Passkey-Angriffe, Unit

Passkey-Angriffe: Unit 42 knackt Google Password Manager

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher zeigen Wege zur Umgehung von Passkeys auf. Kompromittierte GerĂ€te und Berechtigungen gelten als Hauptrisiken fĂŒr die Authentifizierungstechnologie.

Passkey-Sicherheit: Neue Angriffsmethoden auf Google Password Manager entdeckt
Nahaufnahme einer Person, die an einem Laptop in einem professionell beleuchteten BĂŒro arbeitet. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben drei spezifische Angriffsvektoren identifiziert, die eine erfolgreiche Umgehung von Passkey-Authentifizierungsprotokollen ermöglichen. Obwohl die Technologie grundsÀtzlich als resistent gegen klassische Phishing-Versuche gilt, belegen aktuelle Analysen von Mitte August 2026, dass die Sicherheit unter bestimmten Bedingungen gefÀhrdet sein kann. Dies betrifft insbesondere Szenarien, in denen EndgerÀte bereits durch Schadsoftware kompromittiert wurden.

Neue Angriffstechniken gegen den Google Password Manager

Anfang August veröffentlichte das Sicherheitsteam Unit 42 Details zu drei neuen Angriffstechniken namens „Pass-ta-key“, „Silver“ und „Golden“. Diese richten sich gezielt gegen Passkeys, die im Google Password Manager innerhalb des Chrome-Browsers auf Windows-Systemen mit einem Trusted Platform Module (TPM) verwaltet werden.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der „Golden“-Variante. Nach Angaben der Forscher ist es bei diesem Verfahren möglich, ein 32-Byte großes „Security Domain Secret“ aus dem Chrome-Speicher zu extrahieren. Mit diesem Geheimnis lassen sich sĂ€mtliche synchronisierten Passkeys entschlĂŒsseln. Ein kritischer Aspekt dieser Schwachstelle ist das Fehlen eines Rotationsmechanismus fĂŒr das betroffene Sicherheitsmerkmal. Google reagierte auf den Bericht, indem das entsprechende Geheimnis aus den Protokolldateien entfernt wurde. Zudem schloss das Unternehmen eBay im gleichen Kontext eine bestehende ValidierungslĂŒcke. FĂŒr die bei Google identifizierten Schwachstellen wurde jedoch keine spezifische CVE-Nummer vergeben.

Fokus auf kompromittierte GerÀte und Betriebssystem-Berechtigungen

Die Experten von Unit 42 betonten, dass diese Angriffe eine bereits auf dem ZielgerĂ€t vorhandene Malware voraussetzen. Bis zum 10. August 2026 konnten laut den Analysten keine aktiven Ausnutzungen der „Pass-ta-key“-Angriffe in freier Wildbahn beobachtet werden. Dennoch verdeutlichen die Erkenntnisse eine konzeptionelle Herausforderung: WĂ€hrend Passkeys effektiv vor Phishing schĂŒtzen, bieten sie keinen vollstĂ€ndigen Schutz, wenn das zugrunde liegende GerĂ€t bereits infiziert ist.

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Ein wesentlicher Faktor unter Windows ist, dass Anwendungen hĂ€ufig mit umfassenden Berechtigungen ausgefĂŒhrt werden. Dies kann es Schadsoftware ermöglichen, auf Passkey-Daten zuzugreifen. Zudem weisen Branchenbeobachter darauf hin, dass die FIDO2-Spezifikationen keine obligatorische Speicherung im TPM vorschreiben, weshalb die meisten Plattformen Passkeys lokal sichern.

Weitere Forschungsergebnisse auf Branchenkonferenzen

Das Thema der Passkey-Sicherheit stand auch im Zentrum internationaler Sicherheitskonferenzen im August 2026. Auf der Black Hat USA prĂ€sentierte Michael Grafnetter ĂŒber 20 verschiedene Techniken, die Auswirkungen auf Windows 11, Microsoft Entra ID sowie gĂ€ngige Browser haben. Bereits im Juli hatte Microsoft mit einem Update auf eine Schwachstelle reagiert und den Protokollierungsfehler CVE-2026-34348 behoben.

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Parallel dazu wurden auf dem USENIX Security Symposium Forschungsergebnisse der Cornell University vorgestellt. Eine Studie mit 31 Teilnehmern untersuchte die Auswirkungen der Technologie im Kontext von hÀuslicher Gewalt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Mehrheit der Betroffenen Schwierigkeiten hatte, unbefugte Logins durch Angreifer zu identifizieren oder fremde Passkeys aus ihren Konten zu entfernen.

Diese Entwicklungen unterstreichen, dass die Implementierung und Verwaltung von Passkeys trotz ihrer technologischen Vorteile gegenĂŒber klassischen Passwörtern weiterhin kontinuierliche Sicherheitsanpassungen erfordert, um auch gegen komplexe Bedrohungsszenarien und den Missbrauch von Zugriffsrechten bestehen zu können.

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