Pestwurz gegen MagenschĂ€den: Hohe Dosis ĂŒbertrifft Omeprazol im Tiermodell
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nichtsteroidale Schmerzmittel wie Indomethacin gehören zu den am hĂ€ufigsten verordneten Wirkstoffen gegen EntzĂŒndungen und Schmerzen â belasten jedoch hĂ€ufig die Magenschleimhaut und können GeschwĂŒre auslösen.
Eine im Journal of Agriculture and Food Research veröffentlichte Studie eines Forschungsteams um Hwang von der Chung-Ang University liefert nun Hinweise darauf, dass ein Extrakt der ostasiatischen Pflanze Petasites japonicus â bekannt als Japanische Pestwurz â schĂŒtzend wirken könnte.
Extraktionsmethode beeinflusst Wirkstoffgehalt
Im Zentrum der Untersuchung steht ein mit 50-prozentigem Ethanol hergestellter Pflanzenextrakt. Laut der Studie enthÀlt dieser mit 42,48 Milligramm FukinolsÀure pro Gramm deutlich mehr dieser Verbindung als ein Wasser-Extrakt, der lediglich 25,35 Milligramm pro Gramm aufweist.
Auch beim Gesamtpolyphenolgehalt zeigt sich ein Ă€hnliches Bild: Der Ethanol-Extrakt kommt auf 80,21 Milligramm pro Gramm, der Wasser-Extrakt auf 53,31 Milligramm pro Gramm. Die Wahl des Lösungsmittels scheint demnach maĂgeblich darĂŒber zu entscheiden, wie viele der als wirksam geltenden Inhaltsstoffe sich aus der Pflanze lösen lassen.
Schmerzmittel belasten oft den gesamten Organismus und können die Magenschleimhaut angreifen. Eine Schmerzexpertin zeigt in diesem kostenlosen Guide, wie Sie Arthrose-Beschwerden stattdessen mit einer sanften 3-Finger-Methode selbst aktiv lindern können. 101 Druckpunkte gegen Arthrose jetzt kostenlos entdecken
Zellversuche zeigen schĂŒtzende Effekte
In Zellversuchen mit zwei Magenzelllinien, AGS und Hs746T, setzten die Forschenden die Zellen fĂŒr drei Stunden einer Indomethacin-Konzentration von 800 Mikromol aus. Dies senkte die ZellviabilitĂ€t auf 55,4 Prozent bei AGS-Zellen beziehungsweise 69,2 Prozent bei Hs746T-Zellen.
Wurden die Zellen zuvor mit dem Extrakt behandelt, fiel der Schaden geringer aus: Bei einer Konzentration von 50 Mikrogramm pro Milliliter stieg die ViabilitÀt auf 71,9 Prozent, bei 100 Mikrogramm pro Milliliter auf 82,4 Prozent.
Tierversuch bestÀtigt dosisabhÀngige Wirkung
Um die Beobachtungen aus den Zellversuchen zu ĂŒberprĂŒfen, fĂŒhrte das Team einen Versuch mit 50 mĂ€nnlichen Sprague-Dawley-Ratten durch, aufgeteilt in Gruppen von jeweils sieben Tieren. Dabei zeigte sich eine dosisabhĂ€ngige Schutzwirkung: Der sogenannte Ulkus-Index, ein MaĂ fĂŒr das AusmaĂ der MagenschĂ€digung, fiel bei einer Extraktdosis von 50 Milligramm pro Kilogramm auf das 0,58-Fache und bei 100 Milligramm pro Kilogramm auf das 0,40-Fache im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe.
Auch die histologische Bewertung des Gewebes untermauert diesen Befund. Der entsprechende Score sank von einem Ausgangswert von 4,0 auf 1,3 bei der niedrigeren Dosis und auf 0,7 bei der höheren Dosis. Zum Vergleich: Das etablierte Magenschutzmedikament Omeprazol erreichte in derselben Untersuchung einen Wert von 1,3 â die höhere Extraktdosis schnitt damit im Tiermodell sogar besser ab als die Vergleichssubstanz.
Wer sich mit den Nebenwirkungen herkömmlicher Medikamente befasst, sucht oft nach natĂŒrlichen Wegen zur Schmerzlinderung. Dieser bebilderte Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie gezielte Druckpunkte nutzen können, um Gelenkschmerzen ohne zusĂ€tzliche Belastung des Körpers zu lindern. Kostenlose Anleitung zur Schmerzlinderung hier anfordern
Ăbertragung auf den Menschen noch offen
Die Studie liefert zudem eine EinschĂ€tzung dazu, welche Dosis fĂŒr den Menschen relevant sein könnte. Basierend auf gĂ€ngigen Umrechnungsverfahren zwischen Tier- und Humandosen ergibt sich eine humane Ăquivalenzdosis von 16,22 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.
FĂŒr einen 60 Kilogramm schweren Erwachsenen entsprĂ€che dies rund 973 Milligramm pro Tag â eine menge, die laut der Studie etwa 6,5 Gramm frischen BlĂ€ttern und StĂ€ngeln der Pflanze gleichkĂ€me.
Die Ergebnisse basieren bislang ausschlieĂlich auf Zell- und Tierversuchen. Ob sich die beobachteten Schutzeffekte in klinischen Studien am Menschen bestĂ€tigen lassen, bleibt damit offen. Dennoch liefert die Arbeit einen Ansatzpunkt fĂŒr die Erforschung pflanzlicher Begleittherapien, die Nebenwirkungen gĂ€ngiger Schmerzmittel abmildern könnten, ohne deren entzĂŒndungshemmende Wirkung zu beeintrĂ€chtigen.
