Passkey-Sicherheit: 31-Personen-Studie enthüllt kritische Lücken
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 17:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Untersuchung eines US-amerikanischen Forschungsteams der Cornell University kommt zu dem Ergebnis, dass die praktische Handhabung von Passkeys unter bestimmten Umständen gefährlicher sein kann als die Nutzung herkömmlicher Passwörter.
Die Wissenschaftler präsentierten ihre Erkenntnisse Mitte August auf dem 35. USENIX Security Symposium in Baltimore. Die Ergebnisse der Untersuchung, an der 31 Personen teilnahmen, zeichnen laut den Autoren ein düsteres Bild von der aktuellen Sicherheitssituation dieser Technologie im Alltagseinsatz.
Schwierigkeiten bei der Erkennung unbefugter Zugriffe
Im Zentrum der Studie standen die Autoren Alaa Daffalla, Nicola Dell und Thomas Ristenpart. Sie untersuchten, wie Endanwender mit der Verwaltung von Passkeys umgehen, die eigentlich als moderner und sicherer Ersatz für klassische Passwörter gelten. Die Ergebnisse verdeutlichen jedoch eine erhebliche Diskrepanz zwischen der theoretischen Sicherheit und der praktischen Anwendbarkeit.
Ein Hauptproblem liegt der Studie zufolge darin, dass die Mehrheit der 31 Teilnehmer nicht in der Lage war, einen von einem Angreifer hinterlegten Passkey zu erkennen.
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Da Passkeys kryptografische Schlüssel sind, die oft im Hintergrund verwaltet werden, fehlt vielen Nutzern die notwendige Übersicht oder das technische Verständnis, um Manipulationen an ihren Konten zu identifizieren. In Test-Szenarien scheiterten die Probanden überwiegend daran, unbefugt angelegte Schlüssel zu finden oder diese dauerhaft aus ihren Systemen zu entfernen.
Risiken im Kontext von Partnerschaftsgewalt
Besondere Brisanz erhält die Untersuchung durch den Fokus auf Fälle von Missbrauch und partnerschaftlicher Gewalt. Die Forscher warnten davor, dass Passkeys für Opfer in solchen Situationen ein erhöhtes Risiko darstellen könnten.
Während ein klassisches Passwort nach einem unbefugten Zugriff vergleichsweise einfach geändert werden kann, erweist sich die Bereinigung eines kompromittierten Kontos bei der Verwendung von Passkeys als deutlich komplexer.
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Wenn ein Angreifer, etwa ein eifersüchtiger Partner mit physischem Zugriff auf das Gerät, einen eigenen Passkey hinterlegt, bleibt dieser für den rechtmäßigen Besitzer oft unsichtbar. Da die Mehrheit der Studienteilnehmer daran scheiterte, solche fremden Zugriffsschlüssel zu löschen, bliebe der Zugang für den Angreifer dauerhaft bestehen, selbst wenn andere Sicherheitsmerkmale aktualisiert würden.
Herausforderungen für die künftige Implementierung
Die Forscher der Cornell University betonen mit ihrer Arbeit, dass die bloße Einführung einer technisch überlegenen Authentifizierungsmethode nicht automatisch zu mehr Sicherheit führt, wenn die Benutzeroberflächen und Verwaltungsprozesse die Anwender überfordern.
Die beim USENIX Security Symposium in Baltimore vorgestellten Daten legen nahe, dass die Industrie nachbessern muss, um die Transparenz und Kontrollmöglichkeiten für Endnutzer zu erhöhen.
Obwohl Passkeys vor Phishing-Angriffen schützen können, da sie nicht wie Passwörter entwendet werden können, zeigt die Untersuchung der 31 Teilnehmer, dass neue Angriffsvektoren durch physischen Zugriff oder unzureichende Verwaltungstools entstehen.
Die Wissenschaftler fordern daher eine kritische Auseinandersetzung damit, wie Passkey-Systeme gestaltet sein müssen, um auch für technisch weniger versierte Personen und in sensiblen Lebenslagen einen echten Sicherheitsgewinn zu bieten.
