PayBox: MoonPay ermöglicht ChatGPT Finanztransaktionen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Krypto-Zahlungsdienstleister MoonPay hat mit der Einführung von PayBox eine neue Lösung für den Bereich des automatisierten Zahlungsverkehrs vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen nicht-verwahrten (non-custodial) Zahlungs-Vault, der speziell dafür konzipiert wurde, KI-Agenten wie ChatGPT und Claude die Durchführung von Finanztransaktionen zu ermöglichen.
Das System fungiert als Schnittstelle, über die Nutzer ihre KI-Anwendungen mittels eines maßgeschneiderten Konnektors anbinden können. Die künstliche Intelligenz bereitet dabei Transaktionen vor – etwa die Buchung von Flügen oder Einkäufe im Internet –, während die endgültige Freigabe durch den menschlichen Nutzer via Passkey erfolgt. CEO Ivan Soto-Wright positioniert das Unternehmen mit diesem Schritt im wachsenden Sektor des sogenannten Agentic Commerce.
Technologische Architektur und Sicherheitsstandards
Im Zentrum von PayBox steht eine Sicherheitsarchitektur, die auf Multi-Party Computation (MPC) und Trusted Execution Environments (TEEs) basiert. Durch diese Kombination soll sichergestellt werden, dass keine einzelne Partei unbefugten Zugriff auf die hinterlegten Gelder erhält. MoonPay greift dabei auf die Infrastruktur zur Schlüsselverwaltung von Sodot zurück. Dieses System, das MoonPay im Rahmen einer Übernahme am 29. April 2026 integrierte, sichert laut Unternehmensangaben Vermögenswerte von mehr als 50 Milliarden US-Dollar in über 10 Millionen Wallets ab.
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Zur Gewährleistung der Integrität wurde PayBox von den Sicherheitsfirmen Trail of Bits und der NCC Group geprüft. Die Plattform ist zudem nach dem Standard PCI DSS 4.0.1 zertifiziert. Regulatorisch stützt sich das Angebot auf bestehende Lizenzen, darunter die New Yorker BitLicense, ein Trust Charter sowie die Einhaltung der europäischen MiCA-Richtlinien.
Interoperabilität und unterstützte Protokolle
Die neue Lösung zeichnet sich durch eine breite technologische Kompatibilität aus. PayBox unterstützt neben Solana diverse EVM-Blockchains, darunter Ethereum, Hyperliquid, Tempo, Base, Arbitrum und Polygon sowie die Robinhood Chain. Für die Abwicklung von Kartenzahlungen wurde zudem das Agentic-Commerce-Protokoll von Visa integriert.
Ein wesentlicher Bestandteil der Infrastruktur ist die Einbindung des x402-Zahlungsstandards. Dieses Protokoll, das ursprünglich von Coinbase initiiert wurde und mittlerweile von der Linux Foundation verwaltet wird, verzeichnete in den letzten 30 Tagen ein Volumen von 12,7 Millionen Transaktionen. Über das gesamte x402-Ökosystem hinweg wurden zuletzt 75,41 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtwert von 24,24 Millionen US-Dollar registriert.
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Betriebsmodi und Marktzusammenhang
Nutzer können PayBox in zwei verschiedenen Modi betreiben: "Always Ask" erfordert für jede einzelne Transaktion eine manuelle Bestätigung, während der Modus "Autonomous" einen höheren Automatisierungsgrad erlaubt. Für die Einzahlung von Mitteln stehen klassische Wege wie Debitkarten und Bankkonten sowie digitale Dienste wie Apple Pay und PayPal zur Verfügung.
Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund eines dynamischen Marktes für KI-gestützte On-Chain-Aktivitäten. Marktdaten für das erste Quartal 2026 wiesen bereits 340.000 Wallets aus, die explizit KI-Agenten zugeordnet wurden. Zudem orientiert sich PayBox am Open Wallet Standard, einer im März 2026 unter MIT-Lizenz veröffentlichten Initiative, die von Branchengrößen wie PayPal, Circle und der Ethereum Foundation unterstützt wird.
MoonPay plant, das Angebot innerhalb eines Monats um zusätzliche KI-Plattformen und Funktionen aus dem Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) zu erweitern. Dazu sollen unter anderem Token-Swaps, Perpetual-Kontrakte und Liquiditätslösungen gehören. Die technische Basis der Plattform ist über die Domain paybox.sh erreichbar. Integrationen bestehen bereits mit Partnern wie AgentRes.dev, Purch.xyz und BRIJ.fi.
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