PFAS, Immunsystem

PFAS und Immunsystem: Studien zeigen geringere Antikörperbildung nach Impfungen

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Umweltmedizin-Netzwerk erläutert, wie Regenwasserspeicherung Stadtklima und Kanalisation beeinflusst und PFAS die Immunantwort beeinträchtigen können.

Ärztekammer Nordrhein beleuchtet Schwammstädte und PFAS-Risiken
Eine begrünte städtische Versickerungsfläche während eines Regenschauers zur Veranschaulichung des Schwammstadt-Konzepts. Illustration mit AI erstellt.

Das Netzwerk Umweltmedizin der Ärztekammer Nordrhein besteht seit 2001. Zu seinem 30. Jubiläumstreffen standen zwei Themen im Mittelpunkt, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben, bei genauerem Hinsehen aber beide zeigen, wie eng Stadtplanung, Umweltchemie und Gesundheit miteinander verknüpft sind: das Konzept der Schwammstadt als Antwort auf Hitze und Starkregen sowie die gesundheitlichen Risiken durch PFAS, eine Gruppe langlebiger Industriechemikalien.

Schwammstädte als Antwort auf Hitze und Starkregen

Im Kern des Schwammstadt-Konzepts steht die Idee, Regenwasser nicht mehr möglichst schnell über die Kanalisation abzuleiten, sondern es in der Stadt zu speichern und nur langsam wieder abzugeben. Die Ärztekammer Nordrhein erläuterte, dass dieses Prinzip gleich zwei Probleme adressiert: Es mindert die Überlastung der Kanalisation bei Starkregenereignissen und sorgt gleichzeitig durch Verdunstung für eine Kühlung der Umgebung an heißen Tagen.

Damit dieses Prinzip funktioniert, braucht es nach Einschätzung der Ärztekammer jedoch mehr als technische Lösungen allein. Notwendig seien insbesondere die Entsiegelung von Flächen, damit Wasser überhaupt versickern und gespeichert werden kann, sowie durchdachte Hygienekonzepte.

Letztere sind erforderlich, um Infektionsrisiken zu vermeiden, die entstehen können, wenn Wasser über längere Zeit in städtischen Flächen zurückgehalten wird. Die Balance zwischen Klimaanpassung und Gesundheitsschutz bildet damit einen zentralen Punkt bei der Umsetzung solcher Konzepte in der Stadtplanung.

PFAS: Unsichtbare Belastung mit langer Verweildauer

Neben der Schwammstadt widmete sich das Jubiläumstreffen der Stoffgruppe PFAS – per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, die wegen ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften in zahlreichen industriellen und alltäglichen Produkten eingesetzt werden. Der Ärztekammer Nordrhein zufolge gelangen diese Substanzen unter anderem über Lebensmittel und Trinkwasser in den menschlichen Körper.

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Problematisch ist dabei vor allem die Langlebigkeit bestimmter Vertreter dieser Stoffgruppe: Bestimmte langkettige PFAS weisen laut Ärztekammer Halbwertszeiten von mehreren Jahren im menschlichen Organismus auf. Das bedeutet, dass sich diese Verbindungen über lange Zeiträume im Körper anreichern können, selbst wenn die Aufnahme über Nahrung oder Wasser nach und nach reduziert wird.

Mögliche Folgen für das Immunsystem

Besonders aufmerksam wird in der Umweltmedizin die Wirkung von PFAS auf das Immunsystem beobachtet. Studien zeigen demnach bei höherer Belastung durch bestimmte PFAS eine geringere Antikörperbildung nach Impfungen. Dieser Befund deutet darauf hin, dass die Chemikalienbelastung nicht nur isolierte Organe betreffen könnte, sondern grundlegende Abwehrmechanismen des Körpers beeinflusst.

Ein Netzwerk mit langer Tradition

Dass sich das Netzwerk Umweltmedizin der Ärztekammer Nordrhein gerade diesen beiden Themen widmete, passt zu seinem Selbstverständnis als Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Medizin und Umweltfragen. Seit der Gründung im Jahr 2001 begleitet das Netzwerk die Entwicklung umweltbedingter Gesundheitsrisiken und versucht, aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zusammenzuführen.

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Die Verbindung von Stadtplanungsthemen wie der Schwammstadt mit der Chemikalienproblematik rund um PFAS zeigt dabei, wie breit das Feld der Umweltmedizin inzwischen gefasst ist – es reicht von baulichen Maßnahmen gegen Klimafolgen bis zu molekularen Wirkmechanismen einzelner Schadstoffgruppen im menschlichen Körper.

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