Pflanzliche NahrungsergÀnzung: Markt wÀchst 2026 auf 71,61 Milliarden Dollar
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie globale Naturproduktbranche steht vor weitreichenden Verschiebungen in den Konsummustern. Ein Bericht vom 21. Oktober 2026 fasst 17 zentrale Trends zusammen, die von der Fachmesse Natural Products Expo West fĂŒr das Jahr 2027 identifiziert wurden.
Zu den maĂgeblichen Entwicklungen zĂ€hlen traditionell hergestellte Molkereiprodukte, Urgetreide, funktionale GetrĂ€nke, erschwinglicher Genuss sowie eine hochgradig fokussierte NahrungsergĂ€nzung. Der vollstĂ€ndige Bericht zu den 17 Branchentrends ist auf der Plattform newhope.com verfĂŒgbar.
Konsumwandel bei Lebensmitteln und Snacks
Die Prognosen spiegeln verĂ€nderte PrioritĂ€ten bei NĂ€hrstoffprofilen und Geschmacksvorlieben wider. Laut Daten des Nutrition Business Journal wird fĂŒr das Jahr 2027 ein Wachstum der Molkereikategorie um 7,3 Prozent erwartet. FĂŒr das Segment Fleisch, Fisch und GeflĂŒgel prognostiziert das Institut ein Plus von 10,9 Prozent, das vor allem von Rindfleisch angefĂŒhrt werde.
Gleichzeitig verÀndern sich die Konsumgewohnheiten im Zwischenmahlzeitenbereich. Die Natural Products Expo West verzeichnete bei Snacks mit Essiggurken-Geschmack ein Verkaufsplus von 30 Prozent im Jahresvergleich, wÀhrend das gesamte Snack-Segment um 3,8 Prozent zulegen konnte.
Expansion im Bereich pflanzlicher Wirkstoffe
Parallel zu traditionellen Nahrungsmitteln gewinnt die funktionale und pflanzliche ErgĂ€nzung an wirtschaftlicher Bedeutung. Nach Erhebungen von The Business Research Company belief sich das Marktvolumen fĂŒr botanische NahrungsergĂ€nzungsmittel im Jahr 2025 auf 66,03 Milliarden US-Dollar.
FĂŒr 2026 wird ein Anstieg auf 71,61 Milliarden US-Dollar bei einer jĂ€hrlichen Wachstumsrate von 8,5 Prozent erwartet; bis 2030 soll der Markt auf 99,95 Milliarden US-Dollar bei einer jĂ€hrlichen Rate von 8,7 Prozent anwachsen.
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Auch der Markt fĂŒr Pflanzenextrakte zeigt deutliche ZuwĂ€chse. Nach Branchenangaben lag das Volumen im Jahr 2023 bei rund 29.863,0 Millionen US-Dollar und soll bis 2030 auf 53.434,0 Millionen US-Dollar steigen, was einer jĂ€hrlichen Wachstumsrate von 8,2 Prozent im Zeitraum von 2024 bis 2030 entspricht.
FĂŒhrende Region war 2023 der asiatisch-pazifische Raum, wĂ€hrend Indien das am schnellsten wachsende Land darstellte. Nach Produkttypen fĂŒhrte Kirsche im Jahr 2023 mit einem Umsatzanteil von 11 Prozent, wĂ€hrend Curcumin das am schnellsten wachsende Segment bildete. Treiber sind die Nachfrage nach Clean-Label-Produkten, verarbeiteten Lebensmitteln, funktioneller Nahrung und Kosmetik.
Zudem wird fĂŒr den Markt fĂŒr Angelica-Nanzao-Granulat nach 168,67 Millionen US-Dollar im Basisjahr 2025 und geschĂ€tzten 178,84 Millionen US-Dollar fĂŒr 2026 ein Anstieg auf 246,29 Millionen US-Dollar bis 2032 prognostiziert (jĂ€hrliche Wachstumsrate von 5,55 Prozent).
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Regulatorische HĂŒrden und internationale Standards
Mit der zunehmenden Spezialisierung wachsen die Anforderungen an regulatorische Rahmenbedingungen. Li Shaoping, SekretĂ€r des Forums fĂŒr KrĂ€uterregulierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fĂŒr den Westpazifik, wies darauf hin, dass laut WHO 116 Mitgliedstaaten ĂŒber regulierte KrĂ€utermedizin verfĂŒgen. Zudem nutzen 123 Staaten ArzneibĂŒcher mit pflanzlichen Bestandteilen, 104 fĂŒhren Monographien und 124 unterhalten ein Registrierungssystem.
Als wesentliches Hindernis fĂŒr die Internationalisierung nannte Li Shaoping fragmentierte Standards: Dasselbe pflanzliche Erzeugnis gelte in der EuropĂ€ischen Union als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, in den USA als NahrungsergĂ€nzungsmittel und in Japan als Kampo-PrĂ€parat.
Zur Harmonisierung formulierte er drei AnsĂ€tze: die gegenseitige Anerkennung von Standards mit dem Arzneibuch der WHO als Referenz, eine einheitliche Methodik zur Erforschung von Anwendungserfahrungen am Menschen sowie einen internationalen Koordinationsausschuss unter dem Dach der WHO, der beschleunigte Verfahren fĂŒr weit verbreitete Heilpflanzen etablieren könnte. LieferengpĂ€sse und uneinheitliche Standardisierungen begrenzen bislang die regionale Marktentwicklung.
