Perimenopause: Zwölf Studien zeigen, wie Bewegung Stimmung und LebensqualitÀt stÀrkt
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deZahlreiche mediale BeitrĂ€ge und Fachanalysen rĂŒcken die Bedeutung von gezielter Bewegung fĂŒr Frauen in der Perimenopause in den Fokus. In dieser Lebensphase fĂŒhren hormonelle VerĂ€nderungen hĂ€ufig zu spĂŒrbaren Anpassungen des Körpers und des Wohlbefindens.
Experten und sportwissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine strukturierte Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining entscheidend sein kann, um den Begleiterscheinungen des sinkenden Ăstrogenspiegels aktiv zu begegnen.
Krafttraining gegen Muskelverlust und verÀnderten Stoffwechsel
Trainerin Paula Butragueño betont, dass Krafttraining bei Frauen ĂŒber 40 Jahren im Vergleich zu reinem Ausdauertraining wirksamer gegen Fettansammlungen in der Bauchregion sei. Ohne gezielte GegenmaĂnahmen sinke die Muskelmasse ab einem Alter von 30 Jahren und verstĂ€rkt ab 40 Jahren durch Sarkopenie um 3 bis 8 Prozent pro Dekade.
Durch das Absinken des Ăstrogenspiegels in der Peri- und Menopause verlagere sich Fettgewebe zunehmend in den Bauchbereich, wĂ€hrend gleichzeitig Knochendichte und InsulinsensibilitĂ€t abnehmen. Butragueño empfiehlt komplexe, mehrgelenkige GrundĂŒbungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Ausfallschritte oder Rudern, da eine isolierte lokale Fettverbrennung anatomisch nicht möglich sei.
Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft verweist auf die metabolischen Folgen der hormonellen Umstellung. Diese verursache Typ-2-Diabetes zwar nicht direkt, steigere jedoch das Risiko infolge von vermehrtem Bauchfett, sinkender Insulinempfindlichkeit und steigendem Blutdruck.
Betroffenen wird neben regelmĂ€Ăigen Stoffwechsel-Checks eine Trainingsroutine mit zwei bis drei Einheiten Krafttraining pro Woche in Verbindung mit AusdaueraktivitĂ€ten geraten.
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Belastungssteuerung und strukturierte TrainingsplÀne
FĂŒr die Praxis schlagen Fachleute strukturierte Konzepte vor, um den verĂ€nderten Regenerationszeiten Rechnung zu tragen. Trainerin Crys Dyaz empfiehlt als Wochenstruktur etwa drei Tage Krafttraining, zwei Tage Ausdauer sowie einen Tag fĂŒr MobilitĂ€t, Yoga oder Pilates, ergĂ€nzt durch mindestens einen Ruhetag.
Nach Angaben des Gesundheitsdienstleisters QuirĂłn Salud helfe Ausdauersport bei Ăstrogenabfall unter anderem gegen Hitzewallungen sowie MĂŒdigkeit und stĂŒtze die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Trainer RubĂ©n RĂo rĂ€t Frauen ab 40 Jahren dazu, die Trainingslast kontrolliert zu moderieren, selbst wenn subjektiv hohe Kraftressourcen vorliegen. Zur Vorbeugung von Osteopenie und Osteoporose seien mindestens drei bis vier Einheiten Krafttraining wöchentlich sinnvoll. Er schlĂ€gt vor, sechswöchige allgemeine Anpassungsphasen mit dreiwöchigen intensiveren Abschnitten abzuwechseln, gefolgt von einer leichteren Phase, um Verletzungen durch zu schnelle Belastungssteigerungen zu vermeiden.
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Einfluss auf Psyche und langfristige Gesundheit
Neben den rein körperlichen Anpassungen erfÀhrt die mentale Gesundheit wachsende Aufmerksamkeit. Ein systematisches Review in der Fachzeitschrift Menopause, analysiert unter Beteiligung von Professorin Aimee Spector vom UCL Menopause Mind Lab, wertete zwölf randomisierte kontrollierte Studien mit rund 1.000 Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren aus.
Demnach verbessern aerobe AktivitĂ€ten wie moderates Gehen oder Tanzen depressive Symptome und allgemeine LebensqualitĂ€t, wĂ€hrend Yoga und Pilates gezielt die psychologische Dimension stĂ€rken. Laut Spector erleben mehr als die HĂ€lfte aller Frauen in den Wechseljahren Phasen gedrĂŒckter Stimmung oder Ăngste.
Dass körperliche AktivitĂ€t auch auf zellulĂ€rer Ebene wirkt, heben dĂ€nische Forschungsarbeiten hervor. Forscher Lasse Gliemann von der UniversitĂ€t Kopenhagen stellt heraus, dass Training auch bei fallendem Ăstrogenspiegel ĂŒber alternative biologische Signalwege wirkt.
In einer Zehn-Jahres-Nachverfolgung von 85 Frauen im Durchschnittsalter von rund 45 Jahren stellte Forscher Peter Krustrup fest, dass regelmĂ€Ăige sportliche Belastung den Erhalt der Knochendichte und Muskelmasse ĂŒber die Menopause hinaus langfristig sichern kann.
