PC Insights: Copilot diagnostiziert Fehler, verbraucht aber 791 MB
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat eine experimentelle Funktion namens PC Insights in seine Copilot-Anwendung integriert. Das Tool ermöglicht es Nutzern, per Sprachbefehl oder Texteingabe den Zustand ihres Systems abzufragen. Aktuell läuft der Test in den USA als opt-in Experiment. Die Idee: Statt durch kryptische Menüs zu navigieren, fragen Anwender einfach: „Warum ist mein Rechner so langsam?" – und Copilot liefert die Antwort.
Was PC Insights leistet
Die KI greift auf eine breite Palette von Systeminformationen zu. Dazu gehören Details zu CPU, RAM, GPU und Speicher, aber auch der Akkuzustand, die BIOS-Version sowie angeschlossene Peripheriegeräte wie Drucker, Webcams oder Bluetooth-Geräte. Copilot analysiert die Daten und schlägt konkrete Maßnahmen vor – etwa das Schließen von Hintergrundanwendungen oder das Freigeben von Speicherplatz.
Wichtig: Das Tool arbeitet nur lesend. Es führt keine automatischen Reparaturen oder Konfigurationsänderungen durch. Jeder Zugriff erfordert eine explizite Zustimmung des Nutzers – entweder einmalig oder über eine dauerhafte Einstellung. Microsoft betont zudem, dass persönliche Dateien weder gespeichert noch für das Training der KI-Modelle verwendet werden.
Der Haken: Copilot frisst selbst Ressourcen
Hier liegt die Ironie: Während PC Insights helfen soll, Leistungsprobleme zu beheben, ist die Copilot-App selbst ein Speicherfresser. Da die Anwendung auf der Edge-Webengine basiert, belegt sie im Leerlauf zwischen 500 MB und 1 GB RAM. In aktuellen Tests wurden rund 791 MB gemessen. Das könnte gerade auf älteren oder schwächer ausgestatteten Systemen zum Problem werden – also genau jenen, die von der Diagnose-Funktion am meisten profitieren würden.
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Microsoft räumt ein, dass die KI-generierten Antworten nicht garantiert fehlerfrei sind. Die Funktion richtet sich bewusst an Nicht-Experten, die einfache Erklärungen bevorzugen. Getestet wird sie im Rahmen des Windows Insider-Programms.
Sicherheitswarnung: Updates nicht aufschieben
Parallel zu den neuen Diagnose-Tools warnt Microsoft vor der zunehmenden Geschwindigkeit von Cyberangriffen. Jeremy Chapman, Director bei Microsoft 365, riet heute, Sicherheitsupdates nicht länger als drei Tage aufzuschieben. Der Grund: KI-gestützte Werkzeuge können Schwachstellen inzwischen innerhalb weniger Stunden nach ihrer Entdeckung ausnutzen. Das Zeitfenster für Patches schrumpft dramatisch.
Verbesserungen fĂĽr die Windows-Suche
Bereits gestern, am 13. Juli, führte Microsoft experimentelle Änderungen an der Windows-Suchleiste für Insider ein. Die überarbeitete Startseite wirkt aufgeräumter und verzichtet auf Werbeinhalte in den Webergebnissen. Zudem priorisiert die Suche jetzt lokale Dateien stärker, toleriert mehr Tippfehler bei der App-Suche und findet Dateien bereits mit zwei Zeichen.
Sicherheitsupdates müssen laut Microsoft innerhalb von 3 Tagen installiert sein – KI-gestützte Angriffe nutzen Schwachstellen in Stunden aus. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Updates verwalten und gleichzeitig Ihren RAM entlasten. Sicherheits-Guide jetzt sichern
Stabilitätsprobleme bleiben
Trotz aller Neuerungen kämpfen einige Nutzer weiterhin mit hardwarebezogenen Abstürzen. In Foren häufen sich Berichte über zufällige Neustarts und „Kernel-Power"-Fehler – selbst auf High-End-Systemen mit aktuellen Prozessoren und Grafikkarten. In manchen Fällen traten die Probleme sowohl unter Windows 10 als auch unter Windows 11 auf. Ein klares Zeichen dafür, wie komplex die Stabilität über verschiedene Hardware-Konfigurationen hinweg bleibt.
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