Pentagon, Passkeys

Pentagon setzt Passkeys zur obersten Cybersicherheitspriorität

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 18:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das US-Verteidigungsministerium setzt auf phishing-resistente MFA als oberste IT-Priorität und treibt damit den globalen Wandel zur Passkey-Technologie voran.

Pentagon treibt passwortlose Authentifizierung massiv voran
Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirms mit biometrischer Passkey-Authentifizierung in einem professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Abkehr von herkömmlichen Passwörtern gewinnt rasant an Fahrt – allen voran beim US-Verteidigungsministerium. Das Pentagon hat phishing-resistente Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) zur obersten IT-Priorität erklärt und läutet damit eine Zeitenwende in der Cybersicherheit ein.

Pentagon setzt neue Maßstäbe

Am Dienstag veröffentlichte der Chief Information Officer des US-Verteidigungsministeriums die Liste „Brilliant at the Basics". Sie definiert die wichtigsten Cybersicherheitspraktiken für die gesamte Verteidigungsindustrie. Ganz oben steht die phishing-resistente MFA – konkret die Protokolle FIDO2, WebAuthn und PIV/CAC. Die Vorgabe gilt nicht nur für klassische IT-Systeme, sondern erstmals auch für operative Technologie (OT). Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das Militär zum Vorreiter für passwortloses Anmelden wird?

Singapur zeigt, wie's geht

Auch international tut sich etwas. Singapurs nationale Identitätsplattform Singpass führte Anfang Juli Passkeys für ihre Nutzer ein. Das System speichert kryptografische Schlüssel direkt auf den Geräten der Bürger – Diebstahl von Zugangsdaten wird so praktisch unmöglich. Die zuständige Behörde GovTech warnt jedoch: Die technische Sicherheit nützt wenig, wenn Nutzer auf raffinierte Social-Engineering-Angriffe hereinfallen.

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Künstliche Intelligenz trifft Kryptowährung

Die Passkey-Technologie erobert nun auch die Schnittstelle von KI und dezentralen Finanzen. MoonPay launchte am Dienstag PayBox – ein Dienst, der Kryptotransaktionen über KI-Assistenten wie ChatGPT und Claude ermöglicht. Jede Transaktion wird per Passkey autorisiert. Dahinter steckt ein Multi-Party-Computation-Verfahren des Anbieters Sodot, das die Gelder sichert. Nutzer können zwischen manueller Bestätigung jeder Zahlung und einem automatischen Modus mit vorab festgelegtem Limit wählen. Klingt nach Science-Fiction? Ist aber längst Realität.

Milliardenersparnis für Streamingdienste

Die wirtschaftlichen Vorteile sind enorm. Branchenanalysten rechnen vor: Wer als Streamingdienst monatlich fünf Millionen Einmal-Passwörter per SMS verschickt, spart durch Umstellung auf Passkeys jährlich über zwei Millionen Euro. Die FIDO Alliance meldet, dass bereits 26 Prozent aller Logins über Passkeys erfolgen. Eine Studie vom April 2026 ergab: 75 Prozent der befragten Nutzer haben die Technologie aktiviert.

Neue Bedrohungen am Horizont

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Sicherheitsforscher entdeckten am Dienstag den MedusaHVNC-Trojaner – eine Schadsoftware, die passwortlose Sicherheit umgeht. Der Trick: Der Trojaner erzeugt einen versteckten Desktop und kapert bestehende, bereits authentifizierte Browser-Sitzungen. Da die Sitzung bereits gültig ist, hilft auch die beste MFA nicht. Die Sicherheit des Endgeräts bleibt der entscheidende Faktor.

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Tech-Giganten ziehen nach

Google rollt weltweit eine Selfie-Video-Anmeldung aus, die Kopfbewegungen zur Identitätsprüfung nutzt – abgesichert durch mehrstufige Deepfake-Erkennung. Parallel testet der Konzern im Chrome-Browser ein E-Mail-Verifikationsprotokoll, das traditionelle Bestätigungslinks überflüssig macht.

WhatsApp arbeitet Berichten zufolge an einem optionalen passwortbasierten Zwei-Schritte-Verfahren als Ersatz für die bisherige sechsstellige PIN. Und Google Messages fürs Web verabschiedet sich vom QR-Code-Pairing – künftig reicht die direkte Google-Konto-Anmeldung mit Emoji-basierter Telefonverifikation.

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