Panikstörung, Hochintensives

Panikstörung: Hochintensives Training senkt Anfälle um 53%

04.06.2026 - 02:25:32 | boerse-global.de

Eine Studie belegt: Hochintensives Intervalltraining senkt Angstsymptome bei Panikstörungen langfristig stärker als Entspannungsübungen.

Panikstörung: Hochintensives Training senkt Anfälle um 53% - Bild: über boerse-global.de
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72 zuvor untrainierte Probanden mit Panikstörung nahmen teil. Nach zwölf Wochen hochintensivem Intervalltraining sank ihr Wert auf der Panic Agoraphobia Scale (PAS) auf 14,9 Punkte. Die Vergleichsgruppe mit Entspannungstraining erreichte lediglich 23,1 Punkte.

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Die Langzeitwirkung überzeugt ebenfalls. Nach 24 Wochen verzeichnete die Sportgruppe im Schnitt 0,7 Panikattacken, die Entspannungsgruppe dagegen 1,5. Die positiven Effekte hielten über den Trainingszeitraum hinaus an.

Anfang Juni betonten auch die Stiftung Gesundheitswesen und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie den Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und psychischer Verfassung. Sie empfehlen Yoga oder Atemübungen zur Stressreduktion.

Arbeitsplatz als Triggerfaktor

Doch nicht nur individuelles Training hilft. Die Prävention am Arbeitsplatz rückt zunehmend in den Fokus.

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In einem Livestream der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) diskutierten Experten Anfang Juni über die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Dr. Christian Felten und Ivon Ames, Vizepräsidentin des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, machten klar: Der Fokus muss auf der Gestaltung der Arbeitsbedingungen liegen – nicht auf der individuellen Verfassung der Beschäftigten. Ziel ist es, Belastungsfaktoren strukturell zu minimieren.

KI als Therapeuten-Ersatz?

Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz liegen zwischen sechs und neun Monaten. Kein Wunder, dass Betroffene zu digitalen Lösungen greifen.

Der AXA-IPSOS Mind Health Report befragte Anfang 2026 rund 19.000 Erwachsene in 18 Ländern. Ergebnis: 63 Prozent nutzen Künstliche Intelligenz für psychische Hilfe. Doch die Zufriedenheit ist verhalten – 45 Prozent sind mit der KI-Unterstützung unzufrieden. Trotzdem vertrauen 38 Prozent der KI mehr als menschlichen Fachleuten.

Niederschwellige Angebote wie Podcasts oder spezialisierte Software gewinnen ebenfalls an Bedeutung. In Hamburg entwickelten Forscher eine App zur Schmerztherapie. Das zertifizierte Medizinprodukt soll chronische Belastungszyklen in 90 Tagen durchbrechen.

Spezielle Angebote für schwer Betroffene

Für Menschen mit starken psychischen Belastungen entstehen neue Versorgungsmodelle.

In Berlin eröffnete im März 2026 eine Eltern-Kind-Tagesklinik für Kindern zwischen fünf und neun Jahren. Dr. Laura Hannemann leitet die teilstationäre Behandlung, die soziale und emotionale Auffälligkeiten in einem stabilen Umfeld therapiert.

In Wien startete Anfang Juni ein Wohnmodell für Menschen mit psychosozialen Behinderungen. Ein Verbund aus Garçonnièren bietet eigenständiges Wohnen bei 24-Stunden-Betreuung und Gemeinschaftsräumen. Das Konzept soll soziale Teilhabe ohne Überforderung ermöglichen.

Bürokratie-Hürden bei Assistenzhunden

Trotz aller Fortschritte bleiben praktische Hürden. Ein Beispiel: Assistenzhunde für Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) oder Posturalem Tachykardiesyndrom (POTS).

Die Ausbildung kostet 10.000 bis 15.000 Euro. In Deutschland fehlen zertifizierte Prüfstellen nach der Assistenzhundeverordnung. Ohne verbindliche Zutrittsrechte im öffentlichen Raum bleibt die Bewältigung des Alltags für Betroffene erschwert.

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