Patentstreit: JAKA verklagt Teradyne wegen Geschäftsschädigung
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Branche für kollaborative Robotik hat sich ein weitreichender Rechtsstreit zwischen zwei führenden Marktakteuren entwickelt. Am 2. September 2026 hat JAKA Robotics rechtliche Schritte gegen Teradyne Robotics, die Muttergesellschaft von Universal Robots, eingeleitet. Das Unternehmen beantragte eine einstweilige Verfügung und wirft dem Konkurrenten vor, falsche, irreführende und geschäftsschädigende Aussagen verbreitet zu haben.
Patentstreit vor dem Einheitlichen Patentgericht
Hintergrund der rechtlichen Auseinandersetzung ist eine Patentverletzungsklage, die Teradyne Robotics beim Einheitlichen Patentgericht (UPC) in Kopenhagen eingereicht hat. Diese Klage richtet sich gegen die deutsche Tochtergesellschaft von JAKA Robotics. Nach Angaben von Teradyne betreffen die fraglichen Patente sowohl Software- als auch Hardwarekomponenten für kollaborative Roboterarme.
Am 2. September 2026 erklärte JAKA Robotics, dass dem Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt weder eine direkte Kommunikation noch formelle Gerichtsdokumente von Teradyne zugegangen seien.
Teradyne Robotics bestätigte am selben Tag die Einreichung der Klage in Kopenhagen und gab an, dass JAKA die entsprechenden Unterlagen in Kürze erhalten werde. Jean-Pierre Hathout von Teradyne Robotics betonte in diesem Zusammenhang die Absicht des Unternehmens, Patente konsequent gegen unrechtmäßige Nachahmungen durchzusetzen.
JAKA verweist auf technologische Eigenständigkeit
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JAKA Robotics wies die Vorwürfe von Teradyne am 2. September 2026 entschieden zurück. Das Unternehmen forderte eine Klärung der Sachverhalte auf Basis von Fakten. Zur Untermauerung der eigenen Position verwies JAKA darauf, dass das Unternehmen über mehr als 300 erteilte Patente verfüge. Zudem habe man zwei sogenannte Freedom-to-Operate-Analysen in Auftrag gegeben, um die rechtliche Sicherheit der eigenen Technologien zu untermauern.
In einer offiziellen Stellungnahme unterstrich JAKA Robotics, dass der weltweite Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiterlaufe. Das Unternehmen betonte, geistiges Eigentum zu respektieren und die eigene Marktposition auf eigenständiger Innovation aufzubauen. Laut Daten des Marktforschungsinstituts MIR hielt JAKA im Jahr 2025 einen Marktanteil von rund 11 % und belegte damit weltweit den zweiten Platz im Segment der kollaborativen Roboter.
Zunehmende juristische Konflikte im Cobot-Sektor
Die Auseinandersetzung zwischen JAKA und Teradyne ist nicht der einzige Fall dieser Art im laufenden Jahr. Für Teradyne Robotics markiert das Verfahren in Kopenhagen bereits den zweiten Fall zum Schutz geistigen Eigentums in Europa im Jahr 2026. Zuvor war das Unternehmen in Deutschland bereits gerichtlich gegen Elite Robots vorgegangen.
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Branchenbeobachter werten die aktuelle Eskalation als Zeichen eines verschärften Wettbewerbs im Markt für Automatisierungslösungen. Während Teradyne auf die Durchsetzung etablierter Patentrechte setzt, pocht JAKA auf die Validität des eigenen Portfolios und reagiert mit juristischen Gegenmaßnahmen auf die öffentliche Kommunikation des Wettbewerbers. Eine Entscheidung über den Antrag auf einstweilige Verfügung durch JAKA sowie der weitere Verlauf der Patentklage in Kopenhagen stehen noch aus.
