Paracelsus-Studie: Erhöhte Harnsäure kündigt Herzverkalkung an
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 16:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Harnsäure ist mehr als nur ein Gicht-Auslöser. Neue Studien zeigen: Der Wert ist ein wichtiger Marker für die Herzgesundheit.
Kräutertees als natürliche Unterstützung
Immer mehr Ärzte setzen bei Gicht auf ergänzende Naturheilmittel. Bestimmte Kräutertees können die medikamentöse Behandlung unterstützen – aber nicht ersetzen, betont ein Facharzt der Universität Hanoi.
Zu den empfohlenen Sorten zählen Artischockentee, Maisbarttee und Kamillentee. Letzterer enthält Luteolin, das entzündungshemmend wirkt. Auch Extrakte aus Teufelskralle, Brennnessel und Kurkuma gewinnen an Bedeutung. Kirschsaft gilt wegen seiner Anthocyane als natürliches Mittel zur Senkung des Harnsäurespiegels.
Ernährung: Nicht verzichten, sondern richtig auswählen
Eine purinarme Ernährung bleibt die Basis der Gichtprävention. Doch der Trend geht weg vom reinen Verzicht hin zur gezielten Auswahl. Ein häufiger Fehler: Patienten streichen komplett Proteine und riskieren Mangelernährung.
Die Lösung liegt in pflanzlichen Eiweißen aus Tofu, Bohnen und Pilzen. Pflanzliche Purine gelten laut aktuellen Leitlinien als unbedenklich. Als Zielwert für die Harnsäurekonzentration empfehlen Ärzte Werte unter 360 µmol/L (6 mg/dL). Bei Patienten mit Tophi – harnsäurebedingten Knotenbildungen – wird ein Wert unter 300 µmol/L (5 mg/dL) angestrebt.
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Harnsäure als Herz-Marker
Die Paracelsus-Studie in Salzburg liefert überraschende Ergebnisse. Mediziner untersuchten Daten von 10.044 Patienten und stellten fest: Erhöhte Harnsäurewerte korrelieren eng mit Verkalkungen der Herzkranzgefäße.
Damit wird Harnsäure nicht mehr nur als Gicht-Auslöser betrachtet, sondern als relevanter Marker für die Herzgesundheit. Eine Fortsetzung der Studie ist für Frühjahr 2027 geplant.
Digitale Hilfe für Betroffene
PD Dr. Harriet Morf vom Universitätsklinikum Erlangen stellte ein kostenloses Online-Tool vor. Es hilft Betroffenen, Symptome rheumatischer Erkrankungen systematisch zu erfassen und sich auf Arztbesuche vorzubereiten. Das Tool entstand im Rahmen eines EU-Projekts.
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Lebensstil: Wasser, Bewegung, Schlaf
Neben pflanzlicher Unterstützung bleibt die Lebensstiländerung zentral. Ärzte empfehlen zwei bis drei Liter Wasser täglich, um die Nierenfunktion zu fördern. Kälteanwendungen wie Quarkwickel lindern Entzündungen.
Die Statistik zeigt jedoch Defizite: Nur 40 Prozent der untersuchten Personen erreichen die empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche. Auch Schlafmangel und schneller Gewichtsverlust durch Fasten gelten als Risikofaktoren – sie können paradoxerweise den Harnsäurespiegel in die Höhe treiben.
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