Papst Leo XIV. in Metz: Europas Jugend soll Zukunftsangst überwinden
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor dem Hintergrund weltweiter Krisen, kriegerischer Auseinandersetzungen und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche wächst bei vielen Jugendlichen die Sorge vor der Zukunft.
Wie Berichte vom 28. September 2026 darlegen, stellte Papst Leo XIV. am letzten Tag seiner viertägigen Frankreichreise in Metz genau diese Thematik in den Mittelpunkt. Das Kirchenoberhaupt appellierte an die europäische Jugend, sich von den globalen Unsicherheiten nicht entmutigen zu lassen und der Zukunft ohne Angst zu begegnen.
Ermutigung der Jugend inmitten gesellschaftlicher Spannungen
Die Botschaft an die junge Generation zog sich durch mehrere Stationen des Besuchs. Bereits am 26. September 2026 ermutigte der Papst junge Gläubige dazu, sich als lebendiger Teil der heutigen Kirche zu begreifen. Dabei warnte er davor, dass rein materielle Güter und die Jagd nach unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung die innere Leere der Menschen nicht füllen könnten.
Stattdessen sollten französische Katholiken ihre Wurzeln neu entdecken und sich für Werte wie Wahrheit, Frieden, Familie, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit einsetzen.
Bereits am 25. September 2026 hatte er vor Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft das Recht auf Leben als Basis aller Menschenrechte hervorgehoben und vor Praktiken wie Leihmutterschaft, genetischen Manipulationen, Organhandel oder einem geplanten Tod gewarnt.
Laut Berichten vom 27. September 2026 feierten am Vorabend rund 80.000 junge Menschen im Alter von 17 bis 35 Jahren eine Jugendandacht mit dem Kirchenoberhaupt im Stade de France, geschützt von 15.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten. Bei den Auftritten warnte der Papst zudem vor den Folgen technologischer Umbrüche und betonte die Notwendigkeit, Menschlichkeit zu bewahren.
Friedensethik, Dialog und der Aufruf von Metz
In Metz verknüpfte Leo XIV. die psychischen und zivilisatorischen Belastungen junger Generationen direkt mit weltpolitischen Fehlentwicklungen. Er forderte Europa auf, Tendenzen der Abschottung zu überwinden, Schutzsuchende aufzunehmen sowie zu integrieren und Frieden vorrangig durch Verständigung statt durch Aufrüstung zu sichern.
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Den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg in der Ukraine bezeichnete er als sinnloses Gemetzel und kritisierte den internationalen Rüstungswettlauf scharf.
In diesem Kontext würdigte er den früheren französischen Außenminister Robert Schuman als Wegbereiter der europäischen Einheit. Zudem rief der Papst Religionsvertreter auf, Worte und Herzen durch Austausch zu entwaffnen, und verurteilte jegliche Gewalt im Namen des Glaubens. Zuvor hatte er sich bereits gegen ein geplantes Verbot des islamischen Kopftuchs im öffentlichen Raum ausgesprochen.
Parallel unterzeichneten Repräsentanten von Christentum, Islam, Judentum und Buddhismus in Frankreich den sogenannten Aufruf von Metz. Das Dokument mahnt gemeinsame Friedenserziehung und Bildungsinitiativen an, warnt vor Völkerrechtsbrüchen, wachsender Ungleichheit sowie Umweltproblemen und verweist auf Übergriffe gegen Menschen und Gebetsstätten im Land.
Stationen und Resonanz der Frankreichreise
Der Besuch, dessen Gesamtkosten bei etwa 27 Millionen Euro lagen, fand unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit statt. In Lourdes versammelten sich 150.000 Menschen zu einer Messe, wo der Papst auch Begegnungen mit Opfern von Missbrauch geplant hatte.
Auf der Place de la Concorde in Paris nahmen am 26. September 2026 nach Angaben des Heiligen Stuhls etwa 700.000 Menschen an einem Gottesdienst teil; insgesamt jubelten dem Gast in Paris rund 800.000 Menschen zu, unterstützt von 14.000 freiwilligen Helfern.
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Für den 28. September 2026 war nach einer Fahrt im Papamobil eine Messe in der Kathedrale Saint-Étienne in Metz angesetzt. Für die musikalische Gestaltung probten unter anderem vier 14-jährige Sängerinnen des Luxemburger Chors Petits Chanteurs Saint-Jean-Paul II, die mit der Maîtrise de Metz auftraten und dafür in kurzer Zeit fast 140 Notenseiten einstudiert hatten.
Ob die Visite eine nachhaltige religiöse Erneuerung einleitet, bleibt offen. Nach Angaben der französischen Bischofskonferenz ließen sich 2026 bislang 13.000 Erwachsene taufen – dreimal so viele wie vor zehn Jahren –, während sich die Zahl der Kindtaufen seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert hat. Für November ist bereits eine zehntägige Südamerikareise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant.
Mehr zum Thema bei FAZ: „Papst Leo XIV begeistert Frankreich: Die Generation Leo“
