PayPal-Übernahme, Stripe

PayPal-Übernahme: Stripe und Advent bieten 53 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stripe und Advent International bieten rund 53 Milliarden Euro für PayPal. Der Vorstand hält den Preis für zu niedrig, Analysten sehen hohe Deal-Chance.

PayPal-Übernahme: Stripe und Advent legen Milliarden-Angebot vor
Tablet mit Aktienmarkt-Diagrammen und Zahlungsdaten in einem professionellen Firmenkonferenzraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Übernahmegerüchte um den Zahlungsdienstleister PayPal verdichten sich. Ein Konsortium aus Stripe und Advent International hat ein Angebot vorgelegt – doch der PayPal-Vorstand zögert noch.

Die Spekulationen um die Zukunft von PayPal haben am Freitag neue Nahrung erhalten. Einem Bericht zufolge haben der Zahlungsabwickler Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent International ein vertrauliches Angebot über rund 53 Milliarden Euro (60,50 Dollar pro Aktie) vorgelegt. Das entspricht einem Aufschlag von 28 Prozent auf den damaligen Börsenkurs. Der PayPal-Vorstand hält das Angebot jedoch für zu niedrig – die Verhandlungen laufen.

Analysten sehen hohe Wahrscheinlichkeit für Deal

Die Investmentbank Truist Securities hat die PayPal-Aktie daraufhin von „Verkaufen" auf „Halten" hochgestuft und das Kursziel von 44 auf 57 Dollar angehoben. Analyst Matthew Coad rechnet mit einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass ein Deal bei etwa 62 Dollar pro Aktie zustande kommt. „Das Interesse von Stripe wirkt authentisch", so Coad. „Es hat den Kurs bereits um rund 45 Prozent steigen lassen."

Die Aktie notierte am Freitag bei etwa 56 Dollar – deutlich über dem durchschnittlichen Analystenziel von 50,76 Dollar. Technische Analysten sehen eine Unterstützung bei 55 Dollar und einen Widerstand bei 56 Dollar.

Finanzierung steht – doch der Preis ist der Knackpunkt

Die Finanzierung des Deals scheint gesichert: Stripe und Advent haben Berichten zufolge rund 50 Milliarden Dollar an verbindlichen Kreditzusagen erhalten. Die beiden Partner würden als gleichberechtigte Eigentümer auftreten. Doch der Preis bleibt der entscheidende Hebel.

Für PayPal-Sprecher bleibt die Lage angespannt. Der Optionsmarkt preist bereits erhebliche Kursschwankungen vor den Quartalszahlen ein, die in den kommenden Tagen erwartet werden.

Strategische Bedeutung: Stablecoins als Schlüssel

Hinter dem Deal steckt mehr als nur Finanzspekulation. Eine Fusion von Stripe und PayPal würde einen dominanten Akteur im globalen Stablecoin-Geschäft schaffen. PayPal betreibt mit PYUSD bereits einen eigenen Stablecoin mit einer Marktkapitalisierung zwischen 2,7 und 2,85 Milliarden Dollar. Stripe wiederum hat über seine Tempo-Blockchain und die Bridge-Plattform stark in die Blockchain-Infrastruktur investiert – und erhielt dafür im Februar die bedingte Genehmigung der US-Bankenaufsicht OCC.

Die Konsolidierung könnte die Akzeptanz von Stablecoins beschleunigen, birgt aber auch Risiken für kleinere Wettbewerber. Parallel verhandelt Stripe offenbar über die Übernahme des KI-Modell-Marktplatzes OpenRouter für rund zehn Milliarden Dollar.

Anzeige

Während Giganten wie PayPal und Stripe den Markt konsolidieren, fragen sich viele Anleger, wie sie von dieser digitalen Finanzrevolution profitieren können. Dieser kostenlose Experten-Report enthüllt die größten Chancen bei Mobile Payment, Blockchain und Krypto. Fintech-Revolution: Kostenlosen Report jetzt herunterladen

PayPal: Starke Cashflows trotz Kursverlusten

Trotz zwischenzeitlicher Kursverluste in den Vorjahren bleibt PayPal ein Cash-Maschine: 2025 erwirtschaftete das Unternehmen 5,56 Milliarden Dollar freien Cashflow – Schätzungen gehen von bis zu 6,8 Milliarden Dollar jährlich aus. PayPal kauft aggressiv eigene Aktien zurück: Rund acht Prozent der ausstehenden Aktien wurden in den letzten zwölf Monaten eingezogen, sechs Milliarden Dollar flossen in Rückkäufe.

Auch institutionelle Investoren zeigen wieder mehr Interesse. Die PNC Financial Services Group stockte ihr PayPal-Engagement im ersten Quartal 2026 um 9,2 Prozent auf 376.292 Aktien auf. Caxton Associates eröffnete eine neue Position mit 67.664 Aktien im Wert von rund 3,06 Millionen Euro.

Anzeige

Unabhängig von Übernahmespekulationen bleibt die sichere Nutzung von Zahlungsdiensten für Millionen von Nutzern im Alltag entscheidend. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Startpaket Schritt für Schritt, wie Sie PayPal sicher einrichten und den Käuferschutz optimal nutzen. In 10 Minuten zum sicheren PayPal-Konto – Gratis-Anleitung

Ausblick: Quartalszahlen als nächster Test

Die Blicke richten sich nun auf die Q2-Zahlen, die in den kommenden Tagen erwartet werden. Analysten rechnen mit einem Gewinn pro Aktie von rund 1,28 Dollar bei einem Umsatz von 8,48 Milliarden Dollar. Entscheidend werden das Transaktionsvolumen, das Wachstum aktiver Konten und die Monetarisierung von Venmo sein.

Ob der Deal zustande kommt, dürfte auch davon abhängen, ob Stripe sein Angebot nachbessert. Der PayPal-Vorstand hat sich bislang bedeckt gehalten – doch die Zeichen stehen auf Verhandlung.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69868367 |