Paidwork-Datenleck: 23 Millionen Nutzer betroffen, Bankdaten gestohlen
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 22:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unbekannte erbeuteten die sensiblen persönlichen und finanziellen Daten von über 23 Millionen Nutzern – darunter Kontonummern und Transaktionshistorien.
Der Einbruch in die Systeme des Unternehmens ereignete sich bereits im März 2026. Doch erst am vergangenen Wochenende, dem 19. Juli, wurde das Ausmaß der Katastrophe richtig sichtbar: Die gestohlenen Daten tauchten im weltweit bekannten Benachrichtigungsdienst Have I Been Pwned (HIBP) auf. Betroffen sind rund 23,3 Millionen einzigartige Nutzerkonten.
Was genau gestohlen wurde
Die geleakte Datenbank hat eine Größe von 11 Gigabyte und enthält ein erschreckend vollständiges Profil der Nutzer. Neben Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Wohnadressen und Geburtsdaten sind auch hochsensible Finanzinformationen Teil des Datensatzes:
- Bankkontonummern
- Auszahlungshistorien
- Transaktionsaufzeichnungen
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Hinzu kommen technische Daten wie IP-Adressen, Geräte-Fingerabdrücke und Profilfotos. Ein kleiner Lichtblick: Die ebenfalls gestohlenen Passwörter waren mit dem bcrypt-Algorithmus verschlüsselt – einem der sichereren Hash-Verfahren. Dennoch: Die Kombination aus persönlichen und Finanzdaten macht die Betroffenen zu perfekten Zielen für Identitätsdiebstahl und gezieltes Phishing.
Die Chronologie des Angriffs
Bereits im April 2026 – nur einen Monat nach dem Einbruch – bot ein Hacker mit dem Pseudonym „hackformetome" die Datenbank in einem Cybercrime-Forum zum Verkauf an. Im Juli eskalierte die Lage: Der gesamte Datensatz wurde öffentlich geleakt. Daraufhin nahm HIBP die Daten am 19. Juli in seine Datenbank auf.
Bemerkenswert: Paidwork selbst hat sich bis heute nicht offiziell geäußert. Weder eine Pressemitteilung noch ein Statement auf der Plattform bestätigen den Vorfall. Für die betroffenen Gig-Worker ist das ein fatales Signal.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Sicherheitsexperten raten zu sofortigem Handeln:
- Passwort ändern – und zwar sofort. Nutze ein starkes, einzigartiges Passwort.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren, wo immer möglich.
- Kontobewegungen prüfen – da Bankdaten und Auszahlungshistorien gestohlen wurden, ist erhöhte Wachsamkeit bei Finanztransaktionen geboten.
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Ein Sommer der Datenlecks
Der Paidwork-Vorfall ist kein Einzelfall. Die vergangenen Tage haben eine ganze Welle von Sicherheitsvorfällen gebracht:
Craneware, ein Softwareanbieter für über 2.000 US-Krankenhäuser, bestätigte am heutigen Montag, dass Hacker umfangreiche Dateien mit Mitarbeiter- und Kundendaten erbeutet haben. Das Unternehmen betont zwar, der Angriff sei eingedämmt worden und habe die Dienste nicht beeinträchtigt – doch die schiere Menge an gestohlenen Daten ist alarmierend.
EY (Ernst & Young) meldete derweil einen Einbruch in eine externe Help-Desk-Plattform, der zwischen Ende März und Mitte April 2026 stattfand. Dabei wurden Steuerunterlagen von Mandanten gestohlen – inklusive Sozialversicherungsnummern und Investmentbeständen.
Und selbst die KI-Branche bleibt nicht verschont: Die Entwicklungsplattform Hugging Face meldete kĂĽrzlich einen Einbruch durch einen autonomen KI-Agenten, der sich unbefugten Zugang zu internen Zugangsdaten verschaffte.
Die Botschaft ist klar: Kein Unternehmen, keine Branche ist sicher. FĂĽr die 23 Millionen Paidwork-Nutzer heiĂźt es jetzt: Augen auf und Konten im Blick behalten.
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