pAVK-Diagnose: Knöchel-Arm-Index unter 0,90 weist auf Gefäßverschluss hin
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) bleibt im Anfangsstadium häufig unentdeckt, da sie über längere Zeiträume ohne sichtbare Beschwerden verlaufen kann. Fachbeiträge erläutern die klinische Symptomatik sowie die notwendigen Testverfahren, um die Gefäßerkrankung frühzeitig zu identifizieren und schwerwiegende Verläufe zu verhindern.
Meist liegt der Erkrankung eine Atherosklerose mit Fettablagerungen in den Beinarterien zugrunde. Als maßgeblicher Risikofaktor gilt das Rauchen, gefolgt von Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten sowie fortgeschrittenem Alter.
Typische Warnzeichen und klinische Einordnung
Als klassisches Frühzeichen gilt die Claudicatio intermittens. Betroffene verspüren belastungsabhängige Schmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß, die durch verengte oder blockierte Beinarterien entstehen und typischerweise nach etwa 10 Minuten Ruhepause abklingen.
Eine verringerte Gehstrecke sowie schlecht heilende Fußwunden weisen ebenfalls auf die Erkrankung hin. Unauffällige klinische Befunde schließen eine pAVK jedoch nicht aus, insbesondere wenn eine diabetische Neuropathie vorliegt oder die körperliche Aktivität bereits stark reduziert ist.
Nächtliche Ruheschmerzen in den Zehen oder im Vorfuß werden in Fachkreisen als dringlicher Befund bewertet. Bei einer kritischen Extremitätenischämie mit Ruheschmerzen, kalter, blasser oder verfärbter Haut und nicht heilenden Wunden ist eine sofortige ärztliche Vorstellung erforderlich; im britischen Gesundheitssystem wird in solchen Fällen der Kontakt über den Dienst 111 empfohlen.
Entwickelt sich eine akute Ischämie innerhalb von 2 Wochen oder treten plötzliche Schmerzen, Kälte, Blässe, Taubheit und Schwäche auf, handelt es sich um einen Notfall für den Rettungsdienst oder die Notaufnahme.
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Messverfahren und diagnostische Grenzwerte
Zur systematischen Erfassung der Durchblutung dient der Knöchel-Arm-Index (ABI beziehungsweise ABPI). Als Referenz für die Symptom- und Testbeschreibung dient unter anderem die ACC/AHA-Leitlinie 2024 von Gornik et al.
Demnach gilt ein ABI-Wert von ?0,90 als auffällig, während normale Werte im Bereich von 1,00 bis 1,40 liegen. Werte von über 1,40 deuten auf nicht komprimierbare Arterien hin. Ergänzend gilt ein Zehen-Arm-Index von ?0,70 als auffällig.
Andere Institutionen nutzen leicht abweichende Schwellenwerte: Der britische National Health Service wertet Werte von unter 1 als verdächtig, während NICE CKS einen Grenzwert von ?0,79 für das Vorliegen einer pAVK definiert. Routinemäßige Bluttests auf Cholesterin, Glukose und Nierenwerte können zwar das kardiovaskuläre Profil schärfen, einen arteriellen Verschluss in den Beinen jedoch nicht ausschließen.
Konservative und medikamentöse Therapieansätze
Die Behandlungsstrategie stützt sich auf Lebensstiländerungen und eine medikamentöse Einstellung. Neben einem konsequenten Rauchstopp empfiehlt NICE ein betreutes Gehtraining im Umfang von 2 Stunden pro Woche über einen Zeitraum von 3 Monaten.
Begleitend kommen Statine, Antihypertensiva sowie Thrombozytenhemmer wie ASS, Clopidogrel oder Rivaroxaban zum Einsatz. Zur Symptomlinderung kann Naftidrofuryloxalat über 3 bis 6 Monate verordnet werden. Reichen konservative Maßnahmen nicht aus, werden Angioplastien oder Bypass-Operationen erwogen.
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Als weitere medikamentöse Option steht der Phosphodiesterase-3-Inhibitor Cilostazol zur Verfügung. Die Substanz hemmt die Blutplättchenaggregation und führt über eine Erhöhung des Botenstoffs cAMP zu einer Gefäßerweiterung. Die übliche Dosierung beträgt 100 mg zweimal täglich nüchtern.
Die volle therapeutische Wirkung stellt sich nach einigen Wochen ein; zeigt sich nach 3 Monaten konsequenter Anwendung keine Besserung, wird ein Behandlungsabbruch erwogen. Als mögliche Nebenwirkungen gelten Kopfschmerzen, Durchfall und Bauchbeschwerden, selten auch kardiovaskuläre Probleme sowie Wechselwirkungen mit Begleitmedikationen.
