Perfider Schockanruf: Ehepaar in Rostock verliert 40.000 Euro
Veröffentlicht: 06.05.2026 um 09:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die TĂ€ter gaben sich als Ărzte aus und erzĂ€hlten eine erfundene NotlĂŒge.
Am Nachmittag des 4. Mai klingelte bei einer 73-jÀhrigen Frau das Telefon. Ein angeblicher Arzt berichtete von einer schweren Erkrankung ihres Sohnes. Zur Rettung seines Lebens seien dringend teure Medikamente aus dem Ausland nötig.
Um die Geschichte glaubwĂŒrdig zu machen, erfanden die BetrĂŒger ein weiteres Detail: Die Schwiegertochter sei im Krankenhaus, aber völlig ĂŒberfordert. Die 73-JĂ€hrige und ihr 87-jĂ€hriger Ehemann gerieten unter massiven emotionalen Druck.
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Ăbergabe im Hansaviertel
Die Opfer willigten ein, das Geld zu zahlen. Zwischen 18:45 und 19:00 Uhr ĂŒbergab die Frau in der Graf-Lippe-StraĂe rund 40.000 Euro an einen unbekannten Abholer. Der Mann kam zu FuĂ aus Richtung der ParkstraĂe.
Die Polizei sucht nun nach dem TĂ€ter. Er wird wie folgt beschrieben:
- etwa 30 Jahre alt
- circa 170 Zentimeter groĂ
- schlanke Statur, dunkle glatte Haare
- trug einen weiĂen Pullover und eine schwarze Hose
Erst nach der Ăbergabe rief das Paar die richtige Schwiegertochter an. Der Sohn war wohlauf. Die Senioren erkannten den Betrug und alarmierten die Polizei.
Systematische Betrugsversuche
Bereits zuvor hatten Unbekannte eine 82-jÀhrige Frau im Stadtteil Brinckmansdorf mit derselben Masche angerufen. Sie fiel nicht darauf herein. Offenbar suchten die TÀter systematisch nach Opfern.
Der Fall reiht sich in eine Serie Ă€hnlicher Taten ein. Erst im April erbeuteten BetrĂŒger bei einem Ehepaar in Rostock 66.000 Euro â damals gaben sie sich als Bankmitarbeiter aus.
Auch in GrevesmĂŒhlen, Gadebusch, Bad Doberan und Schwerin wurden vermehrt Schockanrufe gemeldet. Die Geschichten variieren: schwere UnfĂ€lle, Krebserkrankungen oder der plötzliche Tod von Angehörigen. Die Forderungen liegen meist zwischen 10.000 und 500.000 Euro.
So schĂŒtzen Sie sich vor Schockanrufen
Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Masche. Die TĂ€ter setzen gezielt auf Zeitdruck und Angst. Sie geben sich als Ărzte, Polizisten oder StaatsanwĂ€lte aus.
Wichtige Verhaltensregeln:
- Seien Sie bei unerwarteten Geldforderungen am Telefon grundsÀtzlich misstrauisch
- Brechen Sie das GesprÀch sofort ab
- KrankenhÀuser, Behörden oder die Polizei fordern niemals telefonisch Geld
- Rufen Sie Angehörige unter den Ihnen bekannten Nummern zurĂŒck
- WĂ€hlen Sie die Nummer selbst â nutzen Sie nicht die RĂŒckruffunktion
- Im Zweifel: Notruf 110 wÀhlen
Die Polizei appelliert besonders an jĂŒngere Menschen, ihre Ă€lteren Verwandten ĂŒber diese Betrugsmasche aufzuklĂ€ren.
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Ermittlungen laufen
Die Kriminalpolizei wertet derzeit Spuren am Ăbergabeort aus. Ob der Geldabholer allein handelte oder Teil eines gröĂeren Netzwerks ist, bleibt unklar.
Zeugen, die verdĂ€chtige Beobachtungen in der Graf-Lippe-StraĂe oder ParkstraĂe gemacht haben, melden sich unter 0381 4916-1616 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle.
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