Pharmamarkt, Bosch

Pharmamarkt Juli: Bosch bringt digitale FĂ€lschungserkennung

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 04:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bosch prÀsentiert FÀlschungsschutz, Rossmann startet Online-Apotheke und die Politik treibt die Digitalisierung der Lieferketten voran.

Digitaler Wandel im deutschen Pharmamarkt: Neue Technologien und Reformen
Nahaufnahme einer Pharmaverpackung mit leuchtendem digitalem Fingerabdruck als FĂ€lschungsschutz. Medikamentenregale im Hintergrund unscharf. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Neue Sicherheitstechnologien gegen ArzneimittelfĂ€lschungen, der Einstieg großer EinzelhĂ€ndler ins RezeptgeschĂ€ft und gesetzliche Reformen zur Sicherung der Lieferketten treiben die Entwicklung voran. Doch technische HĂŒrden bei elektronischen Signaturen bremsen den Fortschritt.

FĂ€lschungssicherheit durch digitale FingerabdrĂŒcke

GefÀlschte Medikamente sind ein wachsendes Problem: SchÀtzungen zufolge ist jede hundertste Arznei in Deutschland gefÀlscht. Der jÀhrliche Schaden in der gesamten EuropÀischen Union belÀuft sich auf rund zehn Milliarden Euro.

Bosch Secure Authentication hat im Juli 2026 ein neues System namens „Origify“ vorgestellt. Die Technologie nutzt die einzigartige natĂŒrliche OberflĂ€chenstruktur von Verpackungen. DafĂŒr werden 10.000 Merkmale auf einer FlĂ€che von nur fĂŒnf Quadratmillimetern erfasst und als digitaler Fingerabdruck gespeichert. Das Verfahren soll eine besonders perfide Masche der FĂ€lscher unterbinden: das WiederbefĂŒllen echter Originalverpackungen mit wirkungslosen oder gefĂ€hrlichen Substanzen.

Rossmann steigt ins RezeptgeschÀft ein

Der Einzelhandel mischt krĂ€ftig im digitalen Gesundheitsmarkt mit. Die Drogeriekette Rossmann kĂŒndigte fĂŒr Juli 2026 an, noch vor Jahresende eine eigene Online-Apotheke mit integrierter E-Rezept-Funktion zu starten.

Anders als manche Wettbewerber will Rossmann von Beginn an auch verschreibungspflichtige Medikamente anbieten. Der Dienst wird in die bestehende Mobile-App integriert, die rund zwölf Millionen aktive Nutzer zĂ€hlt. FĂŒr den Versandhandel richtet das Unternehmen eine Apotheke im niederlĂ€ndischen Emmen ein. Zudem werden Schnittstellen zum Securpharm-System aufgebaut, um die gesetzlichen Auflagen zu erfĂŒllen.

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Reformen und Pannen bei der Digitalisierung

Die Digitalisierung der Lieferketten lĂ€uft nicht reibungslos. Seit Anfang Juli 2026 gibt es technische Probleme mit der elektronischen Gesundheitskarte fĂŒr Heilberufler (eHBA). Tausende E-Rezepte wurden ungĂŒltig, weil abgelaufene Signaturen erst in den Rechenzentren auffielen – und nicht bereits beim Ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert nun schnelle Lösungen, um VersorgungsengpĂ€sse zu vermeiden.

Gesundheitsministerin Nina Warken stellte auf dem Deutschen Apothekertag in DĂŒsseldorf ein umfassendes Reformpaket vor. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • VergĂŒtung: Das Apothekenhonorar liegt seit Juli 2026 bei 9,00 Euro pro verschriebenen Packung. Ab Januar 2027 steigt es auf 9,50 Euro.
  • Mehr Befugnisse: Apotheker dĂŒrfen kĂŒnftig alle Impfungen außer Lebendimpfstoffe verabreichen sowie venöse Blutabnahmen durchfĂŒhren.
  • Notfallversorgung: Chronisch Kranke, die ein Medikament seit mindestens drei Quartalen erhalten, können seit Juli 2026 einmalig die kleinste PackungsgrĂ¶ĂŸe ohne neues Rezept bekommen – allerdings auf eigene Kosten.

Arzneimittel als nationale Sicherheitsfrage

Die SPD-Bundestagsfraktion veröffentlichte am 9. Juli 2026 ein Positionspapier, das die Arzneimittelversorgung als Frage der nationalen Sicherheit einstuft. Die Abgeordneten fordern, Pharmaunternehmen mit Forschungs- und Produktionsstandorten in Deutschland bevorzugt zu behandeln. Konkret schlagen sie niedrigere HerstellerabschlĂ€ge und steuerfinanzierte ReservekapazitĂ€ten fĂŒr unverzichtbare Medikamente vor.

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Vernetzung in Klinik und Produktion

Die Digitalisierung erfasst auch die Tiefen der Pharmaproduktion und spezialisierte Therapien. Novartis Deutschland, das Klinikum Bayreuth und myon.clinic starteten am 9. Juli 2026 ein Pilotprojekt namens „Connected Patient Path“. Das digitale Netzwerk nutzt die myoncare-Plattform, um Radioligandentherapien fĂŒr Prostatakrebs-Patienten zu steuern. Befunde werden zentral ausgetauscht, die Therapie lĂ€uft automatisiert.

Im Produktionsbereich treibt Boehringer Ingelheim die Standardisierung voran. Der Pharmakonzern fĂŒhrt einen mobilen Wartungshub ein, der an das SAP S/4HANA-System angebunden ist. Die erste ProduktionsstĂ€tte mit der neuen Software ging in Spanien in Betrieb. Weltweit sollen weitere Standorte folgen – mit dem Ziel, Verwaltungsaufwand zu senken und die DatenqualitĂ€t zu verbessern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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