Pemafibrat, MASLD

Pemafibrat bei MASLD: ALT sinkt um 35,9 Prozent statt 2,1 Prozent

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In einer japanischen Studie senkte Pemafibrat Lebermarker stärker und beeinflusste Nierenwerte sowie Verträglichkeit günstiger als Fenofibrat.

PRESENT-Studie: Pemafibrat verbessert Leberwerte stärker als Fenofibrat
Ein steriler Labortisch mit medizinischen Geräten und Glaswaren in einer hellen, modernen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Bei der Behandlung der metabolischen Lebererkrankung MASLD (metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease) in Kombination mit erhöhten Blutfettwerten stehen klinische Vergleichsdaten im Fokus der Forschung. Eine multizentrische Untersuchung der Universität Yokohama liefert nun detaillierte Einblicke in die Wirksamkeit zweier lipidsenkender Wirkstoffe.

Wie die am 07.10.2026 in der Fachzeitschrift eClinicalMedicine veröffentlichte PRESENT-Studie zeigt, führt der Wirkstoff Pemafibrat bei Betroffenen mit Hypertriglyceridämie zu einer deutlicheren Verbesserung relevanter Leberfunktionsparameter als das traditionell eingesetzte Fenofibrat.

Signifikante Senkung von Leberenzymen und Steifigkeitswerten

An der randomisierten Studie nahmen 360 Patientinnen und Patienten an 29 Zentren in Japan über einen Zeitraum von 48 Wochen teil. Im Mittelpunkt standen Veränderungen der Leberenzymwerte sowie nicht-invasiver Marker für Leberschädigungen.

Nach 24 Wochen zeigte sich bei den Leberwerten eine klare Überlegenheit von Pemafibrat: Die Gabe von 0,4 mg pro Tag senkte die Alanin-Aminotransferase (ALT) um 24,0 U/L (35,9 Prozent). Unter einer Dosis von 0,2 mg pro Tag sank der ALT-Wert um 14,8 U/L (21,8 Prozent).

Fenofibrat erreichte hingegen lediglich eine Reduktion um 4,22 U/L (2,1 Prozent). Damit bestätigte die Forschungsgruppe eine statistisch signifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung (Holm-korrigiert p=0,018).

Auch bei weiteren Leberparametern schnitt Pemafibrat günstiger ab. Die Gamma-Glutamyltransferase (GGT) sank unter Pemafibrat um 46,3 Prozent, während unter Fenofibrat ein Rückgang von 13,8 Prozent gemessen wurde. Der Fibrose-Biomarker M2BPGi ging unter Pemafibrat um 21 Prozent zurück, verglichen mit minus 3,2 Prozent in der Fenofibrat-Gruppe.

Zudem verringerte sich die per Magnetresonanz-Elastographie (MRE) gemessene Lebersteifigkeit unter 0,4 mg Pemafibrat um 9,24 Prozent und unter 0,2 mg um 8,40 Prozent. Bei Patientinnen und Patienten unter Fenofibrat stieg dieser Wert hingegen um 3,56 Prozent an.

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Wer MASLD-Patienten mit Hypertriglyceridämie behandelt, kennt das Problem: Fenofibrat senkt die Leberenzyme kaum. Die jetzt veröffentlichten PRESENT-Daten zeigen für Pemafibrat eine ALT-Reduktion von 35,9 Prozent unter 0,4 mg pro Tag gegenüber 2,1 Prozent unter Fenofibrat nach 24 Wochen. Unser kostenloser Leitfaden stellt die 48-Wochen-Verläufe von ALT, GGT und M2BPGi sowie die Nierenwerte beider Wirkstoffe übersichtlich nebeneinander. Leitfaden zum Wirkstoff-Vergleich jetzt anfordern

Nierenfunktion und Nebenwirkungsprofil

Neben den leberspezifischen Effekten analysierten die Forschenden auch Auswirkungen auf die renale Funktion. Das Serum-Kreatinin stieg unter hochdosiertem Pemafibrat um 4,3 Prozent und unter der niedrigen Dosis um 2,1 Prozent, während es unter Fenofibrat um 10,9 Prozent zunahm.

Parallel dazu fiel die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) unter Pemafibrat um 3,4 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent, im Vergleich zu einem Rückgang von 9,8 Prozent unter Fenofibrat.

Hinsichtlich der Verträglichkeit wurden unter der Gabe von 0,4 mg Pemafibrat 8 unerwünschte Ereignisse verzeichnet, bei der Dosis von 0,2 mg traten 6 auf. In der Fenofibrat-Gruppe wurden 18 unerwünschte Ereignisse registriert. Therapierelevante schwere unerwünschte Wirkungen blieben in allen Gruppen aus.

Subgruppen und methodische Einschränkungen

Die Analyse ergab zudem Prädiktoren für ein besonders gutes Ansprechen auf die Therapie. Patientinnen und Patienten mit einer höheren ALT zu Beginn (über 56 U/L) sowie einem Body-Mass-Index unter 23 (sogenannte lean MASLD) wiesen eine vierfach höhere Chance auf ein Therapieansprechen auf.

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Unter klassischer Fibrat-Therapie steigt das Serum-Kreatinin um 10,9 Prozent, die eGFR fällt um 9,8 Prozent — bei MASLD-Patienten mit ohnehin eingeschränkter Nierenfunktion ein relevanter Punkt. Die PRESENT-Daten zeigen für Pemafibrat deutlich geringere Ausschläge bei den renalen Parametern und ein niedrigeres Nebenwirkungsprofil. Unser Leitfaden fasst Nierenwerte, unerwünschte Ereignisse und die methodischen Grenzen der Studie für Ihre Therapieentscheidung zusammen. Nieren- und Sicherheitsdaten im Überblick

Die Autorinnen und Autoren der Universität Yokohama verweisen gleichzeitig auf mehrere methodische Limitationen der Untersuchung: So erfolgte keine histologische Bestätigung mittels Leberbiopsie, die Studie wies ein offenes Design auf und schloss ausschließlich japanische Patienten mit Hypertriglyceridämie ein. Finanziert wurde die PRESENT-Studie durch das Unternehmen Kowa Co.

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