Pflanzliche, ErnÀhrung

Pflanzliche ErnÀhrung: 32% weniger MultimorbiditÀt bei Krebs und Herzerkrankungen

Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Pflanzenbasierte ErnÀhrung senkt MultimorbiditÀtsrisiko, wÀhrend langes Fasten im Alter und GLP-1-Medikamente Risiken bergen.

ErnÀhrungsstudien 2026: Pflanzenkost, Fastenrisiken und neue TherapieansÀtze
Eine Auswahl gesunder, pflanzlicher Lebensmittel wie Vollkorn, Bohnen, GemĂŒse und Obst auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Bedeutung der ErnĂ€hrung fĂŒr die langfristige Stoffwechselgesundheit und die PrĂ€vention chronischer Erkrankungen rĂŒckt zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschung. Aktuelle Analysen und Studien untersuchen dabei sowohl die Zusammensetzung der Nahrung als auch den Zeitpunkt der Aufnahme und die sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Lebensmittelversorgung.

Pflanzenbasierte Kost und das Risiko der MultimorbiditÀt

Eine umfangreiche Untersuchung, an der die UniversitĂ€t Wien, die Internationale Agentur fĂŒr Krebsforschung (IARC) und die Kyung Hee UniversitĂ€t beteiligt waren, unterstreicht das Potenzial einer pflanzenbasierten ErnĂ€hrung. Daten aus der UK Biobank von ĂŒber 400.000 Erwachsenen im Alter zwischen 37 und 70 Jahren aus sechs europĂ€ischen LĂ€ndern belegen diesen Zusammenhang.

Demnach fĂŒhrt eine verstĂ€rkt pflanzlich orientierte ErnĂ€hrungsweise zu einem um 32 Prozent geringeren Risiko fĂŒr MultimorbiditĂ€t, worunter die Forscher das gleichzeitige Auftreten von Krebs und kardiometabolischen Erkrankungen fassen.

ErgĂ€nzend dazu betonen ErnĂ€hrungsberater die Bedeutung spezifischer Lebensmittelgruppen fĂŒr die Langlebigkeit. So wird der tĂ€gliche Verzehr von mindestens 150 Gramm Bohnen sowie die Integration von Vollkornprodukten wie Hafer, Quinoa und braunem Reis empfohlen. Auch ballaststoffreiche KreuzblĂŒtler und buntes Obst gelten als wesentliche Bestandteile einer prĂ€ventiven DiĂ€t.

Herausforderungen im Alter: Fasten und Muskelverlust

WÀhrend Fastenperioden hÀufig als gesundheitsfördernd beworben werden, deutet eine Langzeitstudie des schwedischen Karolinska-Instituts auf differenzierte Effekte im höheren Lebensalter hin.

Über einen Zeitraum von 15 Jahren wurden 2.981 Personen ab 60 Jahren beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen in dieser Altersgruppe mit besonders langen Fastenphasen schneller chronische Krankheiten entwickelten.

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Insbesondere ab einem Alter von 78 Jahren korrelierten Fastenintervalle von 14 bis 24 Stunden mit einer höheren Rate an chronischen Erkrankungen im Vergleich zu kĂŒrzeren Fastenphasen von 6 bis 11,5 Stunden. Es handelt sich hierbei um eine Beobachtungsstudie, die keine endgĂŒltige KausalitĂ€t belegt.

Ein weiteres Risiko bei der Behandlung von Übergewicht im Alter stellen moderne Medikamente wie GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP1-RA) dar. Experten der CharitĂ© und des Deutschen Instituts fĂŒr ErnĂ€hrungsforschung (DIfE) weisen darauf hin, dass diese Therapien bei Ă€lteren Patienten zu einem ĂŒbermĂ€ĂŸigen Verlust an Skelettmuskelmasse fĂŒhren können.

Daten aus der SURPASS3-Studie zeigen zwar eine Reduktion der Muskel-Fett-Infiltration, aber eben auch des reinen Muskelvolumens. Fachleute raten daher dringend zur Kombination mit progressivem Krafttraining und einer gezielten Proteinzufuhr, da die Therapie zudem das DurstgefĂŒhl reduzieren und ErnĂ€hrungsdefizite zwischen 17 und 25 Prozent begĂŒnstigen kann.

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Neue AnsĂ€tze in der EntzĂŒndungsforschung und AllergieprĂ€vention

In der klinischen Forschung werden zudem biochemische Mechanismen entschlĂŒsselt, die chronische EntzĂŒndungen beeinflussen. Ein Forschungsteam aus Kiel und den USA identifizierte einen Stoffwechselengpass bei aktiven DarmentzĂŒndungen wie Colitis ulcerosa. Dabei wird das Enzym QPRT reduziert, was die körpereigene Synthese von NAD+ aus der AminosĂ€ure Tryptophan blockiert. Eine klinische Studie namens ORNATUS prĂŒft derzeit den Einsatz von Nicotinamid (Vitamin B3) als alternative Quelle fĂŒr den NAD+-Stoffwechsel.

Auch im Bereich der AllergieprĂ€vention gibt es neue Erkenntnisse zum sogenannten Bauernhofeffekt. Forscher der LMU MĂŒnchen identifizierten neun spezifische Bakterien, die einen Großteil des Schutzes vor Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis erklĂ€ren könnten. Stoffwechselprodukte von Bakterien aus dem Kuhdarm werden ĂŒber die Stallluft eingeatmet und wirken dĂ€mpfend auf EntzĂŒndungsprozesse.

Zeitmanagement und Umfeldfaktoren

Neben der Auswahl der Lebensmittel spielt das Timing der Mahlzeiten eine Rolle. Experten empfehlen ein Mittagessen zwischen 12 und 14 Uhr, um die Energieversorgung und die Blutzuckerkontrolle zu unterstĂŒtzen. Konsistente Essenszeiten gelten dabei als wichtiger als die exakte Uhrzeit.

In Taiwan und Japan wird zudem die "Veg-First"-Methode zur DiabetesprĂ€vention propagiert: Die Reihenfolge, erst GemĂŒse, dann Protein und zuletzt StĂ€rke zu verzehren, soll den Blutzuckeranstieg signifikant reduzieren.

Abschließend zeigen Daten der University of California, Riverside, dass auch das lokale Einzelhandelsangebot die Gesundheit beeinflusst. Eine Analyse auf Basis von CDC-Daten verdeutlicht, dass eine hohe Dichte an sogenannten Dollar-LĂ€den mit höheren Raten an Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes korreliert, was auf den erschwerten Zugang zu frischen, gesunden Lebensmitteln in diesen Umgebungen zurĂŒckgefĂŒhrt wird.

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