Pflegeausbildung, BGW

Pflegeausbildung: BGW ergÀnzt Lehrprogramm um GewaltprÀvention

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die BGW ergĂ€nzt ihr Pflege-Lernprogramm um GewaltprĂ€vention, Deeskalation und Meldewege fĂŒr Auszubildende sowie Lehr- und Praxisanleitende.

BGW erweitert „Take Care“ um Modul gegen Gewalt in der Pflege
Ein heller, leerer Schulungsraum in einer Pflegeeinrichtung mit minimalistischer Einrichtung und natĂŒrlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Übergriffe und herausfordernde Situationen gehören zu den gravierenden Belastungen im Pflegealltag. Die Berufsgenossenschaft fĂŒr Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat vor diesem Hintergrund ihr bestehendes Lernangebot namens „Take Care“ fĂŒr die Pflegeausbildung erweitert.

Wie das Fachportal bibliomed-pflege.de in einem Bericht vom 15. September 2026 darlegt, ergÀnzt die BGW die Reihe um ein spezifisches Modul mit dem Schwerpunkt Gewalt und BelÀstigung vorbeugen. Damit reagiert der UnfallversicherungstrÀger auf den anhaltenden Bedarf an systematischer Vorbereitung von NachwuchskrÀften auf Konfliktsituationen in der beruflichen Praxis.

Schutz fĂŒr eine besonders gefĂ€hrdete Zielgruppe

Auszubildende in Pflegeberufen sehen sich bei ihrer tĂ€glichen Arbeit hĂ€ufig unvorbereitet mit verbalen oder körperlichen GrenzĂŒberschreitungen konfrontiert. Nach EinschĂ€tzung der BGW gilt der pflegerische Nachwuchs als besonders gefĂ€hrdet.

Fehlende Routine, Unsicherheiten im Umgang mit psychisch verĂ€nderten oder aggressiven Personen sowie Hierarchiestrukturen im Betrieb können dazu fĂŒhren, dass Auszubildende Gefahrensituationen spĂ€t erkennen oder sich schwer damit tun, angemessen Grenzen zu setzen.

Die Einbindung des Themas in die Ausbildung soll frĂŒhzeitig Handlungssicherheit vermitteln. Ziel ist es, angehende Pflegefachpersonen nicht erst nach belastenden VorfĂ€llen zu unterstĂŒtzen, sondern bereits vor dem Eintritt in kritische Praxissituationen fĂŒr GefĂ€hrdungen zu sensibilisieren und ihnen Schutzmechanismen zu vermitteln.

Deeskalation und Meldewege im Fokus

Das neu bereitgestellte Modul setzt inhaltlich an zwei zentralen Hebeln an: der Deeskalation im Vorfeld sowie dem formellen Umgang mit eingetretenen Ereignissen. Einerseits vermitteln die Lehreinheiten Methoden zur Beruhigung angespannter Situationen, um ein Aufschaukeln von Konflikten mit PflegebedĂŒrftigen oder Angehörigen frĂŒhzeitig abzufedern.

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Andererseits widmet sich das Modul der bĂŒrokratischen und versicherungsrechtlichen Absicherung betroffener PflegekrĂ€fte. Ein wesentlicher Baustein ist die Meldung von Gewaltereignissen als Arbeitsunfall.

Viele VorfĂ€lle bleiben in der Praxis undokumentiert, was die spĂ€tere Inanspruchnahme von UnterstĂŒtzungsleistungen, etwa bei psychischen FolgeschĂ€den, erschweren kann. Durch die Vermittlung der korrekten Meldewege soll sichergestellt werden, dass Auszubildende ihre Rechte kennen und Übergriffe als versicherungsrelevante Ereignisse verstanden und erfasst werden.

Freier Zugang und ganzheitliche PrÀvention

Um die Vermittlung im Ausbildungsalltag zu erleichtern, stellt die BGW die Materialien kostenfrei und ohne Notwendigkeit einer vorherigen Registrierung zur VerfĂŒgung.

Das Angebot richtet sich gezielt an LehrkrÀfte an Pflegeschulen sowie an Praxisanleitende, die den praktischen Teil der generalistischen Pflegeausbildung begleiten. Der barrierefreie Zugriff soll eine unkomplizierte Integration in bestehende LehrplÀne und betriebliche Anleitungsformate ermöglichen.

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Das Modul zur Vorbeugung von Gewalt und BelĂ€stigung reiht sich dabei in ein breiter gefasstes PrĂ€ventionskonzept ein. Das Programm „Take Care“ adressiert bereits mehrere wesentliche Aspekte des Gesundheitsschutzes in der Pflegebranche.

Dazu zĂ€hlen das ergonomische Arbeiten zur Entlastung des Bewegungsapparats, Strategien zur StressprĂ€vention gegen psychische Erschöpfung sowie Maßnahmen zur Hautgesundheit, die angesichts intensiver Desinfektions- und Reinigungsroutinen fĂŒr das Pflegepersonal unverzichtbar sind.

Mit der Erweiterung bildet das Lernangebot nun ein noch umfassenderes Fundament fĂŒr den betrieblichen Gesundheitsschutz von Beginn der beruflichen Laufbahn an.

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