Phishing-Fälle, LINDA-Kampagne

Phishing-Fälle steigen um 24,9 Prozent: Neue LINDA-Kampagne startet

04.06.2026 - 00:45:28 | boerse-global.de

Kriminelle versenden gefälschte Interdiscount-Mails mit Lockangeboten. Ziel ist der Diebstahl von Kreditkartendaten über eine angebliche Reservierungsgebühr.

Phishing-Fälle steigen um 24,9 Prozent: Neue LINDA-Kampagne startet - Bild: über boerse-global.de
Phishing-Fälle steigen um 24,9 Prozent: Neue LINDA-Kampagne startet - Bild: über boerse-global.de

Die Täter geben eine Geschäftsauflösung vor und wollen an Kreditkartendaten gelangen.

Die Warnung kommt von der Plattform cybercrimepolice.ch. Demnach versenden Kriminelle derzeit gefälschte Nachrichten, die einen massiven Räumungsverkauf suggerieren. Als Begründung für die angebliche Schließung führen sie internationale Konflikte an. Beworben werden hochwertige Elektronikartikel wie Fernseher, Laptops und Spielekonsolen zu extrem niedrigen Preisen.

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Kleine Gebühr, großes Risiko

Um die vermeintlichen Schnäppchen zu sichern, sollen Empfänger eine Reservierungsgebühr von 2,95 CHF zahlen. Das eigentliche Ziel: die Kreditkartendaten der Opfer erbeuten und später deutlich höhere Beträge abbuchen. Die Angebote sind bewusst unrealistisch gestaltet, um unter Zeitdruck unüberlegte Zahlungen zu provozieren.

Der Vorfall ist Teil eines besorgniserregenden Trends. Die polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 verzeichnete einen Anstieg der Phishing-Fälle um 24,9 Prozent auf 7.409 registrierte Delikte. Laut Bundesamt für Cybersicherheit machten Phishing-Versuche rund 19 Prozent aller gemeldeten Cybervorfälle aus.

„LINDA schützt vor Phishing“ – neue Kampagne gestartet

Angesichts dieser Entwicklung haben Polizei und die Organisation Card Security Anfang Juni die Kampagne „LINDA schützt vor Phishing!“ gestartet. Die Abkürzung dient als Merkhilfe:

  • Links misstrauen
  • Inhalte prüfen
  • Neutrale Anrede anzweifeln
  • Dringlichkeit hinterfragen
  • Absender überprüfen
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Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen zeigt eine umfrage des Instituts gfs.bern: Rund 36 Prozent der Befragten wissen nicht genau, wie sie sich wirksam vor digitalen Betrugsversuchen schützen können.

40.000 CHF verloren – ein Beispiel aus der Praxis

Wie riskant unvorsichtige Klicks sein können, zeigt der Fall einer Familie aus dem Raum Bern. Nach einem Verkauf auf der Plattform Ricardo verlor sie rund 40.000 CHF. Die Täter gelangten über einen gefälschten Link an die Zugangsdaten zum E-Banking. Der Konsumentenschutz kritisiert in diesem Zusammenhang die Haltung vieler Banken: Sie lehnen eine Haftung oft ab, wenn Transaktionen durch eine Zwei-Faktor-Authentisierung freigegeben wurden.

International bezifferte Interpol den durch Betrug verursachten Gesamtschaden für 2025 auf etwa 442 Milliarden US-Dollar. Neben Phishing-Mails nehmen auch andere Betrugsformen zu. In der Region Aargau konnte die Kantonspolizei kürzlich einen mutmaßlichen Telefonbetrüger festnehmen – Angehörige eines Seniors hatten rechtzeitig die Behörden verständigt. In Offenburg verloren Opfer zwischen März und Juni 2026 sechsstellige Beträge durch vermeintlich lukrative Geldanlagen bei Cybertrading-Betrug.

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