PC-Markt bricht um 4,9% ein: KI-Boom treibt Speicherpreise
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 06:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete der Markt den ersten Rückgang seit über zwei Jahren. Grund sind explodierende Speicherchip-Preise, die Hersteller und Kunden gleichermaßen unter Druck setzen.
Preisspirale dreht sich weiter
Die Zahlen sind ernüchternd: Laut IDC sanken die weltweiten PC-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Einheiten. Auch Omdia bestätigt den Trend mit einem Minus von 3,6 Prozent auf 65,7 Millionen Stück. Besonders betroffen war das Notebook-Segment mit einem Rückgang von 4,2 Prozent, während Desktop-Computer nur 1,3 Prozent verloren.
Doch trotz sinkender Stückzahlen steigen die Umsätze der Hersteller. Der Grund: Die Unternehmen geben die gestiegenen Produktionskosten direkt an die Kunden weiter. Hardware ist im Schnitt 20 bis 40 Prozent teurer als im Vorjahr. Und ein Ende ist nicht in Sicht – Analysten rechnen mit weiteren Preiserhöhungen bis 2027.
KI-Boom frisst Speicherkapazitäten
Der Haupttreiber der Krise ist eine massive Verknappung von DRAM- und NAND-Speicherchips. KI-Unternehmen kaufen die Komponenten in riesigen Mengen für ihre Rechenzentren auf. Für PC- und Smartphone-Hersteller bleibt kaum noch etwas übrig – zu deutlich höheren Preisen.
Besonders dramatisch trifft es den Mobilfunkmarkt. Experten erwarten, dass die Auslieferungen von Smartphones unter 400 Euro in diesem Jahr um mehr als 22 Prozent einbrechen. Der Grund: Speicher macht inzwischen rund 60 Prozent der Materialkosten bei Einsteigergeräten aus. Eine Entspannung wird frühestens Anfang 2028 erwartet.
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Apple trotzt dem Trend – andere Hersteller leiden
Die Performance der großen PC-Marken fiel im zweiten Quartal höchst unterschiedlich aus:
- Lenovo verteidigte mit 24,4 Prozent Marktanteil die Spitzenposition – trotz eines Rückgangs um 2,1 Prozent.
- HP verzeichnete einen Einbruch von 9 Prozent.
- Dell musste ein Minus von rund 5 Prozent hinnehmen.
- Asus blieb nahezu stabil mit einem marginalen Plus unter 1 Prozent.
- Apple hingegen legte um 10,1 bis 15,9 Prozent zu und erreichte einen Marktanteil von rund 10 Prozent.
Der Erfolg des MacBook Neo bescherte Apple dieses Wachstum. Doch auch der iPhone-Konzern bleibt von der Preisspirale nicht verschont: Das Einstiegs-MacBook kostet nun 700 statt 600 Euro, das MacBook Air liegt bei 1.300 Euro. Dennoch stiegen Apples Barreserven um 41 Prozent auf 68,5 Milliarden Euro.
Unternehmen verschieben Hardware-Käufe
Die steigenden Kosten und Lieferengpässe verändern auch das Verhalten von Geschäftskunden. Rund 53 Prozent der B2B-Händler berichten, dass ihre Kunden PC-Erneuerungen oder Hardware-Upgrades verschieben. Die geopolitische Unsicherheit tut ihr Übriges.
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Branchenbeobachter erwarten eine Konsolidierungswelle unter den Herstellern. Wer die anhaltende Versorgungskrise nicht übersteht, könnte vom Markt verschwinden. Für Verbraucher bedeutet das: Günstige Hardware wird auf absehbare Zeit Mangelware bleiben.
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