Patch-Day-Rekord, Microsoft

Patch-Day-Rekord: Microsoft schließt 570 Sicherheitslücken am 14. Juli

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 04:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft stellt Updates für die Store-Version von Office 365 ein. Apple-Nutzer älterer Geräte erhalten nur noch eingeschränkte Funktionen.

Microsoft 365 Store-Version: Ende des Supports ab 2027
Microsoft 365-Logo, fragmentiert, mit abstrakten Datenströmen und Binärcode im Hintergrund, symbolisiert Ende des Supports. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Schritt betrifft Nutzer von Windows 10 und Windows 11 gleichermaßen und ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung des Software-Riesen, die auch Apple-Nutzer und die Sicherheitslandschaft betrifft.

Aus für die Store-Version – was bedeutet das?

Wer Microsoft 365 über den Microsoft Store bezogen hat, muss sich auf das Ende der Aktualisierungen einstellen. Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 bleiben Sicherheitspatches und Funktionsupdates für diese Version aus. Betroffen sind sowohl Windows 10- als auch Windows 11-Anwender. Die klassische, direkt von Microsoft heruntergeladene Version ist von der Einstellung nicht betroffen.

Apple-Nutzer unter Druck: Degradierter Modus ab Juli

Bereits Anfang der Woche zog Microsoft die Daumenschrauben für Apple-Anwender an. Seit dem 13. Juli 2026 laufen Microsoft 365, Office 2021 und Office 2019 auf älteren Apple-Geräten nur noch im sogenannten „Degraded Mode". Die Botschaft ist klar: Wer auf dem Mac, iPhone oder iPad weiterhin volle Funktionalität haben will, muss mindestens macOS 12 oder iOS 17 installiert haben.

Die Konsequenz für Besitzer älterer Hardware: Sie können Dokumente zwar noch öffnen und ausdrucken – aber nicht mehr bearbeiten oder neu erstellen. Ein herber Rückschlag für alle, die auf ihre altgedienten Apple-Geräte angewiesen sind.

Rekordverdächtiger Patch-Day: 570 Sicherheitslücken geschlossen

Am 14. Juli 2026 veröffentlichte Microsoft ein Sicherheitsupdate der Superlative. Mit über 570 geschlossenen Schwachstellen stellte der Juli-Patch-Day alle bisherigen Rekorde in den Schatten. Branchenbeobachter führen die außergewöhnlich hohe Zahl teilweise auf den Einsatz von KI-gestützter Fehlersuche zurück.

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Besonders brisant: Zwei der entdeckten Lücken wurden bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt. Die wohl kritischste Schwachstelle trägt die Kennung CVE-2026-56164 und betrifft SharePoint Server. Ein fehlender Authentifizierungsmechanismus ermöglichte Angreifern die Ausweitung ihrer Zugriffsrechte. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat eine dringende Warnung an Administratoren herausgegeben.

Weitere kritische Lücken im Überblick

  • Excel-Schwachstellen: Zwei als hochriskant eingestufte Lücken (CVE-2026-55949 und CVE-2026-55125) ermöglichten die Ausführung von Schadcode aus der Ferne. Beide erhielten einen CVSS-Score von 7,8.
  • Exchange Server: Für Geschäftskunden im ESU-Programm wurden Updates für Exchange Server 2016 und 2019 bereitgestellt, die eine schwerwiegende Sicherheitslücke schließen.
  • Office-Suite: Eine Schwachstelle (CVE-2026-55042) hätte durch manipulierte Dokumente zum Datenleck führen können.

Windows 10 lebt weiter – mit Einschränkungen

Während die Store-Version von Microsoft 365 ausläuft, erhalten Windows-10-Nutzer weiterhin Unterstützung – zumindest jene, die am ESU-Programm (Extended Security Update) teilnehmen. Das aktuelle Update KB5099539 bringt unter anderem SHA-2-Zertifikatsunterstützung für das Remote Desktop Protocol und Fehlerbehebungen für den Datei-Explorer. Der ESU-Support für Windows 10 läuft voraussichtlich bis zum 12. Oktober 2027.

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Windows 11: Neue Funktionen und weniger Werbung

Das Juli-Update für Windows 11 (KB5101650) hält einige Neuerungen bereit. Die Widgets-Leiste startet künftig standardmäßig stummgeschaltet – eine Reaktion auf Nutzerkritik. Zudem können Anwender Updates nun bis zu 35 Tage pausieren. Eine neue „Point-in-Time"-Wiederherstellungsfunktion soll das Zurücksetzen des Systems erleichtern. Und eine gute Nachricht für alle, die sich an Bing-Werbung im Startmenü gestört haben: Microsoft hat die Anzeigen entfernt.

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