PayPal startet BNPL: Zwei Zahlungsmodelle für Österreich am 29. Mai
30.05.2026 - 08:42:22 | boerse-global.dePayPal hat am 29. Mai 2026 in Österreich zwei eigene „Buy Now, Pay Later“-Angebote (BNPL) gestartet. Die Expansion in den DACH-Raum erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit Führungswechsel und wachsendem Wettbewerbsdruck kämpft. Rund fünf Millionen Online-Shopper in Österreich könnten die neuen Dienste nutzen.
Zwei Zahlungsmodelle für unterschiedliche Bedürfnisse
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Die neue Produktpalette richtet sich an verschiedene Kaufbeträge. Die Option „Zahlung in 30 Tagen“ deckt Einkäufe zwischen 1 und 2.000 Euro ab. Sie bietet eine automatische Abbuchung sowie die Möglichkeit einer einmaligen kostenpflichtigen Verlängerung. Für größere Anschaffungen gibt es nun ein Ratenzahlungsmodell für Beträge zwischen 99 und 10.000 Euro. Die Laufzeiten reichen von 3 bis 24 Monaten – und das ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Carola Wahl, PayPal-Chefin für die DACH-Region, betont den doppelten Nutzen: „Verbraucher erhalten mehr finanzielle Flexibilität, Händler senken ihre Warenkorb-Abbruchraten.“ Beide Produkte sind durch den standardmäßigen Käuferschutz abgesichert. Basis ist eine aktive Nutzerbasis von über zwei Millionen PayPal-Kunden in Österreich.
Wachstum trotz Gegenwind
Das Kreditgeschäft von PayPal boomt – zumindest global. 2025 lag das weltweite BNPL-Volumen bei über 40 Milliarden Euro, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders während der Cyber Week 2025 verdoppelte sich die Nutzung von Ratenkauf-Optionen im Jahresvergleich.
Doch die Schattenseiten sind nicht zu übersehen. Apple Pay überholte PayPal 2025 als dominierende Bezahloption. Im ersten Quartal 2026 wuchs das klassische Checkout-Geschäft nur noch um magere zwei Prozent. Die Aktie des Zahlungsdienstleisters verlor in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent an Wert, über fünf Jahre sogar etwa 80 Prozent.
Die Krise führte im Februar 2026 zum Chefwechsel: Enrique Lores, ehemals HP, löste Alex Chriss ab. Unter der neuen Führung forciert PayPal auch sein Digitalwährungsgeschäft. Der hauseigene Stablecoin PayPal USD (PYUSD) ist mittlerweile in 70 Märkten verfügbar – zuletzt startete das Angebot am 26. Mai 2026 in Uganda für grenzüberschreitende Zahlungen.
Wettbewerb wird härter
Während PayPal sein BNPL-Angebot ausbaut, mehren sich Vorwürfe unfairen Wettbewerbs. Branchenberichten zufolge soll das Unternehmen Partner wie Shopify-App-Entwickler und BigCommerce unter Druck setzen, den eigenen „Fastlane“-Checkout gegenüber Konkurrenzprodukten wie Stripe Link zu bevorzugen. Beide Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück – Beobachter rechnen jedoch mit einer Zuspitzung im dritten Quartal 2026.
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Gleichzeitig formiert sich europäische Konkurrenz. Am 29. Mai 2026 übernahm das Zahlungsnetzwerk TrueLayer den niederländischen BNPL-Anbieter in3. TrueLayer-CEO Francesco Simoneschi spricht von einer „unabhängigen europäischen Alternative“ zu den traditionellen Kreditkartennetzwerken. Das Netzwerk bedient bereits über 25 Millionen Verbraucher in 22 Ländern mit einem jährlichen Zahlungsvolumen von über 150 Milliarden Euro. Weitere Kreditprodukte sind für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Kritische Stimmen zur Verschuldung
Trotz des Booms warnen Experten vor den Risiken. Daten der Schuldnerberatung Credit Counselling Society zeigen einen Anstieg der Hilfesuchenden um elf Prozent – eine Entwicklung, die teilweise auf die zunehmende Nutzung kurzfristiger Kreditprodukte zurückgeführt wird. Die Frage bleibt: Ist die neue Flexibilität für Verbraucher ein Segen oder eine wachsende Schuldenfalle?
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