieten interventionelle Techniken wie die PADN eine Perspektive für Betroffene, deren Behandlungsoptionen durch Unverträglichkeiten oder Wirkstoffgrenzen eingeschränkt sind.

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