Pflege, Millionen

Pflege: 4,8 Millionen Bedürftige warnen vor Kürzungsfolgen

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Städte und Gemeinden arbeiten an mehr Barrierefreiheit und sozialer Teilhabe für ältere und behinderte Menschen.

Kommunen fördern Inklusion: Neue Konzepte für Senioren und Behinderte
Eine vielfältige Gruppe von Senioren und Menschen mit Behinderungen, darunter jemand im Rollstuhl, diskutiert an einem Fußgängerüberweg. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Barrierefreiheit, Inklusion und soziale Teilhabe – viele deutsche Kommunen arbeiten derzeit an neuen Konzepten für Senioren und Menschen mit Behinderung. Doch die Herausforderungen sind groß.

Bottrop kämpft für längere Grünphasen

In Bottrop haben Seniorenbeirat und Behindertenbeirat eine gemeinsame Arbeitsgruppe zum Thema Verkehr gegründet. Am Donnerstag übergaben die Vertreter erste Handlungsempfehlungen an Oberbürgermeister Matthias Buschfeld.

Der zentrale Kritikpunkt: Die Grünphasen an Fußgängerampeln sind für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oft zu kurz. Buschfeld sicherte eine Prüfung zu.

Auch Schwetzingen meldet Fortschritte bei der Inklusionsarbeit. Der Behindertenbeauftragte verwies auf Projekte von Anfang 2025 bis Frühjahr 2026. Dazu gehören Beratungen zu barrierefreiem Bauen, die Digitalisierung der Verwaltung und Inklusionsprojekte in Sport und Kultur.

Vakante Stellen in Hessen

Die Besetzung von Beauftragtenposten gestaltet sich regional schwierig. In Münster (Hessen) ist die Stelle der ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten seit Mai 2026 unbesetzt.

Das wiegt schwer: In der Gemeinde leben 2.866 anerkannt schwerbehinderte Menschen – rund 20 Prozent der Bevölkerung. 333 Personen haben einen Grad der Behinderung von 100. Fast die Hälfte der Betroffenen ist jünger als 65 Jahre.

Andernorts wurden bereits neue Stellen besetzt. Der Sozial- und Bildungsausschuss in Donaustauf ernannte am Donnerstag eine neue Doppelspitze für das Amt der Seniorenbeauftragten. In Bad Schwartau gab es zum 30. Juni personelle Veränderungen im Vorstand der Elli und Wolfgang Bruhn-Stiftung.

In Kirchehrenbach gründete sich am Mittwoch ein neuer Ortsverband der Senioren Union unter dem Vorsitz von Werner Löblein und Waldemar Hofmann.

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Scharfe Kritik an Kürzungsplänen

Eine Seniorenbeauftragte aus Schwindegg kritisierte öffentlich die geplanten Kürzungen von Gesundheitsministerin Nina Warken bei den Rentenpunkten für pflegende Angehörige. Das Einsparziel: 1,8 Milliarden Euro.

Angesichts von bundesweit rund 4,8 Millionen Pflegebedürftigen warnen Experten vor negativen Folgen für die häusliche Pflege.

Neue Angebote für mehr Teilhabe

Praktische Unterstützung erfahren Senioren durch neue Mobilitäts- und Beratungsangebote:

  • Kaufbeuren: Die Malteser starten im Sommer einen kostenfreien E-Rikscha-Fahrdienst. Eine Infoveranstaltung für ehrenamtliche Fahrer ist für den 30. Juli geplant.
  • Landau: Ein neu eingesetzter Soziallotse des Diakonischen Werks bietet seit wenigen Wochen kostenlose Beratungen zu Sozialleistungen und Wohngeld an.
  • Alzey-Worms: Für eine Senioren-Bewegungsbox wurden Fördermittel von 16.800 Euro bewilligt.
  • Vechta: Die Universität gründete im Januar aus einem Forschungsprojekt das Social Start-up IDE gGmbH. Virtuelle Formate wie Digital Cafés stärken die digitale Teilhabe älterer Menschen.

30 Jahre Altersmedizin und Pflege

Zwei Einrichtungen feiern heute ihr 30-jähriges Bestehen. Die Geriatrie am Sana Klinikum Coburg startete 1996. Das „Coburger Modell“ versorgt jährlich rund 3.000 Patienten interdisziplinär. Seit der Gründung wurden über 100.000 Patienten behandelt.

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Das Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth in Gaimersheim feiert ebenfalls Jubiläum. Die Einrichtung wurde für ihr generationenverbindendes Konzept und die spezialisierte Demenzbetreuung gewürdigt.

Ergänzt wird das stationäre Angebot durch ambulante Dienste und ehrenamtliche Initiativen. Der Butzbacher Seniorenbeirat organisierte im Juni eine Fahrt mit 400 Teilnehmern zum Edersee.

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