PayPal im Visier der FTC: Behörde prüft Gebühren und Käuferschutz
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:10 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer US-Zahlungsdienstleister PayPal steht im Fokus der Federal Trade Commission (FTC). Die US-Handelsbehörde hat eine Untersuchung der Finanzprodukte und -dienstleistungen des Unternehmens eingeleitet.
Im Zentrum der Prüfung steht die Frage, ob PayPal bei der Bewerbung, dem Marketing, dem Verkauf, der Ausgabe oder der Verwaltung von Gebühren sowie beim Käuferschutz für Finanzprodukte täuschende, unfaire oder rechtswidrige Praktiken anwendet. PayPal machte die behördlichen Ermittlungen am 27. Oktober 2026 in seinem Quartalsbericht (Form 10-Q) für das dritte Quartal öffentlich.
Dritte behördliche Auskunftsanordnung seit 2022
Wie das Unternehmen mitteilte, erhielt PayPal im September 2026 eine förmliche zivilrechtliche Auskunftsanordnung (Civil Investigative Demand, CID) von der FTC. Der Zahlungsdienstleister erklärte, mit der Behörde im Rahmen des Verfahrens zu kooperieren. Am 28. Oktober 2026 berichtete auch das Branchenmedium Law360 über die behördliche Überprüfung der Produkte, Marketingaktivitäten, Gebührenstrukturen und Käuferschutzmechanismen.
Für den Konzern ist es nicht der erste behördliche Vorstoß dieser Art. Bei dem Vorgang handelt es sich bereits um die dritte FTC-Auskunftsanordnung gegen PayPal seit 2022. Eine erste CID war im Februar 2022 ergangen, gefolgt von einer zweiten Anordnung im August 2025. Rückstellungen für Rechtsverfahren waren zum Stichtag am 30. September 2026 nach Unternehmensangaben nicht wesentlich. Ein potenzieller Verlust aus etwaigen nicht-monetären Maßnahmen lasse sich derzeit nicht schätzen.
Kennzahlen zum Käuferschutz und Quartalsergebnisse
Parallel zur Offenlegung der regulatorischen Prüfung legte PayPal die Bilanzzahlen für das dritte Quartal 2026 vor, das die drei Monate bis zum 30. September 2026 umfasst.
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Die Rückstellung für den Käuferschutz belief sich in diesem Zeitraum auf 328 Mio. US-Dollar, verglichen mit 397 Mio. US-Dollar im dritten Quartal 2025. Die realisierten Verluste lagen bei 394 Mio. US-Dollar nach 371 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum, während die Rückflüsse 62 Mio. US-Dollar betrugen (Vorjahr: 41 Mio. US-Dollar). Für die ersten neun Monate 2026 summierte sich die Käuferschutz-Rückstellung auf 927 Mio. US-Dollar, nach 1,058 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Die Erlöse aus sonstigen wertschöpfenden Diensten beliefen sich im dritten Quartal 2026 auf 873 Mio. US-Dollar, was einem Rückgang von 2 Prozent gegenüber den 895 Mio. US-Dollar des Vorjahresquartals entspricht.
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Die Zinsen auf Kundenguthaben beliefen sich dabei auf 289 Mio. US-Dollar nach 321 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Dagegen stiegen die Transaktionsumsätze im dritten Quartal um 3 Prozent auf 7,711 Mrd. US-Dollar.
Der gesamte Nettoumsatz des Quartals lag bei 8,584 Mrd. US-Dollar, nach 8,417 Mrd. US-Dollar im dritten Quartal 2025. Das Nettoeinkommen ging auf 1,073 Mrd. US-Dollar zurück (Vorjahr: 1,248 Mrd. US-Dollar), während das Betriebsergebnis 1,402 Mrd. US-Dollar erreichte (Vorjahr: 1,520 Mrd. US-Dollar). Das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 1,25 US-Dollar nach 1,30 US-Dollar im Vorjahresquartal.
In den ersten neun Monate 2026 erzielte PayPal einen Nettoumsatz von 25,619 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 24,496 Mrd. US-Dollar) und ein Nettoeinkommen von 3,290 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 3,796 Mrd. US-Dollar). Der operative Cashflow belief sich auf 4,709 Mrd. US-Dollar gegenüber 4,032 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Zudem wies PayPal Aktienrückkäufe von 4,553 Mrd. US-Dollar und Dividendenzahlungen von 370 Mio. US-Dollar aus. Zum 30. September 2026 betrugen die kurzfristigen Schulden 2,533 Mrd. US-Dollar und die langfristigen Verbindlichkeiten 10,939 Mrd. US-Dollar. Eine Kreditfazilität der Tochtergesellschaft Paidy über 90 Mrd. Yen (rund 572 Mio. US-Dollar) war voll gezogen; sie wird im Februar 2027 fällig.
