PayPal-Verkauf: Stripe und Advent verhandeln über 53-Mrd.-Deal
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 23:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister PayPal Holdings befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über einen möglichen Verkauf an ein Konsortium, bestehend aus dem Wettbewerber Stripe und der Beteiligungsgesellschaft Advent International.
Nachdem ein erstes Übernahmeangebot in Höhe von 60,50 US-Dollar pro Aktie, was einer Gesamtbewertung von rund 53 Milliarden US-Dollar entsprach, abgelehnt worden war, wurden die Verhandlungen nun mit dem Ziel einer höheren Bewertung wiederaufgenommen. Ein Abschluss der Transaktion gilt laut Branchenberichten innerhalb der nächsten Wochen als möglich.
Verhandlungen über Milliarden-Bewertung trotz Kursverlusten
Das ursprüngliche Angebot des Konsortiums beinhaltete eine Prämie von etwa 28 Prozent auf den damaligen Börsenkurs. Dennoch wies die PayPal-Führung die Offerte zurück, woraufhin Stripe ein höheres Gebot in Aussicht stellte. Die Marktreaktion auf die Nachricht fiel moderat aus; die PayPal-Aktie verzeichnete einen Zuwachs von 1,8 Prozent und notiert aktuell bei 61,66 US-Dollar.
Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund einer massiven Korrektur des Unternehmenswertes statt. Im Juli 2021 erreichte die Marktkapitalisierung von PayPal mit über 340 Milliarden US-Dollar einen historischen Höchststand, ist jedoch seither um mehr als 80 Prozent eingebrochen.
Finanzexperten weisen darauf hin, dass die Aktie basierend auf einem GF Value von 83,47 US-Dollar derzeit um etwa 26,1 Prozent unterbewertet sein könnte. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,66 liegt zudem deutlich unter dem Fünf-Jahres-Median von 17,81.
Restrukturierung unter CEO Enrique Lores
Die potenziellen Eigentümerwechsel fallen in eine Phase des personellen und strukturellen Umbruchs. Seit dem 1. März 2026 leitet Enrique Lores das Unternehmen als CEO. Er hat eine Restrukturierung in drei Geschäftseinheiten eingeleitet, die mit einem Stellenabbau von rund 20 Prozent der Belegschaft einhergeht.
Trotz dieser Einschnitte konnte PayPal im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 8,68 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr erzielen.
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Der Gewinn je Aktie belief sich auf 1,38 US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von Analysten, die mit 1,28 US-Dollar gegriffen hatten. Für das Gesamtjahr 2025 wies das Unternehmen einen Nettoumsatz von 33,172 Milliarden US-Dollar sowie einen Nettogewinn von 5,233 Milliarden US-Dollar aus.
Intensiver Wettbewerb mit Stripe und strategische Expansion
Die Dynamik zwischen den Verhandlungspartnern ist auch durch einen harten Wettbewerb am Markt geprägt. Stripe verarbeitet mittlerweile ein jährliches Transaktionsvolumen von rund 1,9 Billionen US-Dollar und übertrifft damit die Werte von PayPal, die für das Jahr 2025 bei 1,79 Billionen US-Dollar und 25,4 Milliarden Transaktionen lagen. Berichten zufolge versucht Stripe gezielt, Enterprise-Kunden von PayPal durch Preisnachlässe von 15 bis 20 Basispunkten für sich zu gewinnen.
PayPal reagiert darauf mit technischen Innovationen und Partnerschaften. Der Dienst „Fastlane“ ist seit dem zweiten Quartal 2026 auf mehr als 2.000 großen Unternehmens-Websites im Einsatz. Zudem verzeichnete die Tochtergesellschaft Venmo im zweiten Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von 93,81 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 14 Prozent entspricht.
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Seit Mitte August 2026 kann Venmo zudem über den Dienst Knot als Standard-Zahlungsmethode bei Händlern hinterlegt werden, womit erstmals eine digitale Wallet den Platz einer hinterlegten Kreditkarte übernimmt.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine internationale Präsenz voran. Durch eine Kooperation mit TenPay Global ermöglicht PayPal es US-Reisenden seit Kurzem, In-Store-Zahlungen bei Weixin-Pay-Händlern in China vorzunehmen. Während die Verhandlungen über die Zukunft des Konzerns anhalten, schüttet PayPal weiterhin eine vierteljährliche Dividende von 0,14 US-Dollar an seine Aktionäre aus.
