PC-Preise: Anstieg verlangsamt sich auf 5% im Q3 2026
25.06.2026 - 01:06:43 | boerse-global.de
ASUS rechnet fĂĽr das dritte Quartal 2026 nur noch mit moderaten Anstiegen im einstelligen Prozentbereich.
Preisexplosion verlangsamt sich
Seit Ende 2025 sind die Preise für Personal Computer um rund 30 Prozent gestiegen. Nun zeichnet sich eine Entspannung ab. ASUS-General Manager Yi-Hsiang Liao erklärte, dass die Preise in Taiwan von Ende 2025 bis Mai 2026 deutlich angezogen hätten – die durchschnittlichen Verkaufspreise für Notebooks erreichten ein Zehnjahreshoch. Während die vergangenen drei Quartale noch zweistellige Zuwächse brachten, erwartet Liao für das dritte Quartal 2026 ein Plus von nur noch rund fünf Prozent.
Der Grund: Die Preise für zentrale Komponenten wie DRAM, SSDs und CPUs stabilisieren sich allmählich. Trotz der höheren Preisniveaus legte der PC-Umsatz von ASUS im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 25 Prozent zu.
Premium-Segment als Wachstumstreiber
Der Umsatzanstieg ist vor allem auf eine Verschiebung ins Hochpreissegment zurückzuführen. Premium-Produkte – darunter Gaming-Systeme, Business-Hardware und Copilot+-PCs – machen inzwischen 60 Prozent des ASUS-Umsatzes aus. Zwischen Januar und Mai 2026 hielt das Unternehmen zudem einen Anteil von 60 Prozent bei Windows-Notebook-Aktivierungen in Taiwan.
Doch die Entspannung am Gesamtmarkt täuscht nicht über anhaltende Engpässe hinweg. Valve brachte kürzlich seine Steam Machine zu einem höheren Preis als erwartet auf den Markt – 879 Pfund in Großbritannien und 1.049 Dollar in den USA. Grund seien gestiegene Kosten für Speicher und Arbeitsspeicher.
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DRAM-Krise trifft gesamte Branche
Valve-Vertreter betonten, dass das Unternehmen kaum Spielraum bei DRAM-Preisverhandlungen habe. Die Hersteller priorisieren derzeit die margenstarke Belieferung von KI-Rechenzentren. Als Folge liefert Valve einige Hardware-Konfigurationen mit Single-Channel-Speicherriegeln aus, um Kosten zu senken.
Branchenanalysten rechnen damit, dass die Speicherpreise bis 2028 um bis zu 50 Prozent pro Quartal steigen könnten. Die Angebotslücke bei CPUs wird sich voraussichtlich erst in der ersten Jahreshälfte 2027 schließen.
Rabatte auf Peripherie – aber Vorsicht bei Speichern
Um die hohen Kernkomponentenpreise auszugleichen, gewähren Händler und Board-Partner massive Rabatte auf Peripherie-Hardware. Hochwertige Mainboards wurden zuletzt um 40 bis 56 Prozent reduziert – etwa die Modelle Z890 und Z790, die teilweise über 200 Dollar günstiger sind. Ziel ist es, neue PC-Bauten anzukurbeln, die wegen teurer DDR5- und SSD-Module ins Stocken geraten waren.
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Doch die Entwarnung ist trügerisch. Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass die Kosten für DRAM und SSDs bis Ende 2026 noch um 130 Prozent steigen könnten. Die weltweiten PC-Auslieferungen dürften in diesem Jahr um zehn bis 15 Prozent zurückgehen, da Verbraucher sich auf das höhere Preisniveau einstellen.
Ratenzahlung statt Einmalkauf
ASUS reagiert auf die veränderten Marktbedingungen mit neuen Finanzierungsmodellen. Das Unternehmen hat seine Notebook-Abonnementdienste und Ratenzahlungspläne ausgeweitet. Die Zahl der Abonnenten stieg im Jahresvergleich um 70 Prozent – ein deutliches Zeichen dafür, wie sich das Kaufverhalten in Zeiten hoher Preise wandelt.
Aktuelle Rabattaktionen wie der Prime Day brachten unterdessen Preisnachlässe auf einzelne Speicherkomponenten. Die Samsung 990 Pro 2TB SSD war in dieser Woche besonders günstig zu haben – ein kleiner Lichtblick inmitten der anhaltenden Knappheit.
