Passkey-Standard: 15 Milliarden Konten unterstützen passwortlose Anmeldung
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 21:27 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Google erweitert sein System für digitale Zugangsdaten grundlegend. Künftig sollen Passkeys und Passwörter nahtlos zwischen verschiedenen Diensten übertragbar sein.
Der Suchmaschinenriese hat im Rahmen der Android-Updates von Juni und Juli 2026 mehrere Neuerungen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die Portabilität von Zugangsdaten – ein lang gehegter Wunsch von Nutzern, die zwischen Passwort-Managern wechseln oder ihre Konten wiederherstellen müssen.
Schlüsselübergabe wird zum Standard
Mit der Implementierung des Credential Exchange Standards können Android-Nutzer Passwörter und Passkeys nun zwischen dem Google Password Manager und Drittanbieter-Diensten importieren und exportieren. Das soll die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern reduzieren.
Das Juni-Update brachte zudem neue Verwaltungstools für WhatsApp-Backups direkt in den Geräteeinstellungen sowie die KI-gestützte Suchfunktion "Ask Play" für den Play Store. Ein "Trusted Contributor Program" für App-Bewertungen soll die Qualität von Nutzerfeedback verbessern.
Android 17: Der große Umzug
Die kommende Version Android 17 wird ein verbessertes "Android Switch"-Tool enthalten. Es ermöglicht drahtlose Datenübertragungen per WLAN – ohne separate App. Übertragbar sind unter anderem:
- Passwörter und Passkeys
- WLAN-Zugangsdaten
- Startbildschirm-Layouts
- eSIMs
Zudem sollen sich Google-Konten auf neuen Geräten automatisch anmelden.
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15 Milliarden Konten setzen auf Passkeys
Die Verbreitung der passwortlosen Technologie nimmt rasant zu. Laut FIDO Alliance unterstützen inzwischen über 15 Milliarden Konten Passkeys. Weltweit wurden mehr als 5 Milliarden Authentifizierungen mit der Technologie durchgeführt. Google selbst verzeichnet über 400 Millionen Konten, die Passkeys nutzen – mit mehr als einer Milliarde Authentifizierungen.
Doch es bleiben Baustellen: Die Kontowiederherstellung und die eingeschränkte Portabilität zwischen Betriebssystemen bereiten weiterhin Probleme. Auch Apple hat mit iOS 26 reagiert und ermöglicht nun plattformübergreifenden Passkey-Import und -Export.
Google Wallet wird intelligenter
Eine Neugestaltung von Google Wallet bringt dynamischen Schnellzugriff auf Favoriten und eine zeitgesteuerte Startseite, die etwa Fluginformationen oder Veranstaltungstickets hervorhebt. Neue Funktionen umfassen eine API für digitale Belege und die Möglichkeit, digitale IDs mit externen Partnern wie Uber und Intuit zu verifizieren. Getestet wird zudem die Verwaltung von Pässen und Belegen direkt aus Gmail.
Bei der Datensicherung hat Google neue Schalter für SMS-, MMS- und RCS-Backups in den Android-Einstellungen eingeführt. Diese Backups werden nun auf das Google-Kontospeicher-Kontingent angerechnet. Ein Feature zum Sichern lokaler Dokumente auf Google Drive wird über Google Play Services Version 26.25 ausgerollt.
Gefahr beim Passkey-Einrichten
IT-Sicherheitsverantwortliche, die bereits Vishing-Angriffe auf Passkey-Registrierungen beobachten, brauchen jetzt einen klaren Notfallplan – bevor die Gruppe O-UNC-066 (Pink) gezielt Ihre Konten angreift. Dieser Leitfaden liefert konkrete Abwehrmaßnahmen und Wiederherstellungsstrategien. Vishing-Notfallplan jetzt sichern
Die wachsende Verbreitung von Passkeys lockt auch Kriminelle an. Seit April 2026 führt die als O-UNC-066 (Pink) bekannte Gruppe gezielte Vishing-Angriffe (Sprachanrufe) durch. Die Täter geben sich als IT-Support aus und tricksen Nutzer aus, einen fremden FIDO2-Passkey auf ihren Firmenkonten zu registrieren.
Betroffen sind sechs Hauptbranchen, darunter Technologie, Gesundheitswesen, Luftfahrt und die Automobilindustrie. Nach einer Kompromittierung versuchen die Angreifer meist, Daten zu erpressen – oft mit einer Frist von 72 Stunden.
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