Parkinson-Komplextherapie: 14 Tage verbessern die Beweglichkeit trotz kognitiver EinschrÀnkungen
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deStationÀre multidisziplinÀre Behandlungskonzepte erzielen bei der Parkinson-Krankheit auch dann messbare motorische Verbesserungen, wenn Betroffene bereits unter kognitiven BeeintrÀchtigungen leiden.
Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung des UniversitĂ€tsklinikums Leipzig und der ASKLEPIOS Parkinson-Fachklinik Stadtroda, wie aus einem Bericht vom 20. Oktober 2026 hervorgeht. Die Studienergebnisse unterstreichen das therapeutische Potenzial spezialisierter Klinikaufenthalte fĂŒr eine wachsende Patientengruppe.
Motorische Erfolge unabhÀngig vom kognitiven Status
In der wissenschaftlichen Untersuchung wurden 53 Parkinson-Patienten analysiert, von denen 24 keine und 29 bereits kognitive EinschrÀnkungen aufwiesen. Beide Gruppen absolvierten eine 14-tÀgige sogenannte Parkinson-Komplextherapie. Dieses intensive Verfahren kombiniert eine medikamentöse Anpassung mit Physio-, Logo- und Ergotherapie.
Die Auswertung ergab, dass sich die allgemeine Beweglichkeit sowie die motorischen Beschwerden in beiden Patientengruppen verbesserten. Ein kognitives Defizit schloss therapeutische Fortschritte bei den BewegungsablÀufen somit nicht aus. Beim Sturzrisiko der Teilnehmenden zeigte sich hingegen nach dem zweiwöchigen Aufenthalt keine eindeutige VerÀnderung.
Hohe Versorgungsdichte bei steigenden Fallzahlen
In Deutschland leben derzeit rund 400.000 Parkinson-Patienten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Parkinson und Bewegungsstörungen handelt es sich dabei nach der Alzheimer-Demenz um die zweithĂ€ufigste neurodegenerative Erkrankung.
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FĂŒr die spezialisierte Versorgung stehen Betroffenen bundesweit mehr als 200 Fachabteilungen und Kliniken zur VerfĂŒgung, welche die Parkinson-Komplextherapie anbieten. Ein solcher stationĂ€rer Aufenthalt dauert in der Regel zwei bis drei Wochen, die gesetzlich festgelegte Mindestdauer betrĂ€gt sieben Tage.
Digitale Nachsorge und ambulante Bewegungsangebote
Um die im Rahmen der Komplextherapie erzielten Fortschritte im hĂ€uslichen Umfeld aufrechtzuerhalten, rĂŒcken Nachsorgekonzepte zunehmend in den Fokus der Forschung. Am UniversitĂ€tsklinikum Erlangen untersucht ein Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Heiko GaĂner die langfristige Betreuung nach der Entlassung.
FĂŒr das Projekt DigiRehaPD wurde das Klinikum mit dem Innovationspreis 2026 der Parkinson Stiftung in der Kategorie âKlinische Forschungâ ausgezeichnet, dotiert mit einer Förderung von rund 100.000 Euro ĂŒber zwei Jahre.
In einer prospektiven Studie mit 56 Parkinson-Patienten vergleicht das Erlanger Forschungsteam derzeit zwei Nachsorgemodelle: WĂ€hrend 28 Teilnehmende die herkömmliche Standard-Nachsorge durchlaufen, erhĂ€lt die Interventionsgruppe aus weiteren 28 Patienten im Anschluss an die Komplextherapie eine sechsmonatige telemedizinische Betreuung ĂŒber das System âParkinsonGoâąâ des Unternehmens Portabiles HealthCare Technologies GmbH.
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Neben digitalen Assistenzsystemen gewinnt auch sportliche AktivitĂ€t im Alltag an Bedeutung fĂŒr den Erhalt von motorischen FĂ€higkeiten. Eine Auswertung im Umfeld der Tischtennis-Abteilung Ping-Pong-Parkinson des TTC Speyer unter Leitung von Hans Hebrank bestĂ€tigte diesen Ansatz.
Im Rahmen einer mit der Höchstpunktzahl von 15 Punkten bewerteten Biologie-Facharbeit der 18-jĂ€hrigen SchĂŒlerin Matilda Meyer wurden 34 RĂŒckmeldungen ausgewertet â rund 25 aus Speyer und die ĂŒbrigen aus dem TTFC Waldrohrbach.
Den Resultaten zufolge fördert Tischtennis die Auge-Hand-Koordination, die Beweglichkeit und das Reaktionsvermögen. Zudem berichteten die Teilnehmenden ĂŒber eine verbesserte Stimmung und ein vermindertes GefĂŒhl der Isolation.
