Peer-Programme, Stigma-Reduktion

Peer-Programme: 457-Personen-Studie zeigt Stigma-Reduktion

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 04:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Rotes Kreuz startet Kriseninterventionskurs, Peer-Programme zeigen Erfolge und digitale Plattformen unterstützen Rettungskräfte.

Psychosoziale Hilfe: Neue Kurse und digitale Angebote im Aufwind
Eine vielfältige Gruppe von Menschen nimmt an einem Kurs zur psychischen Ersten Hilfe teil, engagiert in Diskussion und Lernen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Organisationen bieten spezielle Kurse an – sowohl für Fachkräfte als auch für Laien.

Rotes Kreuz startet 16-stĂĽndigen Intensivkurs

Das Rote Kreuz führt im Oktober 2026 in Waidhofen an der Thaya einen vertiefenden Kurs zur psychischen Ersten Hilfe durch. Das 16-stündige Programm richtet sich an alle, die ihre Kompetenzen in der Krisenintervention erweitern möchten.

Parallel dazu setzen immer mehr Projekte auf Selbsthilfe und Erfahrungsaustausch. Das Recovery College Berlin bietet seit Frühjahr 2026 kostenlose Kurse in Stadtteilzentren an – unter anderem in Spandau. Das Konzept stammt ursprünglich aus New York und London. Kursleiter wie Freddy Nussbaumer bringen eigene Krisenerfahrungen in die Vermittlung ein.

Peer-Programme zeigen messbare Erfolge

Die Wirksamkeit solcher Ansätze belegt eine aktuelle Studie. Die Fachzeitschrift Lancet Regional Health veröffentlichte 2026 eine multizentrische Untersuchung mit 457 Teilnehmern. Das Programm „In Würde zu sich stehen“ reduzierte demnach Selbststigma und Stigmastress bei psychisch kranken Menschen deutlich.

Das Bundesministerium für Gesundheit förderte die Studie. Sie zeigt auch Verbesserungen bei Lebensqualität und sozialer Inklusion. Peer-Programme gelten zunehmend als praktische Ergänzung zur klassischen Versorgung. Für Jugendliche gibt es spezifische Angebote: Das Projekt „Peers4Teens“ in Salzburg berät Kinder psychisch kranker Eltern und plant für November 2026 eine weitere Ausbildung für Peer-Berater.

Digitale Helfer fĂĽr den Rettungsdienst

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Auch digitale Lösungen kommen verstärkt zum Einsatz. Eine Pilotstudie der Goethe-Universität Frankfurt testete die Plattform RUPERT mit 265 Rettungskräften. Das Angebot umfasst psychoedukative Inhalte, anonyme Foren und Expertenchats. Ziel ist es, den Zugang zu psychologischer Hilfe zu erleichtern und Hürden abzubauen.

Gleichzeitig wächst die personelle Basis in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Das DRK in der Region Gera und Greiz erweiterte im Juli 2026 sein Team um drei Ehrenamtliche aus dem Altenburger Land. Peter Klukas, Claudia Brumme und Bianca Herling verstärken die Einheit, die nun 26 Mitglieder zählt. Die PSNV betreut Unfallopfer und Einsatzkräfte nach belastenden Ereignissen.

In der Kinder-Notfallhilfe setzen Organisationen auf einfache, aber effektive Mittel. Das DRK Büdingen nutzt bereits seit längerem speziell geprüfte Stoffbären in Rettungswagen. Sie sollen Kindern die Angst nehmen und die Kommunikation über Schmerzen erleichtern.

Führungskräfte in der Pflicht

Neben der individuellen Ausbildung rückt die Qualifizierung von Führungskräften in den Fokus. Die Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) verzeichnet steigende Teilnehmerzahlen. 2025 wurden 3.656 Führungskräfte geschult – ein deutlicher Anstieg. Für Landräte und Oberbürgermeister sind diese Schulungen alle sechs Jahre verpflichtend.

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Selbststigma und Stigmastress belasten viele Betroffene – doch Peer-Programme helfen messbar. Die multizentrische Studie mit 457 Teilnehmern belegt Verbesserungen bei Lebensqualität und sozialer Inklusion. Erfahren Sie, wie Sie solche Angebote nutzen oder selbst initiieren können. Studienergebnisse und Praxis-Tipps jetzt sichern

Doch die Hilfsorganisationen schlagen Alarm. DRK, Johanniter und ASB warnen in einem gemeinsamen Appell vor finanziellen Engpässen. Eine zu starre Bindung an die Grundlohnrate gefährde notwendige Investitionen und damit langfristig die Einsatzbereitschaft. Sie fordern Anpassungen in der Gesetzgebung zur Rettungsdienstfinanzierung.

Die Charité Berlin hat im Rahmen des Projekts AUPIK zudem Lernlektionen für die Langzeitpflege entwickelt. Sie befassen sich mit Katastrophenszenarien wie Stromausfällen. Die Angebote zeigen: Die Krisenvorbereitung wird immer differenzierter – und das in allen Bereichen des Gesundheitswesens.

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