Phishing-Explosion, KI-Angriffe

Phishing-Explosion: KI-Angriffe auf Android um 1.200% gestiegen

Veröffentlicht am: 08.06.2026 um 13:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BSI rĂ€t zum Abschalten von WLAN, Bluetooth und NFC unterwegs. Neue Angriffsmethoden und ein BGH-Urteil verschĂ€rfen die Sicherheitslage fĂŒr Smartphone-Nutzer.

BSI warnt: Funkverbindungen am Smartphone unterwegs deaktivieren
Eine Hand hĂ€lt ein Smartphone in einer belebten Stadtumgebung, von dem schwache, leuchtende Linien als drahtlose Signale ausgehen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ruft dazu auf, WLAN, Bluetooth und NFC unterwegs konsequent zu deaktivieren. Grund sind neue Angriffsmethoden und eine hĂ€rtere Rechtsprechung bei Haftungsfragen.

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GefĂ€lschte Hotspots lauern ĂŒberall

Dauerhaft aktivierte Funkverbindungen öffnen Angreifern TĂŒr und Tor. Besonders öffentliche WLAN-Netzwerke sind riskant: Kriminelle nutzen sogenannte „Evil-Twin“-Hotspots – gefĂ€lschte Netzwerke, die seriöse Anbieter imitieren. So fangen sie Passwörter, Login-Daten und persönliche Informationen ab.

Auch ausgelesene WLAN-Listen können RĂŒckschlĂŒsse auf die Wohnadresse zulassen. Bei Bluetooth und NFC droht das unbefugte Auslesen von Daten oder der Verbindungsaufbau zu manipulierten GerĂ€ten. Der Nebeneffekt: Wer die Schnittstellen abschaltet, spart zudem Akku.

Explosion der CyberkriminalitÀt

Die Warnungen sind dringender denn je. KI-gestĂŒtzte Phishing-Angriffe auf Android-Systeme sind in zwei Jahren um rund 1.200 Prozent gestiegen. Kriminelle nutzen gestohlene DatensĂ€tze von Dienstleistern wie Booking.com fĂŒr personalisierte Betrugswellen ĂŒber Messenger wie WhatsApp.

Auch „Quishing“ – Phishing per manipuliertem QR-Code – legte zu: Im ersten Quartal 2026 gab es weltweit 18 Millionen FĂ€lle, ein Plus von 150 Prozent. Die finanziellen SchĂ€den durch mobile CyberkriminalitĂ€t summierten sich laut Marktbeobachtern auf rund 442 Milliarden Euro.

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Neue Angriffsmethode „Frost“ entdeckt

Sicherheitsforscher der TU Graz haben eine neue Angriffsmethode namens „Frost“ identifiziert. Sie nutzt Timing-Daten von SSD-Speichern ĂŒber den Browser aus – ganz ohne Schadsoftware. So lassen sich Informationen ĂŒber geöffnete Tabs und laufende Anwendungen gewinnen.

Parallel dazu schloss Google zuletzt 124 SicherheitslĂŒcken in Android. Darunter die kritische Schwachstelle CVE-2025-48595, die in Versionen 14 bis 16 auftritt. Trotz dieser Risiken nutzen nur 39 Prozent der Anwender eine Zwei-Faktor-Authentisierung.

BGH-Urteil: Kunden haften selbst

Die rechtlichen Folgen sind hĂ€rter geworden. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem FrĂŒhjahr 2026 bestĂ€tigt: Bei grober FahrlĂ€ssigkeit mĂŒssen Bankkunden fĂŒr SchĂ€den selbst aufkommen. In einem Fall verlor ein Kunde 40.000 Euro, weil er grundlegende Sicherheitsregeln missachtet hatte.

Die unvorsichtige Nutzung öffentlicher Funkverbindungen kann von Gerichten als grobe FahrlÀssigkeit gewertet werden.

Automatisierung als Schutzschild

Experten empfehlen, Sicherheitseinstellungen zu automatisieren. iPhone-Nutzer nutzen die Kurzbefehle-App, Android-Anwender greifen auf NFC-Tags oder Tools wie IFTTT zurĂŒck. So lassen sich Funkverbindungen beim Verlassen sicherer Umgebungen automatisch deaktivieren.

Google hat im Juni eine Funktion zur Erkennung von KI-imitierten Stimmenbetrug eingefĂŒhrt. „Fake Call Detection“ soll verdĂ€chtige Anrufmuster in Echtzeit identifizieren. Doch die wirksamste Maßnahme bleibt: Schnittstellen unterwegs manuell abschalten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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