Phantom, Stealer

Phantom Stealer: Neue Malware versteckt Code in PNG-Bildern

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 15:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor „Phantom Stealer“, der per Bild-Steganografie Erkennung umgeht und Passwörter, Cookies sowie Krypto-Wallets auf Windows-Systemen abgreift.

Phantom Stealer: Neue Malware tarnt sich in Bilddateien und stiehlt Zugangsdaten
Ein Laptop mit komplexem Programmcode neben einem Tablet, das ein Bild anzeigt, in einem abgedunkelten BĂŒro. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsexperten haben eine neue, hochentwickelte Schadsoftware identifiziert, die herkömmliche Erkennungsmechanismen durch den Einsatz von Bild-Steganografie umgeht. Die als „Phantom Stealer“ bezeichnete Malware zielt primĂ€r auf Windows-Systeme ab und ist darauf spezialisiert, vertrauliche Informationen wie Passwörter, Browser-Cookies und Krypto-Wallets zu entwenden.

Eine aktuelle Analyse des Sicherheitsunternehmens Splunk beschreibt den SchÀdling als eine .NET-basierte, modular aufgebaute Malware. Diese Architektur erlaubt es den HintermÀnnern, verschiedene Funktionen je nach Bedarf nachzuladen oder zu aktualisieren, was die FlexibilitÀt und GefÀhrlichkeit des Angriffs erhöht.

Tarnung durch Bild-Steganografie

Das markanteste Merkmal von Phantom Stealer ist die Methode, mit der die nĂ€chste Stufe des Schadcodes auf das Zielsystem gelangt. Die Entwickler der Malware setzen auf Steganografie, um bösartige Module innerhalb gewöhnlicher PNG-Bilddateien zu verbergen. Da diese Dateien fĂŒr Sicherheitsscanner auf den ersten Blick unverdĂ€chtig erscheinen, kann die Malware die nĂ€chste Stufe ihrer Payload oft unbemerkt in den Ressourcen der Bilddateien verstecken und spĂ€ter extrahieren.

Anzeige

Angesichts immer raffinierterer Methoden zum Datendiebstahl wird der klassische Passwortschutz zunehmend unsicher. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. hacker-sicher machen. Passkey-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen

Diese Technik der Verschleierung erschwert die Entdeckung durch signaturbasierte Antiviren-Lösungen erheblich. WĂ€hrend herkömmliche Programme nach bekannten Mustern in ausfĂŒhrbaren Dateien suchen, bleiben die innerhalb der Bilddaten eingebetteten Komponenten verborgen, bis der primĂ€re Loader sie zur AusfĂŒhrung bringt.

Breite Palette an Diebstahl-Funktionen

Sobald Phantom Stealer ein System infiziert hat, beginnt die Software mit der Exfiltration von Daten. Laut den Untersuchungen von Splunk ist das Programm darauf programmiert, systematisch nach gespeicherten Zugangsdaten in Webbrowsern und anderen Anwendungen zu suchen. Neben klassischen Passwörtern stehen insbesondere Sitzungs-Cookies im Fokus der Angreifer. Diese ermöglichen es den TĂ€tern, bestehende Logins zu ĂŒbernehmen, ohne das Passwort des Nutzers oder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen zu mĂŒssen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Malware liegt auf dem Diebstahl von Krypto-Wallets. Durch den direkten Zugriff auf digitale Geldbörsen auf infizierten Windows-Rechnern können Angreifer KryptowĂ€hrungen unmittelbar entwenden. Die Kombination aus dem Diebstahl von IdentitĂ€tsdaten und finanziellen Vermögenswerten macht Phantom Stealer zu einer ernsthaften Bedrohung fĂŒr Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen.

Anzeige

Wer sich vor dem grassierenden IdentitĂ€tsdiebstahl im Netz schĂŒtzen möchte, sollte auf moderne Sicherheitsstandards setzen statt auf riskante Passwörter. Dieser Gratis-Leitfaden zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie sich durch passwortloses Einloggen effektiv gegen Phishing und Datenklau absichern. Kostenlosen PDF-Report fĂŒr maximale Konten-Sicherheit sichern

Infektionswege ĂŒber soziale Plattformen und Phishing

Die verbreitung der Malware erfolgt ĂŒber verschiedene KanĂ€le, wobei die Angreifer gezielt auf menschliche Schwachstellen setzen. Ein wesentlicher Teil der Kampagnen wird ĂŒber klassische Phishing-Methoden abgewickelt, bei denen Nutzer durch gefĂ€lschte E-Mails oder Nachrichten zur Installation der Schadsoftware verleitet werden.

DarĂŒber hinaus beobachten Experten die Verteilung von Phantom Stealer ĂŒber soziale Plattformen und Kommunikationsdienste wie Discord und Telegram. Diese Dienste werden hĂ€ufig genutzt, um vermeintlich nĂŒtzliche Tools oder Raubkopien von Software zu verbreiten. In vielen FĂ€llen ist der SchĂ€dling in illegale Software-Downloads oder modifizierte Anwendungen eingebettet, die von Nutzern in dem Glauben heruntergeladen werden, eine kostenlose Version eines kostenpflichtigen Programms zu erhalten.

Die Identifizierung dieser Bedrohung durch die Analysten von Splunk unterstreicht die wachsende KomplexitĂ€t von Stealer-Malware, die zunehmend Techniken verwendet, die frĂŒher eher staatlichen Akteuren oder fortgeschrittenen Angriffsgruppen vorbehalten waren. Experten raten dazu, Downloads aus unsicheren Quellen zu vermeiden und Sicherheitssoftware einzusetzen, die auch verhaltensbasierte Analysen durchfĂŒhrt, um ungewöhnliche AktivitĂ€ten von scheinbar harmlosen Bilddateien zu erkennen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69945675 |