PFAS in der Schwangerschaft: Studie untersucht 420 Frauen in China
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine prospektive Geburtskohortenstudie liefert neue Anhaltspunkte zum Zusammenspiel von Umweltgiften, Mikronährstoffen und dem Stoffwechsel während der Schwangerschaft. Ein Forschungsteam um Hu von der Anhui Medical University untersuchte den Einfluss von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) auf die Entstehung von Schwangerschaftsdiabetes.
Die im Fachjournal Environmental Health (DOI: 10.1186/s12940-026-01341-4) publizierte Untersuchung zeigt, dass bestimmte Industriechemikalien das Diabetesrisiko insbesondere bei Frauen mit unzureichender Vitamin-D-Versorgung erhöhen können.
Untersuchung in chinesischer Kohorte
Im Rahmen der Forschungsarbeit in Ma'anshan, China, analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Daten von 420 Schwangeren. Bei den Probandinnen wurden im ersten Trimester die Serumkonzentrationen von 14 verschiedenen PFAS gemessen.
Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft, konkret zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche, erfolgte die Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes (GDM) mittels eines oralen Glukosetoleranztests mit 75 Gramm Glukose (75-g-oGTT).
Insgesamt entwickelten 70 der teilnehmenden Frauen (16,7 Prozent) einen Gestationsdiabetes. Die Auswertung ergab, dass höhere Konzentrationen von fünf spezifischen Verbindungen – PFNA, PFDA, PFOS, PFOA sowie 6:2 Cl-PFESA – je Verdopplung des Messwerts mit einem erhöhten Risiko für die Stoffwechselstörung assoziiert waren.
Bedeutende Rolle des Vitamin-D-Status
Die detaillierte Aufschlüsselung der Messwerte verdeutlichte eine erhebliche Abhängigkeit vom Nährstoffstatus der werdenden Mütter. Die beobachteten Zusammenhänge traten fast ausschließlich bei Teilnehmerinnen mit einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel auf. Die Einzelsubstanzen PFOA, PFNA, PFDA und PFOS erreichten ausschließlich in dieser Gruppe eine statistische Signifikanz.
Die Studie aus Ma'anshan zeigt: Bei Frauen mit Vitamin-D-Mangel war der Zusammenhang zwischen PFAS-Belastung und Schwangerschaftsdiabetes deutlich messbar — bei ausreichendem Vitamin-D-Status verschwand er fast. Was das für Ihren Alltag bedeutet, fassen wir in einem kostenlosen Ratgeber zusammen. Kostenlosen Ratgeber zu PFAS und Vitamin D anfordern
Auch die gemeinsame Betrachtung der Schadstoffexposition über eine Mischungsanalyse (WQS) bestätigte dieses Muster: Bei Frauen mit Vitamin-D-Mangel ergab sich für das Gemisch eine mittlere Odds Ratio von 1,10 (Konfidenzintervall ohne Null), während der Wert bei Schwangeren mit ausreichendem Vitamin-D-Status bei 1,01 lag.
Schwächere Signale bei Folat und Forschungsbedarf
Hinsichtlich weiterer Nährstoffe untersuchten die Forschenden auch den Einfluss von Folat. Hierbei zeigten sich jedoch lediglich schwächere Hinweise; die entsprechende Mischungsanalyse lieferte diesbezüglich keine signifikanten Unterschiede.
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Zudem stellten die Autoren fest, dass eine formale Interaktion im statistischen Modell lediglich für PFHpA und PFBS vorlag (p<0,10). Die übergeordnete statistische Wechselwirkung zwischen dem PFAS-Gemisch und Vitamin D erwies sich hingegen als nicht signifikant.
Angesichts dieser Datenlage fordern die Studienautoren weitere Bestätigungen der Ergebnisse durch Untersuchungen in größeren Kohorten, um die biologischen Wechselwirkungen zwischen Umweltschadstoffen und Mikronährstoffdefiziten verlässlicher bewerten zu können.
