Pferdefütterung: Neue Teff-Cobs senken Zucker auf 5,7 Prozent
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Ernährung von Pferden mit metabolischen Störungen stellt Pferdehalter und Therapeuten regelmäßig vor Herausforderungen. Im Fokus stehen dabei Futtermittel, die einen niedrigen glykämischen Index aufweisen und gleichzeitig eine ausreichende Versorgung mit Rohfasern gewährleisten. In diesem Kontext hat das Unternehmen Agrobs sein Sortiment um Teff-Cobs erweitert, die speziell für Pferde mit empfindlichem Stoffwechsel konzipiert wurden. Eine Besonderheit dieses Produkts liegt in der regionalen Erzeugung, da die verwendete Zwerghirse aus bayerischem Anbau stammt.
Analyse des Nährwertprofils und regionale Erzeugung
Das neu eingeführte Futtermittel zeichnet sich durch eine spezifische Nährstoffzusammensetzung aus, die auf die Bedürfnisse von sogenannten Stoffwechsel-Patienten zugeschnitten ist. Nach Angaben des Herstellers weisen die Teff-Cobs einen Rohfaseranteil von 24,7 % auf. Die für die Fütterung bei Stoffwechselerkrankungen kritischen Werte für Zucker und Stärke liegen bei 5,7 % beziehungsweise 2,3 %. Zudem wird der Fruktangehalt mit 2,1 % angegeben.
Mit einem Energiegehalt von 6,2 MJ/kg (umsetzbare Energie) positioniert sich das Produkt als energiearmes Raufutterersatz- oder Ergänzungsmittel. Die Verwendung von Teff aus regionalem Anbau in Bayern unterstreicht zudem den Trend zu kürzeren Lieferketten in der Futtermittelproduktion. Das Produkt wird in 20-kg-Säcken angeboten, wobei der Preis pro Sack mit 26,80 Euro beziffert wird.
Zielgruppen und therapeutische Relevanz in der Pferdefütterung
Wer sein Stoffwechsel-Pferd zucker- und stärkearm füttern möchte, findet in den neuen Teff-Cobs eine vielversprechende Option – mit nur 5,7 % Zucker und 24,7 % Rohfaser. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie diese Werte in einen praktischen Fütterungsplan umsetzen. Jetzt kostenlosen Fütterungs-Leitfaden anfordern
Die Teff-Cobs sind primär für Pferde gedacht, die unter chronischen Stoffwechselerkrankungen leiden. Dazu zählen insbesondere das Equine Metabolische Syndrom (EMS), das Equine Cushing-Syndrom sowie die Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM). Auch für Pferde, die zu Hufrehe neigen, ist eine zucker- und stärkearme Ernährung essenziell, um Insulinschübe und entzündliche Prozesse zu minimieren.
Durch den hohen Rohfasergehalt bei gleichzeitig geringem Anteil an leicht verdaulichen Kohlenhydraten soll das Futter dazu beitragen, die Kautätigkeit zu fördern und die Verdauung zu stabilisieren, ohne den Insulinhaushalt der betroffenen Tiere übermäßig zu belasten.
Praxistest und regulatorische Hinweise zur Dopingrelevanz
Turnierpferde-Besitzer aufgepasst: Bei der Futterumstellung auf Teff-Cobs spielt auch die Dopingrelevanz von Synephrin eine Rolle. Unser Leitfaden klärt, worauf Sie bei der Fütterung achten müssen, damit Ihr Pferd im Wettkampf sicher bleibt. Checkliste dopingfreie Fütterung jetzt sichern
Um die Akzeptanz und Wirkung der neuen Teff-Cobs unter Praxisbedingungen zu untersuchen, wurde eine Test-Aktion initiiert. Im Rahmen dieser Untersuchung erhalten zwölf Pferde mit nachgewiesenen Stoffwechselproblemen über einen Zeitraum von drei Monaten kostenlos das entsprechende Futter. Interessierte Halter konnten sich für einen der zwölf Plätze bewerben, um die Eignung des Produkts für die spezifischen gesundheitlichen Anforderungen ihrer Tiere zu prüfen.
Im Hinblick auf den Turniersport ist zudem ein regulatorischer Aspekt zu beachten. Die Fachzeitschrift CAVALLO wies in diesem Zusammenhang auf die Dopingrelevanz von Synephrin hin. Gemäß den Richtlinien der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) ist dieser Inhaltsstoff als kontrollierte Substanz eingestuft, was bei der Verwendung bestimmter Futtermittelkomponenten im Wettkampfsport berücksichtigt werden muss. Halter von Sportpferden sollten daher die Zusammensetzung und etwaige Karenzzeiten im Blick behalten, um Konflikte mit den geltenden Anti-Doping-Bestimmungen zu vermeiden.
