PC-Markt, Einbruch

PC-Markt im Einbruch: Auslieferungen sinken um 21 Prozent auf 57 Millionen

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Teurere Speicherkomponenten verteuern Rechner und bremsen den PC-Markt: Die weltweiten Auslieferungen sanken im dritten Quartal 2026.
Ein leeres, industrielles Lagerhaus mit hohen Metallregalen, die die gesunkene Nachfrage und rückläufige Bestände verdeutlichen. Illustration mit AI erstellt.

Stark gestiegene Preise für RAM- und SSD-Komponenten zwingen IT-Reseller und Endkunden derzeit zu einer grundlegenden Neubewertung ihrer Hardware-Investitionsstrategien. Wie Branchenberichte zeigen, treibt die rasant anziehende Teuerung bei zentralen Halbleiterkomponenten die Gesamtpreise von Rechnersystemen massiv in die Höhe.

Massive Preisaufschläge im Einzelhandel und Komponentenmarkt

Aktuelle Einzelhandelsangebote spiegeln die Entwicklung deutlich wider. So wurden für 32-GB-DDR5-Kits zuletzt Preise von 479,99 US-Dollar und 559,99 US-Dollar aufgerufen. Eine 1-TB-SSD von Samsung lag bei 239,99 US-Dollar, während ein Modell von SanDisk für 242,99 US-Dollar gelistet wurde.

Bei Grafikkarten reichten Angebote bis hin zu 5.499,99 US-Dollar für eine Nvidia RTX 5090. Auch der Tom's-Hardware-RAM-Preisindex wies Mitte Oktober 2026 für ein 32-GB-DDR5-6000-Kit rund 429 bis 450 US-Dollar aus.

Daten des Händlers Digitec Galaxus belegen den Trend: Zwischen Januar 2025 und Oktober 2026 stiegen die Preise für RAM-Kits im Mittel um 316 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Desktop-PCs verteuerten sich im selben Zeitraum um 31 Prozent, Notebooks um 16 Prozent.

Eine Analyse von Tweakers zu sechs Desktop-Referenzkonfigurationen ergab zwischen September 2025 und Oktober 2026 ein durchschnittliches Plus von 51 Prozent beziehungsweise 798 Euro. Allein der Arbeitsspeicher schlug dabei im Schnitt mit 368 Euro Teuerung zu Buche, während Grafikkarten um fast 250 Euro und SSDs um 200 Euro anzogen.

Einbruch bei weltweiten PC-Auslieferungen

Die Verteuerung bremst den Hardwaremarkt spürbar aus. Nach Erhebungen von Counterpoint Research gingen die weltweiten PC-Auslieferungen im dritten Quartal 2026 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 57 Millionen Einheiten zurück, im Vergleich zum Vorquartal betrug das Minus 13,8 Prozent.

Unter den großen Herstellern verzeichnete Lenovo ein Minus von 23 Prozent, Dell verlor 25 Prozent und HP brach um 31 Prozent ein. Apple registrierte einen Rückgang von 11 Prozent, während Asus 7 Prozent nachgab. Das Marktforschungsunternehmen IDC ermittelte für das dritte Quartal 2026 einen Rückgang von 20,1 Prozent im Jahresvergleich.

Anzeige

Wer angesichts hoher Hardware-Preise vor der Neuanschaffung zurückschreckt, kann bestehende Geräte oft noch länger nutzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt einen legalen Weg, wie Sie das moderne Windows 11 auch auf älteren PCs schnell und ohne Datenverlust installieren können. Upgrade-Anleitung für inkompatible PCs kostenlos herunterladen

Analysten von Counterpoint Research zufolge treiben die Komponentenpreise die Anschaffungskosten, weshalb Unternehmenskunden Ersatzbeschaffungen aufschieben oder auf Konfigurationen mit DDR4-Speicher und kleineren GPUs ausweichen.

Auch Omdia bezifferte den Auslieferungsrückgang im dritten Quartal 2026 auf 21,2 Prozent bei 58,1 Millionen Geräten. Omdia zufolge stiegen die Fertigungskosten für PCs um über 40 Prozent, wobei der Anteil von DRAM und SSDs an den Gesamtkosten von zuvor rund 15 Prozent auf fast 40 Prozent angewachsen ist.

Rechenzentren und KI-Boom binden Fertigungskapazitäten

Hauptursache für die Engpässe ist die massive Umschichtung von Produktionskapazitäten. Nach Branchenschätzungen banden KI-Rechenzentren im ersten Quartal 2026 rund 65 Prozent der globalen DRAM-Fertigung. Hersteller verlagern Kapazitäten vor allem auf HBM- und Server-Speicher.

Anzeige

Anstatt hunderte Euro für neue Hardware auszugeben, lässt sich die Lebensdauer vorhandener Rechner oft durch effiziente Software-Lösungen verlängern. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie das Upgrade auf Windows 11 ohne teure Aufrüstung in wenigen Minuten gelingt. Windows 11 ohne neue Hardware: Zum Gratis-Report

Laut Micron-Chef Sanjay Mehrotra sind mehr als 75 Prozent der eigenen Produktion für 2027 bereits vergeben. TrendForce erwartet für 2027 ein weiter sinkendes Angebot an PC-DRAM, da Samsung, SK hynix und Micron Data-Center-Produkte priorisieren. Neue Kapazitäten durch Fabrikneubauten seien erst ab 2029 zu erwarten.

Zusätzlicher Preisdruck entsteht auf Seiten der Prozessoren. TrendForce berichtete über Preisanhebungen bei Intel zum 1. September 2026 um bis zu 20 Prozent für bestimmte Panther-Lake-Produkte.

Qualcomm erhöhte die Preise für PC-Prozessoren der Reihen Snapdragon X und X2 Elite ab Oktober 2026 um rund 10 Prozent. Gartner-Analyst John-David Lovelock geht davon aus, dass die Speicherinflation weit über 2027 hinaus anhalten und die Nachfrage nach Rechnern und Mobilgeräten langfristig dämpfen wird.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70397172 |