Phishing-Angriffe, E-Mails

Phishing-Angriffe: 80 Prozent der E-Mails nutzen künstliche Intelligenz

09.06.2026 - 17:45:43 | boerse-global.de

Finanzaufsicht meldet Zunahme professioneller Betrugsmaschen. Kriminelle nutzen KI und Deepfakes für Anlagebetrug mit Millionenschäden.

BaFin warnt: KI-gestützter Anlagebetrug mit Deepfakes auf dem Vormarsch
Phishing-Angriffe - Eine Person mit Kapuze tippt auf einem Laptop, umgeben von Finanzdiagrammen und verzerrten Firmenlogos, die Betrug andeuten. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Betrüger werden immer professioneller – sie nutzen künstliche Intelligenz, täuschen mit echten Markennamen und manipulieren ihre Opfer psychologisch. Die Schäden gehen in die Millionen.

Falsche Plattformen, echte Verluste

Ein bewährtes Mittel der Täter: Sie geben sich als seriöse Unternehmen aus. Die BaFin warnte Anfang Juni vor der Plattform „Monk Limited“. Die Internetadressen wurden bereits im Februar registriert. Sie spielen mit der Namensähnlichkeit zu einer echten Schweizer Aktiengesellschaft.

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Auch das Unternehmen „EB Financial“ ist illegal unterwegs. Es bietet Festgeldanlagen und vorbörsliche Aktien an – ohne Erlaubnis. Beworben werden Anteile an thyssenkrupp nucera. Die thyssenkrupp AG distanziert sich ausdrücklich davon. Die Plattform „sparkassa.org“ hat ebenfalls keine Genehmigung für Bankgeschäfte.

Experten raten: Vor jeder Zahlung die Unternehmensdatenbanken der Aufsichtsbehörden prüfen.

Deepfakes als Köder für Anleger

Die technische Aufrüstung der Betrüger macht Sicherheitssysteme zu schaffen. Über 80 Prozent aller Phishing-E-Mails werden mittlerweile mit KI erstellt. Besonders perfide: der Einsatz von Deepfakes.

Die Bank of England warnte im Juni vor einem manipulierten Video. Es zeigt angeblich eine Auseinandersetzung zwischen Gouverneur Andrew Bailey und einem bekannten Politiker. Das Video dient als Köder. Es lockt Nutzer auf gefälschte Medienseiten, die zweifelhafte Finanzprodukte mit unrealistischen Renditen bewerben.

Bailey betonte: Solche Anzeigen zielen gezielt auf schutzbedürftige Personen.

Google reagiert. Noch in diesem Monat führt der Konzern eine automatische Erkennung von Betrugsanrufen für sein Betriebssystem ein.

230.000 Euro weg: Die Psychologie des Betrugs

Wie effektiv die Methoden sind, zeigt ein Fall aus Stuttgart. Ein Senior verlor zwischen September 2025 und Juni 2026 rund 230.000 Euro. Die Täter täuschten über eine angebliche Krypto-Onlinebank kontinuierlich Gewinne vor. Sie drängten das Opfer zu immer neuen Überweisungen.

Studien belegen: In 74 Prozent der Cybervorfälle ist der Mensch der Ausgangspunkt. Die Schadensmeldungen stiegen in den letzten 18 Monaten um rund 40 Prozent.

Neben Anlagebetrug warnen Experten vor „Love Scamming“. Täter bauen über Wochen eine emotionale Bindung auf. Dann fordern sie unter Vorwand Geld – etwa für angebliche Krankenhausrechnungen oder Reisehindernisse.

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Was Opfer jetzt tun sollten

Die Polizei rät: Bei Betrugsverdacht sofort die Kommunikation abbrechen. Beweise sichern – Chatverläufe und Zahlungsnachweise. Dann umgehend Anzeige erstatten.

Ein sicheres Zeichen für Betrug: Wer erst Gebühren oder Steuern zahlen soll, um angebliche Gewinne auszuzahlen zu lassen, sollte sofort misstrauisch werden.

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