PC-Kühler bekommen Displays: Holografie und OLED-Technik im Trend
27.05.2026 - 01:30:06 | boerse-global.deHigh-End-PC-Kühler bekommen Displays, die weit über einfache Temperaturanzeigen hinausgehen. Gleich mehrere Hersteller präsentieren neue Modelle mit holografischen Effekten und gebogenen OLED-Bildschirmen.
Die Kühlung des Prozessors war lange eine rein funktionale Angelegenheit. Das ändert sich gerade grundlegend. Gleich mehrere Hardwarefirmen stellten am Montag und Dienstag dieser Woche neue All-in-One-Wasserkühlungen vor, die mit holografischen Technologien, gebogenen OLED-Panels und motorisierten Verstellsystemen aufwarten. Der Kühlblock entwickelt sich zum visuellen Herzstück des High-End-PCs.
Tryx setzt auf Holografie
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Der Hersteller Tryx bringt mit der Holo 360 eine AIO-Kühlung auf den Markt, deren Pumpendeckel ein holografisches Display integriert. Anders als herkömmliche LCD-Bildschirme nutzt das System einen Strahlteiler, der einen räumlichen Bildeffekt im Inneren des Gehäuses erzeugt. Die Auflösung beträgt 640x480 Pixel, der Betrachtungswinkel lässt sich um bis zu 60 Grad verstellen.
Technisch setzt Tryx auf eine Asetek-Pumpe mit Drehzahlen zwischen 800 und 2.800 U/min. Die Kühlleistung liegt bei 280 Watt TDP. Der 360-Millimeter-Radiator wird von drei 120-Millimeter-Lüftern mit SLF-Lagern bestückt, deren Ausfallwahrscheinlichkeit bei 50.000 Stunden MTBF liegt. Kompatibel ist der Kühler mit Intels LGA1851-, 1700-, 1200- und 115X-Sockeln sowie AMDs AM4 und AM5.
Der Preis für den chinesischen Markt liegt bei umgerechnet rund 135 Euro (999 RMB). Der Marktstart ist für Juni 2026 geplant. Versionen mit 240 und 280 Millimetern sollen folgen. Die Steuerung erfolgt über die Kanali-Plattform, die Giphy-Animationen und Echtzeit-Monitoring unterstützt. Ein OTA-Update soll später eine Audio-Reaktionsfunktion nachliefern.
Lian Li bringt motorisierten OLED-Bildschirm
Parallel zu Tryx präsentierte Lian Li am Montag den HydroShift II OLED Curved 360. Das Herzstück: ein 6,67 Zoll großer, gebogener OLED-Bildschirm mit einer Auflösung von 2288x1048 Pixeln und 500 Nits Helligkeit. Ein motorisiertes Zweiachsen-System erlaubt die Neigung des Displays um bis zu 45 Grad – gesteuert über die L-Connect-3-Software. Magnetische Pogo-Pin-Kontakte ermöglichen zudem einen werkzeuglosen Lüftertausch.
Drei Versionen stehen zur Wahl: Die TL-Variante mit 2.600-U/min-Lüftern kostet 310 Euro, die Performance-Version P28 mit 3.000 U/min liegt bei 275 Euro. Wer eigene Lüfter verwenden möchte, greift zur lüfterlosen Version für 255 Euro. Alle Modelle nutzen einen Turbopumpenmodus mit 2.800 U/min und einen schlanken 24-Millimeter-Radiator.
EINAREX und JONSBO erweitern das Angebot
Auch der Hersteller EINAREX mischt mit. Die neue ORBIT-Serie setzt auf ein rundes Display im Pumpendeckel, das CPU- und GPU-Temperaturen sowie Speicher- und Prozessorauslastung anzeigt. Basis ist die VERTEX-Plattform mit Kupferkühlplatte und 2.800 U/min Pumpendrehzahl. Die Kühler sind in 240 und 360 Millimetern sowie in Schwarz und Weiß erhältlich.
Parallel dazu präsentierte EINAREX die HALOX-Serie mit einer offenen Architektur: Der hohle Pumpendeckel nutzt mehrschichtige ARGB-Beleuchtung, die mit dem negativen Raum des Gehäuses interagiert. Ein reines Designerstück für Liebhaber aufwendiger Innenraumgestaltung.
JONSBO wiederum zeigte das D34 Micro-ATX-Gehäuse mit integriertem Hardware-Monitor an der Front. Das Gehäuse unterstützt moderne Back-Connect-Mainboards, die Kabel auf der Rückseite des Trays verstecken. Trotz des kompakten Formats passen Grafikkarten bis 333 Millimeter Länge und CPU-Kühler bis 165 Millimeter Höhe.
Ein neues Luxussegment entsteht
Die Entwicklung spiegelt einen reifen Markt wider: In puncto Kühlleistung haben sich die Top-Hersteller weitgehend angeglichen. Standardisierte Hochleistungspumpen von Asetek oder aus der VERTEX-Plattform arbeiten fast alle bei etwa 2.800 U/min. Die Differenzierung erfolgt zunehmend über die Optik.
Gemeinsamkeiten der neuen Modelle: Alle unterstützen aktuelle und kommende Sockel wie Intels LGA1851 und AMDs AM5. Die Lüfter setzen auf selbstschmierende oder fluiddynamische Lager mit MTBF-Werten von 50.000 Stunden und mehr. Und alle Hersteller bauen eigene Software-Ökosysteme auf, um die komplexe Synchronisation von Beleuchtung, Motoren und Videoinhalten zu steuern.
Die Preise klettern dabei in neue Höhen: Premium-Modelle kosten häufig über 300 Euro. Die Display-AIO hat sich als eigenständiges Luxussegment etabliert.
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Ausblick: Computex 2026 als nächster Meilenstein
Mit der Computex 2026 steht die nächste große Hardware-Messe bevor. Tryx hat bereits angedeutet, dort weitere Details zur internationalen Verfügbarkeit bekannt zu geben. Die Entwicklung hin zu holografischen und gebogenen Displays deutet darauf hin, dass die nächste PC-Generation stark auf dreidimensionale Effekte und motorisierte Automatisierung setzen wird.
Entscheidend für den Erfolg dieser Produkte wird die Software sein. Versprechen wie OTA-Updates für Audio-Reaktionsfunktionen machen deutlich: Die Langlebigkeit dieser Kühler hängt maßgeblich von der kontinuierlichen Unterstützung durch die Hersteller ab. Eines ist jedoch schon jetzt klar: Das PC-Innenleben wird zur digitalen Leinwand.
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