PayPal USD: Stablecoin startet nativ auf Polygon ab 9. Juli
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
PayPal startet seinen Dollar-Stablecoin nun direkt auf dem Polygon-Netzwerk – ein Schritt mit Signalwirkung für den europäischen Zahlungsverkehr.
Der Zahlungsriese hat die native Integration von PayPal USD (PYUSD) in die Polygon-Blockchain abgeschlossen. Seit dem 9. Juli 2026 ist der Stablecoin nicht mehr auf überbrückte Token angewiesen, sondern läuft direkt auf der Infrastruktur von Polygon. Das Ziel: grenzüberschreitende Zahlungen günstiger und schneller machen.
Was die Integration für Unternehmen bedeutet
Polygon wickelt täglich Stablecoin-Transaktionen im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro ab – insgesamt sogar über 2,6 Billionen Euro seit Bestehen. PayPal setzt genau hier an. Der Stablecoin, der von Paxos unter einer US-Treuhandlizenz emittiert wird und vollständig durch liquide Mittel gedeckt ist, soll internationale Überweisungen revolutionieren.
Die Kosten könnten drastisch sinken: Statt durchschnittlich 1,5 Prozent Gebühr wären Überweisungen für 0,3 Prozent möglich. Zum Vergleich: Deutsche Banken verlangen für klassische Auslandsüberweisungen oft zwischen ein und drei Prozent. Mit der Polygon-Integration reiht sich PayPal in eine Riege ein, zu der auch Revolut und Stripe gehören.
Die Marktkapitalisierung von PYUSD liegt Anfang Juli 2026 zwischen 2,8 und 3 Milliarden Euro. Im Juni belegte der Stablecoin mit einem monatlichen Volumen von rund 2,42 Milliarden Euro den dritten Platz unter den größten Stablecoins.
Börse reagiert verhalten positiv
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Die Aktie von PayPal (PYPL) legte am 10. Juli um 2,21 Prozent auf 46,32 Euro zu. Ein kleiner Hoffnungsschimmer nach einem schwierigen Jahr: Seit Januar liegt das Papier rund 22 Prozent im Minus.
Die jüngsten Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen. Mit 8,35 Milliarden Euro Umsatz (plus 7,2 Prozent) und einem Gewinn je Aktie von 1,34 Euro lag PayPal über den Prognosen. Das Unternehmen peilt zudem Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro auf Jahressicht an.
Die Analysten sind gespalten. Barclays bewertete die Aktie am 10. Juli neu, der Konsens von 45 Analysten lautet jedoch weiterhin "Halten". Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 53,91 Euro. Der nächste Quartalsbericht erscheint am 28. Juli 2026.
Wettbewerb und regulatorische Hürden
PayPal setzt auf seinen regulierten Status. Das Unternehmen ist dem European Payments Council beigetreten und bietet PYUSD in 70 Ländern an. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Noch 2026 soll OpenUSD starten – ein Stablecoin, der von einem Konsortium aus BNY, Visa, Mastercard und Stripe unterstützt wird.
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Die jüngsten Index-Umstellungen zeigen zudem ein gemischtes Bild. Ende Juni flog PayPal aus dem Russell Top 200 Index und landete im Russell Midcap Index. Institutionelle Anleger bleiben dennoch interessiert: Der Vanguard-Konzern hält 8,52 Prozent der Anteile, und selbst Michael Burry – bekannt aus "The Big Short" – hat seine Position zuletzt aufgestockt.
Doch die Risiken sind nicht zu unterschätzen. Mögliche Regulierungsverschärfungen für Stablecoins, Netzüberlastungen auf Blockchain-Plattformen und der massive Wettbewerb durch traditionelle Banken und Fintechs könnten PayPals Pläne durchkreuzen. Ob sich die Strategie auszahlt, wird sich zeigen – spätestens mit dem nächsten Quartalsbericht Ende Juli.
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