Pflegeausbildung, KI-Labor

Pflegeausbildung: KI-Labor mit 3,7 Mio. Euro in Hoyerswerda geplant

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 00:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Pflege-Netzwerke verbinden Schulen und Einrichtungen, wÀhrend Kommunen mit Technik, Förderungen und PrÀventionsprojekten gegen EngpÀsse vorgehen.

Pflegeausbildung: Neue Netzwerke und Millioneninvestitionen stÀrken Nachwuchs
Ein heller, moderner Unterrichtsraum mit leeren Schultischen und großen Fenstern, der eine professionelle Lernumgebung darstellt. Illustration mit AI erstellt.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis hat Anfang 2026 das dritte Netzwerk der Initiative Care4future seine Arbeit aufgenommen. Das Projekt zielt darauf ab, dem FachkrĂ€ftemangel in der Pflege durch eine frĂŒhzeitige Verzahnung von schulischer Bildung und praktischer Ausbildung zu begegnen.

An dem neuen Verbund beteiligen sich die Otto-Hahn-Realschule, die Johannes-Gutenberg-Realschule und die IGS Paffrath. Auf der Seite der Pflegeeinrichtungen sind der GFO-Verbund, Quirlsberg, das CBT-Wohnhaus Peter-Landwehr sowie das St. Josefshaus Refrath als Partner vertreten.

Verstetigung der Berufsorientierung an Schulen

Die praktische Umsetzung des Vorhabens erfolgt ab dem Schuljahr 2026/27 in Form von Wahlpflichtkursen oder Arbeitsgemeinschaften. Damit wird ein Modell fortgefĂŒhrt, das bereits in anderen Regionen des Kreises erprobt wurde.

Ein Bericht vom September 2026 verweist auf eine Pilotphase an der Sekundarschule Leichlingen im Jahr 2025. Dort hĂ€tten drei von vier Teilnehmenden angegeben, den Kurs erneut wĂ€hlen zu wollen. Zudem resultierten aus diesem Durchlauf fĂŒnf Praktika und zwei konkrete Bewerbungen. In Bergisch Gladbach entschieden sich vier SchĂŒlerinnen fĂŒr den Beginn einer Pflegeausbildung.

Ähnliche Strukturen etablieren sich auch in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens. Im Kreis Warendorf startete an der Sekundarschule Beckum zum Schuljahr 2026/27 ein Care4future-Kurs mit 15 SchĂŒlern der neunten Klasse. An diesem dritten Netzwerk im Kreis beteiligen sich zehn Einrichtungen, darunter der AGS Pflegedienst, die Caritas, das St.-Elisabeth-Hospital und die Johanniter-Akademie NRW.

Innovative AnsÀtze und technologische Investitionen

Neben der direkten Nachwuchsgewinnung investieren Landkreise verstĂ€rkt in die Modernisierung der Ausbildungsinfrastruktur. Im Landkreis Bautzen wurde am Beruflichen Schulzentrum „Konrad Zuse“ in Hoyerswerda der Grundstein fĂŒr ein neues KI-Labor in der Pflegeausbildung gelegt. Die Investitionssumme belĂ€uft sich auf rund 3,7 Millionen Euro.

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Der Landkreis Bautzen legt den Grundstein fĂŒr ein KI-Labor in der Pflegeausbildung — 3,7 Millionen Euro, 766 Quadratmeter, intelligente Bettsysteme und VR-Technologie. Wie Sie ein solches Projekt an Ihrer Schule aufsetzen, zeigt dieser kostenlose Praxis-Leitfaden. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern

Der barrierefreie Neubau mit einer FlÀche von 766 Quadratmetern soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Zur Ausstattung gehören intelligente Bettsysteme, ein digitales Schwesternzimmer sowie VR- und AR-Technologien. Landrat Udo Witschas bezeichnete das Projekt als einen Ort, an dem die Pflegeausbildung der Zukunft bereits heute beginnen könne.

Parallel dazu rĂŒcken prĂ€ventive AnsĂ€tze in den Fokus. Der Landkreis Berchtesgadener Land wurde 2026 als eine von fĂŒnf bundesweiten Modellregionen fĂŒr das Projekt „Gemeinsam fĂŒr Pflege & Planetare Gesundheit“ ausgewĂ€hlt. Das zweijĂ€hrige, von der Barmer geförderte Vorhaben konzentriert sich auf Aspekte wie Hitzeschutz, ErnĂ€hrung und mentale Gesundheit fĂŒr PflegebedĂŒrftige.

Strategische Herausforderungen und Finanzierungsmodelle

Der Bedarf an PflegekapazitĂ€ten verschĂ€rft sich durch die demografische Entwicklung. In Wien wird die Zahl der ĂŒber 85-JĂ€hrigen von derzeit rund 42.000 bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich 82.000 steigen. Der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen prognostiziert bis 2030 einen zusĂ€tzlichen Bedarf von 5.770 PflegekrĂ€ften.

Um Anreize zu schaffen, wurden zwischen 2021 und 2025 rund 11.000 Personen bei Pflegeausbildungen mit circa 72 Millionen Euro gefördert. Eine PflegeausbildungsprÀmie in Höhe von 658,40 Euro pro Monat wurde seit September 2022 von 3.653 Menschen in Anspruch genommen.

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Befristete Förderungen und unklare ZustÀndigkeiten bremsen viele PrÀventions- und Ausbildungsprojekte aus. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Finanzierung und Kooperationen von Anfang an auf Verstetigung ausrichten. Checkliste Förderung jetzt sichern

Trotz lokaler Erfolge identifiziert eine Analyse des PKV-Verbands und der TU Dresden strukturelle HĂŒrden bei der Verstetigung kommunaler PrĂ€ventionsprojekte. Die Studie „Neue Gesundheitsnetze“ (Teil 2) bemĂ€ngelt befristete Förderungen und unklare ZustĂ€ndigkeiten. Die Autoren fordern eine nationale Gesamtstrategie mit lĂ€ngeren Laufzeiten und verlĂ€sslicher Finanzierung.

Ein Beispiel fĂŒr eine dauerhafte Beteiligung findet sich im Wetteraukreis. Dort beschloss der Kreisausschuss 2026 die Fortsetzung der finanziellen UnterstĂŒtzung der Gemeindepflege. Der Kreis ĂŒbernimmt dabei 20 Prozent der Personalkosten, maximal 15.000 Euro pro Jahr und Kommune, wĂ€hrend das Land Hessen 80 Prozent trĂ€gt. Aktuell sind dort acht Gemeindepfleger in zehn Kommunen im Einsatz.

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