PayPal, Amazon

PayPal auf Amazon: Ratenzahlung bis 48 Monate ab August

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal führt Ratenkauf bei Amazon ein, bietet Laufzeiten bis 48 Monate und übertrifft mit Quartalszahlen die Analystenerwartungen.

PayPal Ratenkauf bei Amazon: Neue Option mit bis zu 48 Monaten Laufzeit
Ein Laptop-Bildschirm zeigt einen digitalen Bezahlvorgang, Symbol für moderne E-Commerce-Zahlungsintegration. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister PayPal bringt seinen Ratenkauf zu Amazon – und lockt mit Laufzeiten bis zu 48 Monaten.

Ab August 2026 können Kunden auf Amazon.de und in der Amazon-App die „PayPal Ratenzahlung“ nutzen. Das gaben die beiden Unternehmen am heutigen Dienstag bekannt. Mehr als 40 Millionen PayPal-Nutzer in der Region profitieren dann von der neuen Option.

Flexible Finanzierung für große und kleine Einkäufe

Die Bestellwerte können zwischen 30 und maximal 10.000 Euro liegen. Standardmäßig bietet PayPal Laufzeiten von 3, 6, 12 oder 24 Monaten an. Exklusiv für Amazon-Kunden kommen nun auch 36 und 48 Monate hinzu. Das dürfte besonders bei größeren Anschaffungen wie Elektronik oder Möbeln interessant sein.

Der effektive Jahreszins liegt bei 11,49 Prozent. Für ausgewählte Aktionsprodukte gibt es sogar eine Null-Prozent-Finanzierung. Kunden verwalten ihre Raten direkt über die PayPal-App – inklusive der Möglichkeit, Sonderzahlungen oder vorzeitige Rückzahlungen ohne Aufpreis zu leisten.

„Wir bieten Verbrauchern mehr Wahlfreiheit bei der Budgetplanung“, erklärte die PayPal-Führung für die DACH-Region. Auch Amazon betonte, dass die neue Option auf direkte Kundenwünsche reagiere.

Solide Quartalszahlen trotz Margendruck

Die Ankündigung fällt mit den aktuellen Geschäftszahlen von PayPal zusammen. Für das zweite Quartal 2026 meldete der Konzern einen Umsatz von umgerechnet rund 7,9 Milliarden Euro – ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um zehn Prozent auf umgerechnet rund 443 Milliarden Euro.

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Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 1,38 Dollar über den Erwartungen der Analysten (1,28 Dollar). Allerdings schrumpfte die operative Marge auf 17,4 Prozent. Grund dafür sind laut Unternehmen veränderte Geschäftsstrukturen. PayPal hob dennoch die Jahresprognose an: Für 2026 wird nun ein Gewinn von rund 5,38 Dollar pro Aktie erwartet.

Milliarden-Übernahmeangebot und Konzernumbau

CEO Enrique Lores, seit Anfang des Jahres im Amt, treibt einen umfassenden Umbau voran. Bis Ende 2026 sollen Einsparungen von umgerechnet rund 365 Millionen Euro erreicht werden. Bis 2029 plant der Konzern die Modernisierung seiner Technologie – unter anderem durch Cloud-Migration und den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz.

Parallel dazu wehrt sich PayPal gegen ein Übernahmeangebot. Der Zahlungsdienstleister Stripe und der Finanzinvestor Advent International hatten gemeinsam umgerechnet rund 48,6 Milliarden Euro geboten – etwa 60,50 Dollar pro Aktie. Der Verwaltungsrat lehnte ab. Marktanalysten sehen den fairen Wert eher bei rund 70 Dollar pro Aktie.

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Lores betonte, der Vorstand prüfe Angebote, die „überlegenen Wert für Aktionäre“ schaffen. Bis 2027 sollen zudem drei Führungsebenen gestrichen werden, um die Organisation zu verschlanken.

Ratenkauf wird zum entscheidenden Faktor

Der Fokus auf flexible Bezahlmethoden ist kein Zufall. Eine aktuelle Studie von Morning Consult im Auftrag von PayPal zeigt: 57 Prozent der Eltern kaufen lieber bei Händlern, die Ratenzahlung anbieten. Für 53 Prozent beeinflusst dieses Angebot sogar die Wahl des Shops.

Mit der neuen Amazon-Integration dürfte PayPal seine Position im deutschsprachigen E-Commerce weiter ausbauen. Die Frage ist nur: Werden die Kunden die langen Laufzeiten von bis zu vier Jahren tatsächlich nutzen?

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