PayPal schlägt Erwartungen: 8,68 Mrd. Euro Umsatz und Prognose angehoben
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister PayPal hat im zweiten Quartal 2026 die Analystenerwartungen übertroffen und gleichzeitig die Jahresprognose angehoben. Das sorgt für neue Spekulationen um eine mögliche Übernahme.
Der US-Konzern erzielte einen Umsatz von 8,68 Milliarden Euro – ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit übertraf PayPal die Markterwartungen von 8,47 Milliarden Euro deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,38 Euro, während Analysten im Schnitt nur mit 1,28 Euro gerechnet hatten.
Starkes Zahlungsvolumen treibt Wachstum
Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um zehn Prozent auf umgerechnet rund 486 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelten sich die Venmo- und Braintree-Plattformen mit Zuwächsen im mittleren zweistelligen Bereich. Der Buy-Now-Pay-Later-Bereich (BNPL) legte sogar um 26 Prozent zu. Das klassische Checkout-Geschäft wuchs um zwei Prozent – das zweite Quartal in Folge mit positivem Trend.
Der Nettogewinn sank zwar um zwölf Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro, doch das lag vor allem an höheren Investitionen in die Restrukturierung. Die operative Marge fiel um 2,5 Prozentpunkte auf 17,4 Prozent.
Prognose angehoben – aber Dämpfer im dritten Quartal
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet PayPal nun einen bereinigten Gewinn von rund 5,38 Euro pro Aktie – eine Anhebung der bisherigen Prognose. Die Transaktionsmarge soll bei etwa 15,6 Milliarden Euro liegen. Allerdings rechnet das Management für das dritte Quartal mit einem leichten Rückgang des bereinigten Gewinns im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
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Übernahmekampf um den Zahlungsriesen
Die starken Zahlen kommen zu einem brisanten Zeitpunkt. Der Rivale Stripe und der Finanzinvestor Advent International hatten kürzlich ein gemeinsames Übernahmeangebot über 60,50 Euro je Aktie vorgelegt. Das bewertet PayPal mit rund 53 Milliarden Euro.
CEO Enrique Lores, der Anfang 2026 die Führung übernahm, ließ in der Telefonkonferenz durchblicken, dass der Vorstand das Angebot derzeit für zu niedrig hält. Man sei jedoch offen für Vorschläge, die den Aktionären einen „überlegenen Wert“ bieten. Die Botschaft ist klar: PayPal lässt sich nicht unter Wert verkaufen.
Mehrere Analysten sehen Spielraum nach oben. Die Investmentbank Cantor Fitzgerald taxiert den inneren Wert der einzelnen Geschäftsbereiche auf bis zu 70 Euro pro Aktie – eine Marke, die auch mehrere Aufsichtsratsmitglieder offenbar anpeilen. William Blair bezeichnete das Stripe-Angebot als „Schnäppchenversuch“ und verweist auf die gestärkte Verhandlungsposition durch die guten Quartalszahlen.
Sparkurs und KI-Offensive
Lores treibt einen umfassenden Umbau voran. Das Unternehmen will in den nächsten zwei bis drei Jahren 1,5 Milliarden Euro an jährlichen Einsparungen erzielen. Bis Ende 2026 sollen bereits 400 Millionen Euro realisiert sein. Dafür streicht PayPal drei Führungsebenen und verlagert Dienste in die Cloud.
Langfristig setzt der Konzern auf Künstliche Intelligenz. Bis 2029 soll KI in alle Prozesse integriert werden. Ab 2028 stehen zudem agentische Zahlungssysteme und digitale Identitätslösungen auf der Agenda – Bereiche, die als nächste Wachstumsstufe der Fintech-Branche gelten.
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Parallel stützt PayPal den Aktienkurs durch ein massives Rückkaufprogramm. Im zweiten Quartal wurden 33 Millionen eigene Aktien für 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft.
Analysten gespalten – Insider verkaufen
Die Finanzwelt reagiert verhalten optimistisch. Neun Analysten hoben nach den Zahlen ihre Kursziele an. KBW erhöhte auf 70 Euro mit Kaufempfehlung, RBC Capital auf 65 Euro. Goldman Sachs bleibt dagegen skeptisch und behält das Verkaufsrating bei – wenn auch mit leicht angehobenem Kursziel von 50 Euro. Der Durchschnitt der Analysten liegt bei einem Hold-Rating mit Kurszielen zwischen 54 und 56 Euro.
Verunsicherung lösen Insiderverkäufe aus. Bereits im Frühjahr hatten mehrere Führungskräfte Aktien abgestoßen – darunter der Finanzvorstand im April und weitere Manager im Juni. Die Verkäufe erfolgten im Rahmen vorgeplanter Handelsprogramme. Die institutionelle Beteiligung bleibt mit rund 68 Prozent aber hoch.
Die Börse reagierte positiv: Die PayPal-Aktie legte nach der Veröffentlichung um vier Prozent auf 58,32 Euro zu. Anleger setzen offenbar darauf, dass der Konzern entweder durch die Restrukturierung oder durch eine Übernahme zu deutlich höheren Kursen findet.
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