PayPal-Übernahme: Stripe und Advent erhöhen Gebot auf über 60 USD
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 02:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Zahlungsdienstleister PayPal Holdings befindet sich laut Medienberichten in Verhandlungen über einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Wie das Wall Street Journal berichtete, führt der Konzern Gespräche mit einem Konsortium, das aus dem Wettbewerber Stripe und dem Private-Equity-Unternehmen Advent International besteht. Die Verhandlungen markieren eine neue Phase in den Bemühungen um eine Konsolidierung innerhalb der Branche für digitale Zahlungen.
Ablehnung des vorherigen Angebots und neue Verhandlungsrunde
Bereits im Juli dieses Jahres legten Stripe und Advent International ein gemeinsames Angebot vor, um PayPal zu übernehmen. Die Offerte belief sich auf $60,50 je Aktie, was einer Gesamtbewertung von rund $53 Mrd. entsprach. Zum damaligen Zeitpunkt stellte dieser Preis einen Aufschlag von 28 % auf den Börsenkurs dar. Der Verwaltungsrat von PayPal lehnte diesen Vorschlag jedoch ab, da die Bewertung als zu niedrig erachtet wurde.
Aktuellen Informationen zufolge wurden die Gespräche nun wieder aufgenommen. Stripe erwäge Berichten zufolge ein höheres Gebot, um den Widerstand des PayPal-Managements zu überwinden. Die Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien werden als fortgeschritten beschrieben. Nach Bekanntwerden der erneuten Gespräche verzeichnete die PayPal-Aktie einen Kursanstieg von 1,8 %.
Strategische Neuausrichtung unter neuer Führung
Die Verkaufsgespräche fallen in eine Phase des personellen und strukturellen Umbruchs bei PayPal. Seit dem 1. März 2026 bekleidet Enrique Lores den Posten des Chief Executive Officer. Unter seiner Führung hat das Unternehmen Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet, die unter anderem einen Stellenabbau von 20 % vorsehen.
Trotz der internen Umbaumaßnahmen bleibt PayPal mit rund 440 Mio. aktiven Konten im zweiten Quartal 2026 eine bedeutende Größe im Markt. Zum Ende des Jahres 2025 verzeichnete das Unternehmen 439 Mio. aktive Konten und wickelte ein Gesamtzahlungsvolumen (TPV) von rund $1,79 Billionen ab. Dabei wurden etwa 25,4 Mrd. Transaktionen durchgeführt.
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Der Nettoumsatz für das Geschäftsjahr 2025 lag bei $33,172 Mrd., während das Nettoeinkommen $5,233 Mrd. erreichte. Bemerkenswert ist dabei die internationale Ausrichtung: Rund 43 % des Umsatzes wurden außerhalb der USA generiert.
Marktbewertung und Wettbewerbsumfeld
Im Vergleich zu früheren Höchstständen hat PayPal an den Finanzmärkten deutlich an Boden verloren. Im Juli 2021 lag der Marktwert des Unternehmens noch bei über $340 Mrd., wobei einige Schätzungen den Spitzenwert sogar auf rund $360 Mrd. bezifferten. Die aktuelle Bewertung liegt damit mehr als 80 % unter diesen Rekordmarken.
Marktanalysten weisen darauf hin, dass die Aktie bei einem Kurs von $61,66 als unterbewertet gelten könnte, da der sogenannte GF Value mit $83,47 angegeben wird. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,66x liegt zudem deutlich unter dem Fünf-Jahres-Median von 17,81x.
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Der potenzielle Käufer Stripe hat sich ebenfalls stark am Markt positioniert. Für das Jahr 2025 wurde das Gesamtzahlungsvolumen von Stripe auf rund $1,9 Billionen geschätzt, womit es geringfügig über dem Volumen von PayPal im selben Zeitraum lag. Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen würde somit einen neuen Branchenriesen mit einem jährlichen Transaktionsvolumen von mehr als $3,7 Billionen schaffen.
Im zweiten Quartal 2026 konnte PayPal seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bereits um 5 % auf $8,68 Mrd. steigern. Ob die aktuelle Dynamik in den Verhandlungen mit Stripe und Advent International tatsächlich zu einem Abschluss führt oder ob der Verwaltungsrat auf eine noch höhere Bewertung pocht, bleibt abzuwarten.
